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Filmkritik: Ponyo

Es geht tatsächlich auch ohne Computer. „Ponyo“ ist nämlich ein Zeichentrickfilm der alten Schule, also per Hand gezeichnet, was angesichts seiner Detailtreue und –freude überrascht. Entstanden ist er im japanischen Trickstudio Ghibli, das der Walt Disney Japans Hayao Miyazaki Mitte der achtziger Jahren gegründet hat. Erstellt wurden sind dort unter des Meisters Regie abendfüllende Filme wie „Prinzessin Mononoke“ (1997) oder das 2003 mit dem Oscar ausgezeichnete Werk „Chihiros Reise ins Zauberland“. Und wer noch keine der großen Produktionen Miyazakis gesehen hat, der kennt wahrscheinlich die japanische Zeichentrickserie „Heidi“, Stammgast immer noch auch im deutschen Fernsehen und von dem inzwischen 69-Jährigen bereits 1974 gezeichnet.

Nun also „Ponyo“, ein buntes faszinierendes Märchen für Groß und Klein, das in seiner Heimat äußerst erfolgreich gewesen ist und auch schon mehrere Festivalpreise gewonnen hat. Im Mittelpunkt steht ein keckes Goldfischmädchen namens Brunhilde. Der Name ist übrigens kein Zufall, auch die Filmmusik erinnert an und zitiert sogar Richard Wagner. Diese Brunhilde träumt in den Tiefen des Meeres von einer anderen, einer hellen freundlichen Welt, und eines Tages gelingt es ihr unbemerkt von ihrem strengen Zaubervater Fujimoto sowie mit Hilfe einer Qualle bis an die Wasseroberfläche zu kommen. Dort gerät sie aber mitten in den Müll, den die Menschen in großen Mengen ins Meer kippen, und verfängt sich in einem Marmeladenglas. So findet sie dann der nette Junge Sosuke, der sie befreit. Beide freunden sich an, ja eine zarte Liebe scheint sich zu entwickeln. Und der Menschenjunge tauft das Fischmädchen Ponyo.

Dann wird die Geschichte richtig dramatisch: Ponyo wird von ihrem zornigen Vater ins Meer zurückgeholt. Da sie aber auch über magische Kräfte verfügt, kann sie sich schließlich in ein Menschenmädchen verwandeln. Ein Verwandlungsprozess, der allerdings droht das Gleichgewicht in der Natur zu gefährden. Die Folge ist ein heftiger Sturm, ein Tsunami. Gleichwohl versucht Ponyo wieder ins Haus ihres Sosuke zu gelangen. – Das klingt vielleicht arg kompliziert, aber man muss wirklich nicht alles verstehen, um diese märchenhafte Geschichte zu mögen. Ja, der Zuschauer muss sich einfach nur einlassen auf die wunderschöne Traumwelt, die Miyazaki hier entworfen hat. Einlassen aber auch auf sonderbar erscheinende Figuren und Begebenheiten. Zudem sind die Hauptfiguren so im positiven Sinne niedlich, dass auch die allerjüngsten Zuschauer sie sofort lieben werden. – Und das alles funktioniert tatsächlich ohne Mithilfe eines Computers.

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