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Filmkritik: Machete

Das hat es noch nie in der Filmgeschichte gegeben. Zum ersten Mal lief in den Kinos ein Trailer für einen Film, der noch gar nicht gedreht war. Und den der Regisseur Robert Rodriguez („Sin City“) auch eigentlich gar nicht drehen wollte. Geschehen ist dies 2007 beim Filmprojekt „Grind House“, bei dem man also ein Werbefilmchen für das jetzt in unseren Kinos startende Actionspektakel „Machete“ zwar bestaunen konnte, doch gedacht war es nur als Fake oder als Scherz. Aber auf Druck von zahlreichen Fans des Kultregisseurs und seines ungewöhnlichen Hauptdarstellers, Danny Trejo, wurde aus diesem Insider-Gag nun blutiger Spaß.

Dass Trejo sich so engagiert für eine Realisierung von „Machete“ eingesetzt hat, wundert kaum. Der heute 66-Jährige, der als junger Mann wegen bewaffneten Raubüberfalls jahrelang in San Quentin einsaß, ist zwar als Nebendarsteller mit mehr als 100 Filmen eines der bekanntesten (Narben-)Gesichter Hollywoods und in fast jedem Rodriguez’ Film mit von der Partie gewesen, spielt aber jetzt zum ersten Mal eine Hauptrolle – und was für eine. Dennoch hat ihm sein Regisseur so bekannte Darsteller wie Robert De Niro, Steven Segal oder Don „Miami Vice“ Johnson an die Seite gestellt. Schauspieler, die in dem besagten Trailer allerdings noch nicht zu sehen gewesen sind.

Und der Film zum Trailer kann sich nun nicht nur sehen lassen, er ist wohl einer der besten Actionfilme des Jahres. Ein herrlicher Spaß für erwachsene Zuschauer, bei dem nach tolldreister Splatter-Art gleich kübelweise Blut vergossen wird und so viele Köpfe mit der Titel stiftenden Machete abgesäbelt werden, wie lange zuvor nicht im Kino. Trotz dieser filmischen Gewaltexzesse kann man sich darüber bestens amüsieren, weil diese Szenen so absurd übertrieben sind, dass man die gezeigte Brutalität zu keinem Zeitpunkt ernst nehmen kann und soll. Und wohl selbst Leute, die ansonsten kein Blut sehen können, können all das mit offenen Augen verfolgen. Zum Glück, denn die oft leicht bekleideten Frauen (Jessica Alba, Michelle Rodriguez, Lindsay Lohan) in diesem Film sind eine einzige Augenweide.

Stilistisch erinnert dieser Streifen an die schwarzen Actionfilme der siebziger Jahre, die gängige Thiller- oder Actionmuster auf die Lebenswelt der schwarzen US-Bevölkerung übertragen haben – bekanntestes Beispiel für dieses „schwarze Kino“ ist „Shaft“. Die Rolle der Afroamerikaner spielen hier nun die Mexikaner und mexikanische Einwanderer in die USA. Allen voran der Mann, den sie alle ehrfürchtig und aus gutem Grund Machete nennen. Ein Ex-Agent, der vor Jahren bei einem Einsatz Frau und Tochter verlor. Und der sich nun an die verantwortlichen Bösewichter von damals rächen will.

Dabei wird Machete zuerst Opfer einer Intrige um den ausländerfeindlichen US-Senator McLaughlin (De Niro), von seinen Sprüchen her ein amerikanischer Thilo Sarrazin. Dann jedoch nimmt unser Narbengesicht das Heft beziehungsweise seine Lieblingswaffe in die Hand, erobert zwischendurch trotz seines eher rustikalen Aussehens das Herz der schönsten Frauen und zettelt am Schluss sogar eine kleine mexikanische Revolution mitten in Texas an. Und die Geschichte ist tatsächlich so simpel, wie sie sich anhört, aber einfach toll und furios in Szene gesetzt. Von der ersten bis zur letzten Minute, in der im Abspann gleich zwei Fortsetzungsfilme angekündigt werden: „Machete kills“ und „Machete kills again“. Hoffentlich ist das nicht nur ein Scherz.

 

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  1. November 13, 2010 um 9:28 pm

    66 ist der Oo alter schwede…

    dafür hat er echt noch genial geschauspielert!

  2. sbia
    November 16, 2010 um 11:22 pm

    Trashig und … mit Steven Seagal! Niemand tötet Steven Seagal, außer… nein, man will ja nichts verraten.

    Einen dicken Minuspunkt hat der Film aber trotzdem, nämlich Jessica Alba – doch lest selbst: http://www.resurrection-dead.de/dailydead/Machete-Rodriguez-Robert-1779

  3. November 27, 2010 um 7:50 pm

    Ich fand den Film schlecht! Habe auch nen kurzen Artikel auf meinem Blog geschrieben.

    http://thiem.lima-city.de/27-11-2010/kinoabend-mit-machete/

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