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Kritik: Saw 3D: Vollendung

Alle Jahre wieder im Oktober (und bei uns ein paar Wochen später) wird in den amerikanischen Kinos geschrien, gefoltert und gemordet auf eine höchst bestialische Art. Die Opfer werden dabei stets auf einen Parcours geschickt, auf dem sie mörderische Aufgaben bewältigen müssen. Einen Ausweg gibt es für sie nur, wenn sie bereit sind, wirklich schlimmste Dinge zu tun. Und überwacht wird das Ganze von einem sadistischen Killer, dem Puzzle- oder besser: Jigsaw-Mörder (Tobin Bell).

Gestartet ist diese Filmreihe unter dem Titel „Saw“ (wie „Säge“) bereits 2004. Am erfolgreichsten war der zweite Teil, der allein in den USA 87 Millionen Dollar einspielte, danach ging es zwar kontinuierlich bergab, um jetzt bei dem angeblich letzten und siebten Teil der Reihe (Regie: Kevin Greutert) wieder anzusteigen auf bisher rund 40 Millionen Dollar. Gerechnet haben sich die Filme jedoch auch bei geringeren Einspielergebnissen, weil die Produktionskosten jedes Mal relativ gering gewesen sind.

Das Erstaunliche an den „Saw“-Filmen ist das Fehlen jeglichen Sinns. Auch auf eine logische Geschichte wird weitgehend verzichtet. So starb beispielsweise der vorher schon schwerkranke Jigsaw-Mörder in Teil 3, taucht aber jetzt im Finale körperlich völlig fit wieder auf. Ohne jegliche Erklärung. Was allerdings keinen Fan dieser Reihe auch nur im Ansatz stört. Denn im Vordergrund steht bei der recht treuen Zuschauergemeinde – in Deutschland etwa eine halbe Millionen Menschen – die reine Angstlust. Die Angst also vor brutal blutigen Bildern, die natürlich Ekel und Abscheu erzeugen. Die man dann aber im dunklen Kinosaal lustvoll mutig erträgt.

Und im siebten Teil gibt es sehr viel zu ertragen. Der aus früheren Teilen schon bekannte Nachfolger des Jigsaw-Mörders, der ehemalige Polizist Mark Hoffmann (Costas Mandylor), schlägt nämlich wieder zu. Richtig schlimm zur Sache geht es gleich in zwei kurzen Prologen, in dem man unter anderem eine von ihm konstruierte überaus monströse und natürlich tödliche Versuchsanordnung erlebt. So sieht man zwei junge Typen in einem Schaufenster, die sich entscheiden müssen, ob sie sich selber mittels Säge zerteilen oder ob ihre Geliebte, die gefesselt über ihnen schwebt, zersägt wird. Ein komisch sadistisches Dilemma natürlich. – Durch diese Prologe, die es in jedem „Saw“-Film gibt, wird der Zuschauer an das weitere meist noch grausamere Geschehen gleichsam herangeführt.

Im Mittelpunkt des Films steht dann der Buchautor und Psycho-Guru Bobby Dagan (Sean Patrick Flanery), der sich als überlebendes Opfer des Jigsaw-Mörders vermarktet. Was dessen Nachfolger Hoffmann natürlich nicht gefällt. Er kidnappt ihn daher kurzerhand, sperrt ihn in einen seiner bekannten Folter-Parcours ein und quält ihn dort genüsslich. Nun hat dieser Bobby also die Möglichkeit zu beweisen, ob er es tatsächlich schafft zu überleben. – Und was sich die Filmemacher dabei an Torturen ausgedacht haben und wie sie es im Detail und in 3D-Technik auch noch zeigen, spricht zumindest für ihre doch recht ausufernde Phantasie. Aber auch im wirklichen Leben gibt es ja unvorstellbare Grausamkeiten, die dennoch beispielsweise in Kriegen ganz real zur Anwendung kommen. Und zumindest im Kino soll damit nun im Fall von „Saw“ ja Schluss sein. Ein wirklich minimalster Fortschritt.

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