Ein kleiner Beitrag zur Impfdiskussion

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Die Himmelsleiter – Sehnsucht nach morgen

Wir schreiben das Jahr 1947. Köln ist eine einzige Trümmerlandschaft. Den Bewohnern mangelt es an fast allem. Sie hamstern notgedrungen, stehlen und schmuggeln, unter anderem Altmetall über die sogenannte Himmelsleiter, einem verminten Weg über die Eifel ins nahe Belgien. Sogar die Kirche zeigt Verständnis für diesen oft illegal geführten Existenzkampf der ausgezehrten Menschen. „In schlechten Zeiten“, hat der Kölner Kardinal Josef Frings nach dem Krieg gepredigt, „ist alles erlaubt, was zur Erhaltung des Lebens und der Gesundheit notwendig ist“. Und in diese dunkle Zeit führt nun der ARD-Zweiteiler „Die Himmelsleiter – Sehnsucht nach morgen“. Einem fast schon zu opulent, zu schön von Regisseur Carlo Rola in Szene gesetzten Film, der auf den Kindheitserinnerungen des viel beschäftigten Drehbuchautors („Tatort“) und Krimi-Experten Peter Zingler (Jahrgang 1944) beruht.
Im Mittelpunkt der Geschichte steht Anna Roth, die von der wohl dafür doch etwas zu jungen Christiane Paul verkörpert wird. Ihr Mann, der wesentlich ältere Jude Adam (Ernst Stötzner), wird seit Jahren vermisst. Ihre drei Kinder und das Enkelkind haben ständig Hunger. Doch trotz aller Probleme hält die große Familie, zu der auch noch ein italienischer Schwiegersohn gehört, zusammen und versucht sich irgendwie über Wasser zu halten. So schwänzt beispielsweise Annas Sohn Michel (Jonathan Berlin) die Schule und schmuggelt Metall nach Belgien. Während seine Schwester Eva (Muriel Wimmer) als Liedermacherin bei dem ersten Kölner Nachkriegskarneval auftritt. Und Anna selbst jobbt als Schneiderin und gibt einem reichen Bauern (Henning Baum) Klavierunterricht. Einem sympathischen Mann, in den sie sich dann auch prompt verliebt.
Das sorgt bald schon für Konflikte, vor allem als der vermisste Adam plötzlich zurückkehrt. Aber nicht nur damit hat Anna dann zu kämpfen. Sondern sie hat einen prächtigen Gegenspieler in Gestalt des Armin Zettlers, einem ehemaligen einflussreichen lokalen Nazifunktionär und immer noch unglaublich schmierigen Opportunisten, den Axel Prahl mit spürbarer Freude und bis zur Grenze an die Parodie verkörpert. Dieser Zettler macht gleich nach dem Krieg sofort wieder lukrative Geschäfte, lebt vom Schmuggel im großen Stil, betreibt eine Kneipe und ein Kino, im dem bezeichnenderweise der erste deutsche Trümmerfilm „Die Mörder sind unter uns“ gerade läuft. Und er will nun unbedingt Annas ziemlich zerstörtes Haus kaufen, weil er es gewinnbringend weiter an die belgischen Besatzer verscherbeln kann.
Doch dabei hat er die Rechnung ohne die widerborstige Anna gemacht, die diesen Zettler abgrundtief hasst, seit dem er ihren jüdischen Mann in der Nazizeit verfolgt hat. So tobt auch in diesem Zweiteiler alsbald der offenbar – zumindest in vielen Spielfilmen – ewige Kampf zwischen Gut und Böse. Und der kommt hier zwar oft leider doch etwas klischeehaft und zudem ziemlich eindimensional daher, ist aber dennoch wegen der exzellenten Leistung der beiden Protagonisten gut zu ertragen und mit kleinen Abstrichen auch tatsächlich sehenswert.
Das alles und noch viel mehr schildert der äußerst aufwendig produzierte und unter anderem in Prag gedrehte Zweiteiler sehr ausführlich und äußerst detailverliebt, allerdings verzettelt er sich dabei bisweilen in eher nebensächliche Randepisoden. Und bei alldem erhält man als Zuschauer einen recht guten Einblick in eine Zeit, die man sich als Nachgeborener nur schwer vorstellen kann. Obwohl auch heute in Kriegsgebieten wie der ja gar nicht so weit entfernten Ost-Ukraine oder natürlich in Syrien Menschen mit ganz ähnlichen oder noch schwierigeren Problemen zu kämpfen haben. Und das macht dann dieses zeitgeschichtliche Drama leider auch höchst aktuell.

1. Teil, ARD, 27.02.2015, 20:15 Uhr
1. Teil, ARD, 28.02.2015, 01:10 Uhr / 2. Teil, ARD, 28.02.2015, 20:15 Uhr
2. Teil, ARD, 01.03.2015, 01:35 Uhr / 1. Teil, Eins Festival, 02.03.2015, 18:30 Uhr
1. Teil, Eins Festival, 03.03.2015, 07:00 Uhr / 1. Teil, Eins Festival, 03.03.2015, 12:30 Uhr
2. Teil, Eins Festival, 03.03.2015, 18:30 Uhr / 2. Teil, Eins Festival, 04.03.2015, 06:55 Uhr
2. Teil, Eins Festival, 04.03.2015, 12:30 Uhr

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Notlandung

Februar 26, 2015 1 Kommentar

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Tatort – Das Haus am Ende der Straße

Februar 21, 2015 1 Kommentar

Dass die Besten immer viel zu früh gehen, ist zwar eine Binsenwahrheit, aber bei Joachim Król stimmt sie. Seit 2011 ist der heute 57jährige Schauspieler im Frankfurter „Tatort“ als Hauptkommissar Frank Steier zu sehen gewesen, fünf Mal an der Seite von Nina Kunzendorf, und nun quittiert er mit seinem insgesamt siebten Fall leider den Dienst. Was besonders schade ist, da seine Filme stets zu den besten Beiträgen dieser Reihe gezählt haben. Dazu gehört jetzt auch „Das Haus am Ende der Straße“, ein gelungener Genre-Mix aus Psychothriller, Horrorfilm und menschlichem Drama, der von Regisseur Sebastian Marka nach einem Drehbuch von Erol Yesilkaya und Michael Proehl bis zum Schluss äußerst packend inszeniert ist.
Mal wieder steht der unter seinen Kollegen so unbeliebte Frank Steier, der zum Lachen vermutlich mit dem Fahrstuhl in die Tiefgarage fährt, vor einem Scherbenhaufen. Vor Gericht hat er als Hauptbelastungszeuge gerade eine schmerzliche persönliche Niederlage erlitten. Da er bei einem Einsatz, bei dem ein kleines Mädchen zufällig erschossen wurde, noch unter Alkohol stand, erscheint seine Aussage den Richtern als nicht belastbar. Daraufhin wird der Todesschütze, ein gewisser Nico (Maik Rogge), freigesprochen. Und polizeiintern der alkoholkranke Steier zu einem Entzug sowie einer anschließenden Therapie verdonnert. Doch das lässt der eigensinnige Kommissar natürlich nicht mit sich machen, und nach kurzer Überlegung quittiert er lieber seinen Dienst.
Doch da ihn auch weiterhin Schuldgefühle am Tod des Mädchens und am folgenden Freispruch des Täters quälen, lässt ihn dieser tragische Vorfall keine Ruhe. Als er zufällig erfährt, dass Nico mit seinem Bruder Robin (Vincent Krüger) und dessen drogensüchtiger Freundin Lisa (Janina Schauer) einen Einbruch plant, begibt er sich sofort und wie immer allein an den Tatort, eine Villa in einem Frankfurter Vorort. Dort ist gerade der überraschend zurückgekehrte Hausbesitzer von dem Trio getötet wurden. Ein Nachbar, der Ex-Streifenpolizist Poller (Armin Rohde), hat dies allerdings beobachtet und wird daraufhin von den Einbrechern verfolgt. Sie dringen schließlich sogar in sein „Haus am Ende der Straße“ ein, um ihn auszuschalten. Und erzählt wird dies in spannenden Szenen, die in ihrer düsteren Machart an amerikanische Horror-Klassiker erinnern. Dass dann auch noch auf einem Monitor der Abspann des blutrünstigen „The Texas Chainsaw Massacre“ kurz zu sehen ist, ist zwar eigentlich überflüssig, aber ein netter Insider-Scherz.
Doch dann nimmt diese Geschichte eine überraschende Wendung. Bei dem Versuch, Poller zu befreien, wird Steier plötzlich von ihm niedergeschlagen und zusammen mit den Einbrechern in einem Raum gesperrt. Der Ex-Polizist, der selbst nichts mehr zu verlieren hat und kurz davor stand, sich umzubringen, hat nämlich inzwischen beschlossen, an dem Gangster-Trio ein Exempel zu statuieren. Dabei geht er erstaunlich perfide vor. Und während nun im Polizeipräsidium Steiers Kollegen die Schnittchen für dessen Abschiedsfeier vorbereiten, entwickelt sich in dem Haus ein unglaubliches Psychospiel, das man als Zuschauer so schnell nicht vergisst.
Sehenswert ist aber auch neben Króls fast schon gewohnt guter Leistung vor allem Armin Rohde, der den tragisch gebrochenen ehemaligen Polizisten erschreckend glaubhaft und vor allem vielschichtig verkörpert. Dabei schwankt diese Figur tatsächlich zwischen eiskaltem Sadismus und warmer Fürsorglichkeit, entwickelt gar väterliche Gefühle für einen der jungen Gangster. Und vor allem trägt sie Züge, die der Kommissar erschrocken an sich selber erkennt. Umso überraschender ist dann der versöhnliche Schluss, bei dem sogar Steier ausnahmsweise mal lächelt. Aber natürlich nur ganz kurz, alles andere wäre ja auch völlig übertrieben.

ARD, 22.02.2015, 20:15 Uhr
Eins Festival, 22.02.2015, 21:45 Uhr / Eins Festival, 22.02.2015, 23:45 Uhr
ARD, 24.02.2015, 00:35 Uhr

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