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Hundeführerschein

„Willst Du mich verarschen?“, war die spontane Reaktion unseres Besuchs aus Österreich, als ich ihm beim Abendessen vom neuen Hundeführerschein erzählte. Von dem wir übrigens auch betroffen sind, weil wir unseren Mops Oskar erst ein Jahr haben. „Da“, sagte unser Besuch weiter, „werden mit unschöner Regelmäßigkeit Kinder von ihren Eltern schlecht behandelt oder gar misshandelt, da passiert kaum etwas. Stattdessen prüft ihr jetzt lieber von Amts wegen Hundehalter auf Herzen und Nieren“. „Hast ja Recht“, antwortete ich. „Aber wenn sich der Hundeführerschein bewähren sollte, gibt es bestimmt bald auch einen für Eltern. Es sei denn, unsere CDU-FDP-Regierung erinnert sich in diesem Fall plötzlich daran, dass sie eigentlich Bürokratie abbauen wollte.“

Jetzt also erst einmal einen Hundeführerschein, den niedersächsische Hundehalter allerdings erst ab Sommer 2012 besitzen müssen. Da wiederum haben wir dann unseren Oskar ja zwei Jahre lang und wären somit eigentlich nach den Bestimmungen davon befreit. Aber wer – außer den Bürokraten – kennt sich schon mit Gesetzen so genau aus. Und da wohl meine Frau das amtliche Papier erwerben wird, weil ich selber aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr so mobil bin, haben wir eine Zeitlang sogar befürchtet, dass nur noch sie als Führerscheininhaberin zukünftig mit Oskar legal Gassi gehen dürfte.

Diese Befürchtung stellte sich allerdings als falsch heraus. Weil nach dem Gesetz man nur einen Führerschein pro Familie benötigt. Dessen Besitzer trägt dann die Verantwortung auch für Leute wie mich, die keine staatlich geprüfte Ahnung beispielsweise von dem Wesen ihres Mopses haben. Und die zudem dazu neigen, auch mit Hunden antiautoritär umzugehen. Ich weiß, das geht nicht und ist falsch. Aber so bin ich nun einmal. Leider? Oder Gott sei Dank?

Jedenfalls kümmert sich der Staat, genauer: das Land Niedersachsen nun endlich um die Hunde, die Menschen sind dann als nächstes dran. Und unserem Oskar ist das sowieso alles völlig egal. Auch die Lästereien von Leuten wie unserem Besuch aus Österreich, der natürlich unbedingt noch anmerken musste, dass wir Deutsche uns mir Führern und dem rechten Schein ja sowieso gut auskennen würden. Das, dachte ich, muss der als Österreicher gerade sagen.

dazu:

Die Welt: „Hundeführerschein“ für Anfänger Pflicht

Kategorien:Uncategorized Schlagwörter: ,
  1. Mai 30, 2011 um 8:26 pm

    Das Weiß ja inzwischen jedes Kind, das ein Mops ein gefährliches Tier ist.
    Die CDU-FDP-Regierung kümmert sich halt um die Bürger ihres Bundeslandes.

  2. Violet
    Juni 1, 2011 um 4:00 am

    Also, hier in Kalifornien ist der Hund autonom und macht seinen eigenen Führerschein (ist allerdings noch freiwillig). Der Test ist der good citizenship test. Wenn der Köter bewiesen hat, dass er die Körpersprache seines Frauchens oder Herrchens versteht und ihn auch nicht schlägt oder beisst, z.B. weiss wie er sich zu verhalten hat wenn andere Hunde auftauchen, dann bekommt er dieses Zertfikat. Warum in Deutschland das alles Herrchen und Frauchen lernen sollen und der Hund nichts lernen muss, wissen wahrscheinlich allein die Hunderegulierer aus der Hunderegulierungsbehörde, haha. Viele Grüße aus LA.

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