Kritik: Attack the Block
Mit den Aliens ist auch nichts mehr los! Pulverisierten sie früher – auf der Kinoleinwand – das Weiße Haus, köpften die Freiheitsstatue oder wollten wenigstens mal nach Hause telefonieren, so landen sie nun in „Attack the Block“ ausgerechnet in einem heruntergekommenen Stadtviertel im Süden Londons. Wo sie dann erst einmal die Teenager-Straßengang um den coolen Moses (John Boyega) mächtig erschrecken. Die hat gerade die Krankenpflegerin Sam (Joe Cornish) überfallen. Und erholt sich erstaunlich schnell von diesem außerirdischen Schrecken. Kurzerhand wird der unsanft genau vor ihnen gelandete Alien massakriert, dann in einem kleinen Triumphzug durchs Viertel zu ihrem Wohnblock geschleift, um ihn vorübergehend in dem Appartement des Drogenhändler Ron (Nick Frost) zwischenzulagern.
Doch das ist erst der Anfang dieser Begegnung der außerirdisch komischen Art, die der Londoner Joe Cornish bei seinem Regiedebüt mit einem recht kleinen Etat gelungen inszeniert hat. Ein Film, der in den letzten Monaten bereits auf einigen Horror- und Fantasy-Festivals ein Publikumserfolg gewesen ist und wohl auch im Kino bei einem breiteren Zuschauerkreis durchaus erfolgreich sein könnte. Produziert hat ihn das Team um den Briten Edgar Wright, der bereits für den wohl lustigsten Zombiefilm der Kinogeschichte, „Shaun of the Dead“, verantwortlich gewesen ist. Und der daran jetzt mit dieser Sciencefiction-Komödie, die allerdings auch einige wenige Splatter-Elemente enthält, überzeugend anknüpft.
Das liegt jedoch nicht nur an der schrägen und stets mit heiligem Unernst erzählten Geschichte, sondern vor allem an den jugendlichen Darstellern. Die nach ihrem ersten mackerhaft unsympathischen Auftreten im Verlauf des nur etwa 80-minütigen Films immer liebenswerter wirken. Und die sogar recht glaubhaft einen ja durchaus aktuellen Einblick in das Leben und Treiben jugendlicher Straßengangs in England liefern. Dass diese wackeren Jungs dann ihren Wohnblock engagiert gegen eine immer mächtigere Alien-Invasion verteidigen und am Ende gar unsere Welt vor dem Untergang retten, versteht sich bei diesem Kinospaß dann fast von selbst.