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Kritik: Contagion

Die nächste Grippewelle kommt bestimmt. Und auch diesmal werden daran wieder viele Menschen erkranken oder gar sterben. Mit der Entstehung und den Auswirkungen einer tödlichen Seuche beschäftigt sich nun auch Steven Soderberghs Film „Contagion“ (deutsch: Ansteckung). Und er steht dabei zwar in der Tradition solch bekannter Filme wie „Outbreak“ oder „28 Tage später“, ist aber mehr als ein ganz gewöhnlicher Katastrophenfilm. Soderberghs Blick auf das tödliche Geschehen fällt betont sachlich aus, spekulative Horrorbilder sind die seltene Ausnahme und vor allem setzt er sich aus vielen Geschichten und Schicksalen zusammen, die wirklich rund um die Welt sich zutragen. Dabei wird der Regisseur solch bekannter Filme wie „Erin Brockovich“ und „Ocean’s Eleven“ von einem ungewöhnlich großen Schauspieler-Ensemble unterstützt darunter auch der Deutsche Armin Rohde oder Gwyneth Paltrow, die allerdings bereits nach zehn Minuten an der Seuche stirbt.

Der Film selbst ist streng chronologisch aufgebaut und beginnt, wie es heißt, am „Tag 2“. Was die Zuschauer vermutlich ein wenig irritieren wird, am Schluss aber dann mehr als Sinn macht. Anfangs sieht man Beth Emhoff (Paltrow), die mit Grippe-Symptome von einer Hongkong-Reise nach Hause zurückkehrt. Ihre Erkrankung verschlimmert sich schnell, auch ihr Sohn erkrankt, und ihr Mann Mitch (Matt Damon) muss mit ansehen, wie beide schließlich qualvoll sterben. Mitch selbst ist offenbar immun, versucht nun aber in höchster Sorge seine Tochter vor einer Infektion zu schützen. Was das Leben der Kleinen schlagartig völlig verändert. Gleichzeitig beschäftigt der plötzliche und unerklärliche Tod von Mutter und Sohn die staatlichen Gesundheitsinstitutionen.

Doch es wird noch dramatischer. Die Tod bringende Seuche breitet sich weltweit aus, sie wird zur globalen Pandemie. Natürlich ist das ein Fall nicht nur für die amerikanischen Seuchenexperten unter der Leitung von Dr. Ellis Cheever (Laurence Fishburne) und der Ärztin Dr. Erin Mears (Kate Winslet), sondern auch für die Genfer Weltgesundheitsorganisation, die geführt wird von Damian Leopold (Rohde). Fieberhaft suchen sie nach einem Impfstoff und vor allem nach dem Ursprung der Virus-Infektion. Medial unfreiwillig begleitet werden die Experten dabei von dem recht arroganten, aber überaus gewieften Blogger Alan (Jude Law), der darüber im Internet mit schließlich enormen (Leser-)Erfolg berichtet. Dieser Alan ist dann auch durchaus mitverantwortlich für das Auftreten einer zweiten Seuche: der Panik, die sich angesichts der tödlich unsichtbaren Gefahr rasant unter den Menschen ausbreitet und zu ersten Unruhen sowie Plünderungen führt.

Plastisch sichtbar wird diese Gefahr auch für den Kino-Zuschauer, der all dies an vielen, oft auch recht kurz geschilderten Einzelschicksalen verfolgt. Die dann mit statistischem Material und wissenschaftlichen Ausführungen unterfüttert werden. Und dieser bewusst sachliche Ton wirkt tatsächlich auf dem Betrachter wesentlich bedrückender oder bedrohlicher als es vordergründige Schreckensbilder bewirken könnten. Dabei verzichtet Soderbergh auf die sonst gern benutzten eingeblendeten Berichte von vermeintlichen Nachrichtensendungen, das Geschehen wird bei ihm allein vorangetriebenen durch die von der Seuche bedrohten und betroffenen Menschen. Und es wird mehr als deutlich, dass gefährliche Infektionskrankheiten einer der größten „Gewinner“ der Globalisierung sind. Was angesichts schon bekannter Krankheitserreger wie H1N1, BSE oder SARS nicht gerade beruhigend ist.

Kategorien:Uncategorized Schlagwörter: ,
  1. Oktober 21, 2011 um 8:37 am

    Jeden Tag eine neue Krise 🙂

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