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Kritik: Sucker Punch

Der Mann ist gut im Geschäft: Zack Snyder, der 2007 mit der Comicverfilmung „300“ weltweit erfolgreich war, danach – ebenfalls nach einem Comic – „Watchmen“ inszenierte und nach diesen filmischen Gewaltorgien bei dem dann überraschend jugendfreien Animationsfilm „Die Legende der Wächter“ die Regie übernahm. Nun ist mit ihm bereits in Vorbereitung ein weiterer Teil der „Superman“-Reihe, der im Dezember 2012 in die Kinos kommen soll, und auch eine Fortsetzung von „300“, Arbeitstitel „Xerxes“, ist geplant. Umso größer waren die Erwartungen bei „Sucker Punch“ (deutsch etwa: „überraschender Schlag“), bei dem Snyder erstmals auch das Drehbuch verfasste. Und umso größer ist nun die Enttäuschung. In den USA ist der 82 Millionen Dollar teure Film bereits mächtig gefloppt. Und auch bei uns, wo der Streifen jetzt anläuft, ist trotz der großen Werbekampagne ein Erfolg eher fraglich.

Im Mittelpunkt des donnernden Actionspektakels steht das Mädchen Babydoll (Emily Browning), das nach dem Tod seiner Mutter von seinem abrundtief fiesen Stiefvater in eine finstere Irrenanstalt gesteckt wird. Dort soll es durch eine Lobotomie, eine heute zum Glück nicht mehr übliche Gehirnoperation, ruhiggestellt werden. Vor dem Eingriff flüchtet es sich in die Fantasie. Dabei verwandelt sich in seiner Vorstellung die Irrenanstalt in ein plüschiges Bordell, wo es und vier weitere Mädchen (Jena Malone, Vanessa Hudgens, Jamie Chung und Abbie Cornish) die Kunden mit Tänzen unterhalten soll. Und beim Tanzen erlebt es dann wilde Befreiungs-Fantasmen.

Der fantastische Budenzauber, den Snyder dafür angerichtet hat, ist visuell schon beachtlich. Man erlebt mit den übertrieben aufgebrezelten und meist in aufreizenden Schulmädchenkostümen steckenden Mädels Szenen extremer Gewalt, bei denen die seltsamsten Figuren, japanische Samurai-Kämpfer, komisch wirkende Wehrmachtssoldaten oder riesige Kampfmonster, gleich in Kompaniestärke ins Gras beißen. Selbst ein feuerspuckender Drachen taucht auf und muss besiegt werden. Und all das spielt in Welten, die eine Mischung sind aus Comic- und Computerspiel-Szenarien.

Doch was das alles eigentlich soll, das erschließt sich beim Zuschauen nicht. Und man muss wahrscheinlich mehrere Semester Pataphysik an der Universität Karthago studiert haben, um den Sinn hier auf die Spur zu kommen. Bloß wer hat das schon? Schlimmer noch die Mädchen selbst sind zwar erstaunlich schlagfertig, wirken aber erschreckend blutleer und völlig charakterlos. Ihr Schicksal ist einem dann ziemlich schnell egal, nur ihr Schauwert ist groß. Und selbst der Schluss ist ziemlich albern.

 

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