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Beim Arzt

Soviel Zeit müsste eigentlich sein. Doch für die Mitarbeiter der äußerst modernen Tierarztpraxis ist unser Mops-Welpe „Herr Oskar“ einfach der Oskar oder gar das „Baby“ und manchmal auch der süße kleine Stinker. Dass diese Tierarztpraxis modern ausgestattet ist, merkt man übrigens allein schon an dem großen Flachbildschirm eines südkoreanischen TV-Geräte-Herstellers, der offenbar Arztpraxen in Hannover gleich großflächig mit genau diesen Flachbildschirmen ausgestattet hat. Die hängen nun in den Wartezimmern herum, was diesen zwar einen modernen Flair, aber keinen zusätzlichen Mehrwert verleiht. Denn zu sehen gibt es auf den Bildschirmen komischerweise nichts. Weder beim Tier- noch bei meinem Menschenarzt. Aber bestimmt hat es anfangs mal ein Bild gegeben, Ärzte lassen sich als studierte Menschen ja doch nicht einfach so übertölpeln!? Auch nicht von einem TV-Monitor-Placebo aus Südkorea!

Wenn Herr Oskar beim Tierarzt muss, ist das für ihn und auch für uns jedes Mal wieder ein kleines Abenteuer. Erst geht es eine gefühlte halbe Stunde mit dem Auto von unserer Wohnung gegenüber der Oststädter Dreifaltigkeitskirche nach Döhren in die Praxis, dort wird unser kleiner Mops von den Mitarbeiterinnen stets überschwänglich begrüßt: Der Baby-Mops ist wieder da … Dann geht’s ab ins Wartezimmer für Hunde, und da sitzen meist im Vergleich zu Oskar riesige Vertreter ihrer Rasse, die leider oft schlecht drauf sind. Auch Hunde gehen eben nicht gern zum Arzt.

Am meisten los ist in diesen Tierarztpraxen am frühen Abend und während der Sprechzeiten am Sonnabend. Beim letzten Mal wurden wir indirekt Zeuge eines Kaiserschnitts mit insgesamt sieben Hundebabys. Und wir lernten einen enorm großen Dackel mit offenbar genauso großen Stuhlgangsproblemen kennen, der psychisch nicht besonders stabil war wegen seiner schwierigen Kindheit in einer Berliner Plattenbausiedlung und anschließender Tierheimunterbringung. Ja, die Menschen haben beim Tierarzt so einiges zu erzählen.

Und Oskar? Ihm war das alles irgendwie nicht geheuer. Ängstlich saß er auf dem Schoß, danach wurde er zwar auch von seiner Ärztin als Hundebaby betüddelt, bekam aber bei der Untersuchung ein Fieberthermometer in den Allerwertesten. Dabei hatte er es doch mit den Ohren. Aber mit den Kleinen kann man es ja machen.

Kategorien:Uncategorized Schlagwörter:
  1. Juli 27, 2010 um 9:42 am

    Köstlich! Sehr gelacht. Dafür gibt es beim nächsten Besuch auch wieder ein Leckerli für Herrn Oscar.

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