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Kritik: Sebastian Fitzek – Der Augenjäger

Wir lieben unsere Psychopathen. Zumindest die, die ausschließlich in Büchern oder Filmen ihr mörderisches Unwesen treiben. Je verrückter und blutiger, desto bester. Und als Spezialist für solch aberwitzig-perverse Typen erweist sich nun erneut Sebastian Fitzek. Mittlerweile werden die Psychothriller des 40-jährigen Autoren in mehr als 20 Sprachen übersetzt, sein letzter Roman „Der Augensammler“ schaffte es im vergangenen Jahr sogar auf die deutschen Bestseller-Listen. Und nun folgt davon mit „Der Augenjäger“ die Fortsetzung. Ein zwar eigenständiges Werk, doch wer vorhat auch noch den „Augensammler“ zu lesen, sollte lieber gleich mit ihm beginnen. Zuviel wird im zweiten Band verraten.

Los geht’s fast wie in einem Softporno, doch nach dem etwas missglückten boulevardesken Anfang zieht Fitzek schnell die Spannung an und liefert eine klug konstruierte Geschichte ab, die aus mehreren Perspektiven erzählt wird. Und die bisweilen auch angenehm selbstironische Töne anschlägt. Im Mittelpunkt steht ein wahres Prachtexemplar an Psychopathen: der international bekannte Augenchirurg Zarin Suker, bei dem wirklich Genie und Wahnsinn mehr als eng beieinander liegen. Er wird von der wahnhaften Idee getrieben, Frauen die Augen öffnen zu müssen. Und das nimmt er leider tatsächlich wortwörtlich. Seine weiblichen Opfer, die alle etwas gemeinsam haben (was wird hier nicht verraten), entfernt er operativ die Augenlider, dann vergewaltigt er sie auf brutale Weise, um sie anschließend wieder laufen zu lassen. Und fast alle bringen sich anschließend um.

Diese irre Figur wird konfrontiert mit der aus der „Augensammler“ bereits bekannten blinden Physiotherapeutin Alina Gregoriev, die über mediale Fähigkeiten verfügt und von der sich die Polizei wichtige Erkenntnisse verspricht. Mit von der Partie ist auch wieder der Journalist Alexander Zorbach, der noch immer nach seinem entführten Sohn sucht. Und beide geraten schnell selbst in Todesgefahr. – Was sich Fitzek an fürchterliche Qualen für seine positiven Helden ausgedacht hat, ist schon beachtlich und nichts für empfindsame Leser. Außerdem gibt es gleich mehrere überraschende Wendungen. Und fast jedes der meist kurzen Kapitel endet mit einem Cliffhanger. Kurz: ein bis zum Schluss spannendes Buch mit einem offenen Ende. Fortsetzung folgt also.

Sebastian Fitzek, Der Augenjäger, Droemer Verlag, 428 Seiten, 19.99 Euro. Der Autor liest diesen Mittwoch im hannoverschen Raschplatz-Pavillon, Beginn 20 Uhr. Weitere Termine gibt es hier

 

 

Kategorien:Uncategorized
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