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Kritik: Wer ist Hanna?

In einer idyllischen Schneelandschaft jagt ein junges Mädchen, ein Teenager, einen Elch, bringt ihn schließlich überaus gekonnt mit Pfeil und Bogen zur Strecke und gibt ihm dann mit einem Revolver den Gnadenschuss mitten ins Herz. Danach wird die junge Jägerin plötzlich von hinten von einem Mann attackiert, und es kommt zu einem scheinbar dramatischen Ringkampf. Doch der Angreifer ist der Vater (Eric Bana) des Mädchens, der – wie man erfährt – seine Tochter Hanna (Saoirse Ronan) zur tödlichen Kampfmaschine trainiert – irgendwo in der Einöde Finnlands in der Nähe des Polarkreises. Doch was hier genau vorgeht, wer das Mädchen in Wirklichkeit ist und welche Rolle ihr Vater genau spielt, das erfährt man erst sehr spät im Verlauf des Films den Joe Wright („Abbitte“) irritierend, aufregend und spannend inszeniert hat.

Eines ist jedoch schon recht früh klar, hier geht es irgendwie um einen Komplott der CIA gegen Hanna, die offenbar ein dunkles mysteriöses Geheimnis hat. Und skrupellose Jägerin des Mädchens ist die Agentin Wiegler (Cate Blanchett), die man sich dennoch zwischendurch auch mal als Mutter der Kleinen vorstellen kann. Und natürlich gibt es noch viele weitere falsche Fährten in einer Geschichte, die Hanna bei ihrer Flucht vor Wiegler rund um den halben Globus führt. Dabei trifft sie auf wundersam schöne Schauplätze wie eine verwunschen wirkende Steinwüste oder einem von der Natur fast zurückeroberten Vergnügungspark mitten in Berlin.

Doch vor allem wird Hanna bei ihrer Flucht konfrontiert mit einer Welt, die sie – aufgewachsen in den Wäldern des Nordens – als moderner Kaspar Hauser nicht kannte: eine Welt mit Menschen und ihren eigentlich ganz normalen Bedürfnissen, mit Technik und anderen für sie völlig fremden Dingen. Dabei schlägt sie sich durch wie ein Actionheld in Mädchengestalt, ist aber stets neugierig, ein bisschen verunsichert und lernt so auch langsam sich selber kennen. All das wird keineswegs durchgehend realistisch erzählt, sondern der Regisseur präsentiert eine gelungene Mischung aus Thriller, Action, Mystery und klassischem Märchen, die sehenswert ist – wie die tolle inzwischen 17-jährige Hauptdarstellerin Saoirse Ronan, die zuletzt in Peter Jacksons „In meinem Himmel“ zu erleben gewesen ist.

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  1. fifot
    Juni 2, 2011 um 12:58 am

    Klingt interessant. Schöne Filmbesprechung.

  2. Flo
    Juni 4, 2011 um 4:44 pm

    Sehr interessant. Ich werde mir den Film mal anschauen.

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