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Kurzkritik: Christian Jostmann – Das Eis und der Tod

Vor fast genau 100 Jahren brachen zwei Männer mit ihren Teams auf, um eines der letzten unerforschten Gebiete unserer Erde zu erreichen: den Südpol. Der Norweger Roald Amundsen gelangte am 14. Dezember 1911 zum Pol. Der Brite Robert Falcon Scott sechs Wochen später. Und er sowie seine Begleiter erfroren dann auf dem Rückweg. Dass beide Männer fast gleichzeitig zum Pol aufbrachen, war eher ein Zufall. Die Medien vor allem in England machten daraus jedoch einen wohl geplanten und national inspirierten Wettlauf. Was wiederum vor allem Scott durchaus zu nutzen wusste, um das nötige Geld für seine Forschungsreise aufzubringen.

Diesem dramatischen Wettstreit hat nun der Historiker und Feuilletonist Christian Jostmann das Buch „Das Eis und der Tod“ gewidmet, in dem er erstaunlich lebendig die damaligen Ereignisse „hautnah“ nacherzählt. So hautnah, dass der Leser manchmal glaubt, der Autor sei Augenzeuge der Ereignisse gewesen. Allerdings weiß er bei der Lektüre dadurch bisweilen nicht, was historisch belegt und was Jostmanns eigene Rekonstruktion ist. Eine kleine Schwäche dieses Buches, die man aber gern in Kauf nimmt, weil es selbst blutigen Laien durch die romanhafte Form der Erzählung die Geschichte der Südpol-Expeditionen näherbringt.

Sehr ausführlich wird auch die Vorgeschichte geschildert, genau wie die politische Situation im damaligen Europa oder die ersten Versuche den Pol zu erreichen. Dabei erfährt man auch interessante und amüsante Details beispielsweise dass Robbenfleisch ein gutes Mittel gegen Skorbut ist, dass es die Überlegung gab, gezähmte Eisbären statt Schlittenhunde als Zugtiere einzusetzen oder dass der Versuch, mit einem frühen Automobil übers Eis zu fahren, im Schnee stecken blieb. Kurz: spannende historische Lektüre.

Christian Jostmann, Das Eis und der Tod, C.H.Beck Verlag, 320 Seiten, 19.95 Euro.

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