Archiv

Archive for Januar 2012

Kein Oscar für Uggie

Januar 28, 2012 1 Kommentar

Es ist ein Skandal. Einer der auffälligsten Akteure des vergangenen Kino-Jahres wurde bei den Oscar-Nominierungen einfach übersehen. Dabei hat er wirklich brillant eine wichtige Rolle in dem mehrfach nominierten Film „The Artist“ gespielt, als bester Freund des Hauptdarstellers, und war zuvor schon öfter im Kino aufgefallen unter anderem zuletzt in „Wasser für die Elefanten“. Dabei haben sich viele Freunde, die sein Talent zu würdigen wissen, für ihn eingesetzt und auch eine Gruppe bei Facebook kämpft gegen diese himmelschreiende Ungerechtigkeit. Eine Ungerechtigkeit, die nur einen einzigen läppischen Grund hat: Unser hochtalentierter Akteur ist ein Hund.

Sein Name ist Uggie, er ist ein Jack-Russel-Terrier und sein Schauspieltrainer heißt Omar von Muller. Und dieser von Muller hat jetzt nach einem Bericht von BBC-Online bekannt gegeben, dass sich Uggie nun im Alter von zehn Jahren aus dem Filmgeschäft zurückziehen werde. Er werde, sagte sein Trainer, vielleicht noch ein paar kleinere Auftritte absolvieren, aber für stundenlange Dreharbeiten fühlte er sich einfach zu alt. Und vielleicht auch zu frustriert, nachdem man ihn beim Oscar so bös ignoriert hat. Dennoch wartet womöglich auf Uggie eine Auszeichnung. Er wurde nominiert für ein Goldenes Halsband. Ein Preis, mit dem die besten Hunde-Auftritte im Kino und Fernsehen gewürdigt werden.

Während Uggie nun in die verdiente Rente geht, ist schon ein Nachfolger für ihn in Sicht: Sein kleiner Bruder Dash, der ihn schon bei einigen Szenen von „The Artist“ gedoubelt hat. Und ganz sollte auch Uggie die Hoffnung auf einen Oscar nicht aufgeben, schließlich gibt es ja einen für das Lebenswerk. Und in ein paar Jahren hat unser struppiger Terrier dann dafür auch das richtige Hundealter. Und wenn selbst das nichts wird, sollte er den Oscar-Verantwortlichen einfach ans Bein pinkeln. Wuff!

Kategorien:Uncategorized

Der Wulff und das Chaos

Januar 28, 2012 1 Kommentar
Kategorien:Uncategorized

Das kanadische Raumfahrtprogramm

Januar 27, 2012 1 Kommentar

Mehr dazu bei Focus.de

Kategorien:Uncategorized

Kritik: Drive

Männer und ihre Autos – das ist ein schier endloses Thema im Kino Hollywoods. Man denke nur an den Klassiker, Steve McQueen und seinen grünen Ford Mustang in „Bullit“, oder an die zahlreichen sportlichen Limousinen des James Bonds. Und das neuste Beispiel liefert nun in „Drive“ Ryan Gosling mit seinem 1973er Chevrolet Chevelle. Beide bilden gleichsam eine Einheit, strotzen vor Kraft und sind gemeinsam unschlagbar, besonders wenn sie durch das nächtliche Los Angeles kreuzen oder sich mit Polizeifahrzeugen ein wildes Katz- und Mausspiel liefern. Gleich zu Anfang des Films erlebt der Zuschauer dann auch eine der besten Verfolgungsjagden der letzten Jahre, die fast ohne die sonst üblichen Explosionen auskommt, beinahe handgemacht wirkt und die ihre Spannung tatsächlich aus der Ruhe heraus entwickelt.

Konsequenterweise bleibt die Rolle, die der neue Shootingstar Gosling hier spielt, den ganzen Film über namenlos. Er ist einfach der „Fahrer“. Und wenn man ihn nach seinem Beruf fragt, antwortet er wortkarg cool und knapp: „Ich fahre.“ Sein Geld verdient er nämlich als Auto-Stuntman beim Film, zusätzlich arbeitet er in einer Autowerkstatt und hilft Gangstern gelegentlich bei ihren Überfällen als Fahrer des Fluchtwagens. Und bei all diesen Jobs wirkt er stets beeindruckend emotionslos. Ja, er ist ein Typ, der kaum einmal eine Miene verzieht, dessen Gesichtsausdruck dennoch oft mehr verrät, als alle Worte es könnten. Eine tolle Leistung des 31-jährigen Gosling, der derzeit auch in „The Ides of March – Tage des Verrats“ im Kino zu erleben ist und der seinen Durchbruch als Schauspieler 2006 mit dem Independentfilm „Half Nelson“ erlebte.

Aber dann zeigt unser Fahrer plötzlich doch ungewöhnlich viel Gefühl. Und Schuld hat natürlich eine Frau. Zufällig lernt er seine Nachbarin Irene (Carey Mulligan) und ihren kleinen Sohn kennen und entwickelt zu den beiden spontan Zuneigung. Eine emotionale Spontaneität, durch die er seine Routine, seine klare Linie zu verlieren droht. Aber die Liebe zu einer Frau macht im Hollywood-Kino aus den härtesten Typen eben gern hilflos gefühlig handelnde Figuren. Als Irenes Mann aus dem Knast entlassen wird und kurz darauf von einem Gangster (Albert Brooks) wegen seiner Schulden gezwungen wird, für ihn einen Überfall auf einen Pfandleiher zu machen, hilft ihn unser Fahrer sofort völlig selbstlos. Doch die Sache läuft schief. Es fließt Blut, es gibt Tote. Und es folgt ein wahrlich feuriges Actionfinale.

Inszeniert hat diesen Film nach dem gleichnamigen Roman von James Sallis der Däne Nicolas Winding Refn („Walhalla Rising“), der damit seine erste Hollywood-Arbeit vorlegt, damit gleich den Regie-Preis bei den Filmfestspielen in Cannes gewonnen hat. Und dessen knallhart kompromisslose Hauptfigur an Arbeiten Clint Eastwoods erinnert. Dieser zur Einsamkeit verdammte Held scheint daher auch direkt aus dem Kino der Siebziger Jahre entsprungen zu sein und passt nicht mehr so recht in unsere Zeit der eher sanften oder psychisch gebrochenen Männerfiguren. Was ihn aber umso unterhaltsamer macht. Und dass ausgerechnet eine Frau ihm schließlich zum Verhängnis wird, auch das ist ein Zitat aus früheren Kino-Zeiten.

Doch wer wegen des Werbetrailers und seiner rasanten Szenen dennoch einen Action-Knaller im Stil der „Fast and Furious“-Reihe erwartet, der wird ziemlich enttäuscht sein. „Drive“ ist vielmehr ein Drama, ja auch eine Liebesgeschichte, mit Thriller-Elementen, bei der die zum Glück wenigen brutalen Bilder eher störend und sogar überflüssig wirken. Und er ist vor allem eins: ein spannender Film bis zur letzten Minute, der selbst in den Nebenrollen mit hervorragenden Schauspielern (beispielsweise Ron Perlman oder Bryan Cranston aus der Kult-TV-Serie „Breaking Bad“) besetzt ist.

Kategorien:Uncategorized

Womm!

Kategorien:Uncategorized

TV-Kritik: Der Mann, der alles kann

Eine Tatort-Phobie, die gab es wohl noch nie im Deutschen Fernsehen. Unter ihr leidet, verbunden mit Panik-Attacken, Robert Hellkamp (Peter Heinrich Brix). Früher war er ein echter „Bulle“, nun hat man ihn wegen seiner psychischen Beschwerden versetzt zur Akten-Pflege im hannoverschen LKA (das im Film offenbar auf dem Expo-Gelände zuhause ist). Und am liebsten würde ihn sein knallharter Chef (Ralph Herforth), der nie ohne „Eisen“ (sprich: Pistole) vor die Tür geht, in den vorzeitigen Ruhestand versetzten. Doch, wie sich in dieser leichten Krimi-Komödie zeigen wird, Robert ist „Der Mann, der alles kann“.

Aber um das zu beweisen, braucht Robert, der sich am liebsten daheim verkriecht, Ray Charles hört und einen antiken Volvo fährt, einen gewaltigen Anstoß. Und den holt er sich bei einem Friseur-Besuch samt Kopf-Massage. Dort lernt er die schon etwas angereifte Friseurin Rita (Anica Dobra) kennen, eine leidenschaftliche Hobby-Autorin. Und mit ihr wird er über einige komplizierte Umwege in einen Mordfall verwickelt. Da Rita irrtümlich glaubt, Robert sei Chef der Mordkommission, was ihm wiederum sehr schmeichelt, fängt er tatsächlich an, sich so zu benehmen und zu ermitteln. Und überwindet sogar seine Tatort-Phobie. Gleichzeitig entwickelt sich zwischen den beiden eine wunderschöne Romanze, bloß der Plan gemeinsam Essen zu gehen, der will einfach nicht gelingen. Ein lustiger Running Gag!

Dass die Liebe auch im Alter noch wahre Wunder vollbringen kann, ist die nette Botschaft dieses Films. Inszeniert hat ihn nach einem Drehbuch von Norbert Eberlein Annette Ernst, die von Anfang an die komödiantischen Töne betont. Zwar ist der Film keine Offenbarung, dafür fehlt ihm schon allein jegliche Tiefe, aber er liefert immerhin angenehme Unterhaltung und wäre sogar serientauglich. Außerdem besitzt er mit Brix einen wunderbaren Hauptdarsteller. Und Hannoveraner dürfen sich freuen: So schön und so idyllisch (die Altstadt!) in Szene gesetzt wurde ihre Stadt schon lange nicht mehr in einem Fernsehfilm.

ARD, 26.01.2012, 20:15 Uhr 
ARD, 03.02.2012, 10:30 Uhr

Kategorien:Uncategorized

Das hat er davon

Kategorien:Uncategorized
%d Bloggern gefällt das: