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Archive for Februar 2012

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Kritik: Wilsberg – Die Bielefeld-Verschwörung

Februar 18, 2012 3 Kommentare

Bielefeld gibt es nicht. Das weiß (fast) jeder Internetnutzer. Und die Beweise für die Nicht-Existenz dieser angeblich ostwestfälischen Stadt sind evident: Erster war man selber noch nie in Bielefeld. Zweitens kennt man keinen, der da wohnt. Und drittens ist der, der behauptet, aus Bielefeld zu kommen, selber Teil dieser Verschwörung. (Mehr verrät die Internetseite bielefeldverschwoerung.de.) Es ist also eigentlich umso löblicher, dass sich endlich eine große Fernsehanstalt diesem geheimnisvollen Thema annimmt.

Im neuen ZDF-„Wilsberg“-Fall (Regie: Hans-Günther Bücking, Drehbuch: Timo Berndt) ist auch ein etwas verwirrter junger Mann namens Nils Erdel (Daniel Roesner) felsenfest von der Bielefeld-Verschwörung überzeugt. Er sammelt allerlei Beweise für diesen Komplott, auch nächtliche Filmaufnahmen in einem Wald ganz in der Nähe des Ortes, wo angeblich die Perle Ostwestfalens liegen soll. Und als er sich schließlich von finsteren Gestalten bedroht fühlt, die seine Ermittlungen verhindern wollen, wendet er sich als Münsteraner natürlich an das bekannte Antiquariat mit dem noch bekannteren Privatdetektiven Georg Wilsberg (Leonard Lansink).

Doch der knurrige Schnüffler hält Nils für einen Spinner. Ganz im Gegensatz zu seinem Freund und Finanzbeamten Ekki (Oliver Korittke), der sich sofort von der Verschwörungstheorie überzeugen lässt. Schließlich war auch er noch nie in Bielefeld. Und so weiter. Als Nils plötzlich stirbt und sich sein Tod als Mord herausstellt, überschlagen sich die Ereignisse. Und dann erscheint auch noch Wilsbergs uralter Kumpel Manni auf der Bildfläche, der angeblich in Bielefeld lebt und arbeitet.

Die ganze Geschichte ist natürlich der pure Nonsens, der aber dennoch recht gut unterhält dank einiger netter Einfälle – beispielsweise „Bulle“ Overbeck (Roland Jankowsky) im Drogenrausch. Und dank vor allem des Wiedersehens mit Manni alias Heinrich Schafmeister, der lange Jahre zusammen in dieser Serie mit Wilsberg Münster unsicher gemacht hat. Hier sorgt er nun für hübsche Eifersüchteleien bei seinem Serien-Nachfolger Ekki. Und für den finalen Beweis, dass es Bielefeld doch gibt. Zumindest in diesem ZDF-Krimi, der ganz offensichtlich leider auch Teil der Verschwörung ist.

ZDF, 18.02.2012, 20:15 Uhr 
ZDF neo, 23.02.2012, 20:15 Uhr

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Adieu Wulff!

Februar 17, 2012 3 Kommentare
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Dafür wurde das Internet erfunden

Februar 16, 2012 1 Kommentar
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Neulich in Rumänien

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Japanische Hundeschule

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Seuchengefahr

Februar 14, 2012 1 Kommentar

 

Immer mehr Menschen vertrauen Doktor Google. Der hat nämlich kein volles Wartezimmer und keine mufflige Sprechstundenhilfe, sondern steht immer höflich bereit, wenn es einem irgendwo weh tut. Und dieser Service kostet vor allem kein Geld. Nur Schreiben muss man können. Wer diese Kulturtechnik noch einigermaßen beherrscht, der gibt in die Suchmaske bei Doktor Google die Krankheitssymptome ein, die ihn gerade quälen. Dann reicht ein Klick. Und schon erfährt der Ratsuchende, dass er mindestens sterbenskrank oder sogar noch schlimmeres sei. Und dazu werden ihm gleich ein paar Selbsthilfeforen im Netz genannt, wo er sich dann mit ähnlich Todgeweihten austauschen kann.

Ein richtig schnuckliger Service, auf den ich dennoch verzichten kann. Schließlich wohne ich in der hannoverschen Oststadt genau gegenüber der Dreifaltigkeitskirche. Und in diesem Stadtteil trifft man oft Menschen, die alles wissen, alles schon irgendwie durchgemacht haben, natürlich über Krankheiten jeglicher Art Bescheid wissen und einem das auch alles ungefragt erzählen. Nicht ohne Grund gibt es in unserem hübschen Viertel eine hohe Dichte an psychotherapeutischen Praxen.

Kürzlich ging ich jedenfalls mehr schlecht als recht – seit einer Erkrankung bin ich auf einen Gehstock angewiesen – zum Kiosk um die Ecke. Und wurde, kurz bevor ich den Laden erreicht hatte, von einem Mann, etwa Ende Fünfzig, angesprochen, den ich schon seit längerem vom Sehen kannte. Und natürlich duzte er mich. „Das wird auch nicht besser bei Dir“, begrüßte er mich. Nee, antwortete ich in aller Ausführlichkeit. „Hast wohl zuviel getrunken?“, fragte er mich. „Bier“, sagte ich. „Ach, das erklärt alles“, meinte er. „Bier bringt die Seuche. Das hat schon meine Oma gesagt“. Und dann folgte sein Rezept ewiger Jugend: „Ich trinke nur Schnaps, Kaffee und Rotwein, sonst hätte ich auch schon mehrere Schlaganfälle gehabt.“

Solch einen Oma geprüften Ratschlag findet man jedenfalls nicht bei Doktor Google, sondern den gibt’s umsonst und draußen eben bei uns in der Oststadt. Dennoch ignorierte ich die drohende Seuchengefahr und holte mir beim Kiosk drei Flaschen Herri. Ich bin halt mutig. Oder leichtsinnig?

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Neulich in Russland

Februar 14, 2012 1 Kommentar
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Fahrradsteuer

Wenn es um Steuererhöhungen und die Einführung neuer Steuern geht, dann sprühen unsere Politik nur so vor Esprit. Auch die kommunalen, die ja ansonsten doch eher bodenständig spröde sind. Und so ist es ein CDU-Stadtrat in Leipzig gewesen, der kürzlich eine Abgabe für eine große Gruppe von Verkehrsteilnehmern gefordert hat, die im Unterschied zu Autofahrern bisher steuerlich völlig ungeschoren davon kommt: die Radfahrer natürlich. Anlass dieser Forderung ist ein Streit in Leipzig gewesen um den mangelnden Winterdienst auf Radwegen, auf der der Stadtrat mit seinem provokanten und nicht ganz ernst gemeinten Vorschlag polemisch reagiert hat.

Doch davon einmal abgesehen. In einer Zeit, in der man in Hannover eine Bettensteuer – komischerweise nur für Hotels – einführen will, macht eigentlich auch so eine Fahrradsteuer Sinn. Schließlich verursachen Radfahrer Kosten: beispielsweise müssen Radwege geplant und eingerichtet werden, dann müssen sie gepflegt und im Winter zumindest teilweise geräumt werden. Das alles kostet Geld, für das die Steuerzahler aufkommen müssen, egal ob sie Rad- oder Autofahrer oder gar Fußgänger sind. Und das ist doch – Hand aufs Herz – ziemlich ungerecht, schließlich zahlen ja auch Nicht-Raucher keine Tabaksteuer.

Außerdem sollte die Politik dies konsequent zu Ende denken und gleich auch noch eine Fahrradhaftpflichtversicherung, eine Fahrradhauptuntersuchung alle zwei Jahre und eine Fahrradführerscheinpflicht einführen. Alles Maßnahmen, die weiteres Geld in die klammen kommunalen Kassen spülen würden. Und wer jetzt empört den Kopf schüttelt, sollte mal kurz einen Blick in die Geschichte wagen. Im ausgehenden 19. Jahrhundert kamen in Frankreich, Italien und in Teilen Deutschlands pauschale Steuern für den Besitz von Fahrrädern auf, die erst in den Vierzigern gestrichen und durch eine Kraftfahrzeugsteuer ersetzt wurden. Seitdem besteht diese schreiende Steuerungerechtigkeit, die sich durch eine Fahrradsteuer bequem lösen ließe. Und danach denkt man sich dann als nächstes eine Abgabe für Fußgänger aus. Denn wo ein Wille ist, da ist auch eine Steuer.

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Mundraub

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