Kritik: Ted
Alles was man bisher über Teddybären dachte oder wusste, kann man nun getrost vergessen. In „Ted“ rülpst und flucht der sprechende (und am Computer animierte) Plüschbär nicht nur unentwegt. Nein, er kifft, klopft politisch unkorrekte Sprüche und ist ständig hinter Frauen her. Obwohl die Spielzeugfirma, die ihn einst hergestellt hat, vergessen hat, ihn mit einem Penis auszustatten. Was unser Ted natürlich wütend in Beschwerdebriefen an die Firma beklagt. Verantwortlich für diesen kuriosen Gesellen ist Regisseur und Drehbuchautor Seth MacFarlane, der sich auch die rabiat komischen TV-Comichelden „Family Guy“ und „American Dad“ ausgedacht hat und der zudem, wie sein erster Realfilm durch zahlreiche Zitate zeigt, eine große Vorliebe für die Popkultur vergangener Jahre pflegt.
Ins Leben tritt dieser Ted Weihnachten 1985 in Boston als Geschenk für den kleinen John. Und weil der Knabe sich immer schon einen richtig guten Freund gewünscht hat, ist der Plüschbär plötzlich über Nacht quicklebendig. Ein Weihnachtswunder! Auch später noch ist er der ständige Begleiter des inzwischen erwachsenen John (Mark Wahlberg). Beide hängen den ganzen Tag gemeinsam rum, kiffen und schauen alte TV-Serien wie „Flash Gordon“. Was jedoch Johns Freundin Lori (Mila Kunis) zunehmend auf die Nerven geht. Schließlich muss er sich entscheiden zwischen ihr und dem Bären. Und das hat aufregende Folgen.
Zwar werden sich auch Kinder an diesem chaotischen Bären erfreuen, aber in allererster Linie richtet sich „Ted“ an ein erwachsenes Publikum. Und vor allem an 30- bis 40jährige Zuschauer, die sich noch an die TV-Serien der Achtziger erinnern können oder mit „Star Wars“ groß geworden sind. Genau für die ist dieser Film ein herrlicher nostalgischer Spaß. Und alle anderen werden sich zumindest über den ungewöhnlichsten Teddybären der Kinogeschichte amüsieren.
Ted, Regie: Seth MacFarlane, USA 2012, 110 Min., FSK: 12