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Filmkritik: R.E.D.

Gut Ding braucht Weile. Auch im Kino. So musste die beliebte englische Schauspielerin Hellen Mirren („Die Queen“) erst 65 Jahre alt werden, um dann endlich mal auf der Kinoleinwand mit einem Maschinengewehr gleich Dutzende von Bösewichtern feuernd umzunieten. Und das auch noch im weißen Abendkleid! Danach schlüpft sie in einen hellen Tarnanzug, entkommt so ihren Verfolgern und bedroht kurze Zeit danach erneut mit einer Waffe den Vize-Präsidenten der Vereinigten Staaten. – Unglaublich, aber wahr. All das und noch viel mehr geschieht auf durchweg amüsante Weise in der Action-Komödie „R.E.D.“. Wobei der Titel nicht für die Farbe „Rot“ steht, sondern für die angebliche US-Geheimdienstkategorie „retired, extremely dangerous“ für (wegen ihres Insiderwissens) hochgefährliche Agentenrentner.

Eine ganze Rentnertruppe tritt in dem Film des deutschen Hollywood-Exports Robert Schwentke („Fligthplane“) noch einmal an, um eine ziemlich komplizierte Verschwörung aufzudecken. Und bejahrte Actionhelden sind spätestens ja seit dem Erfolg von „John Rambo“ und zuletzt „The Expendables“ in Hollywood schwer angesagt, nicht zuletzt weil auch das Kinopublikum zunehmend älter wird und dann gern vertraute Gesichter in den Filmproduktionen sehen möchte. Solch ein vertrauter Haudrauf ist natürlich Bruce Willis, der zwar erst 55 Jahre alt ist, aber schon seit Jahren ausrangierte oder frühpensionierte Actionhelden spielt oder spielen muss. Nun also auch in „R.E.D.“.

Willis ist hier Frank Moses, früher ein knallharter Spezialagent der CIA. Mittlerweile aber lebt er zurückgezogen als Rentner in einer typisch amerikanischen Vorstadt, pflegt Haus und Garten. Und sein einziges Vergnügen sind neben seiner tollen Weihnachtsdekoration die Telefonflirts mit seiner Rentensachbearbeiterin Sarah (Mary-Louise Parker), einer entzückenden Stimme. So weit, so langweilig. Doch das soll sich schlagartig ändern, als urplötzlich ein vermeintliches Killerkommando Franks Haus überfällt, um ihn zu töten. Doch er weiß sich natürlich zu wehren, kann fliehen, entführt daraufhin die sich anfangs noch wehrende Sarah, weil er sie auch für bedroht hält. Und reaktiviert nun nach und nach seine früheren Mitkämpfer, um die Hintergründe des Anschlags aufzuklären.

Diese bejahrte Truppe hat es in sich. Sie setzt sich zusammen aus: dem irren Marvin Boggs (John Malkovich, 56 Jahre), der wegen seines üppigen LSD-Konsums nun unter Verfolgungswahn leidet. Dem scheinbar sanften Altersheimbewohner Joe Matheson (Morgan Freeman, 73), der elegant, aber gnadenlosen Killer-Queen Victoria (Helen Mirren) sowie dem russischen KGB-Rentier Ivan (Brian Cox, 64), mit dem Victoria einst ein offenbar prickelndes Verhältnis gehabt hat. Und genau diese Rentner-Truppe hat es immer noch faustdick hinter den Ohren, wie dieser Film zur Freude wohl nicht nur der älteren Zuschauer beweist.

Die Vorlage lieferte übrigens eine recht kurze Comicstory, die von den Drehbuchautoren nun eigens auf Kinolänge gleichsam aufgeblasen wurde. Was man der bisweilen nicht ganz schlüssigen Handlung und manchen seltsamen Wendungen auch anmerkt. Dennoch macht dieser Film wegen seiner gutgelaunt aufspielenden Starriege einfach Spaß. Und man kann daher nur hoffen, dass die schlagkräftigen Alten im wirklichen Leben noch lange nicht in Rente gehen. Das wäre einfach zu schade.

 

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