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Chronicle – Wozu bist du fähig?

Superhelden werden immer alltäglicher. So vergeht kaum ein Monat, in dem in unseren Kinos nicht wenigstens ein meist skurriler Typ mit übermenschlichen Kräften und lockeren Sprüchen die Welt vor dem Bösen rettet. Kommende Woche startet mit „Marvels The Avengers“ gleich das neuste Beispiel. Doch zuvor läuft erst einmal „Chronicle – Wozu bist du fähig?“ an. Eine mit zwölf Millionen Dollar Kosten eher finanziell bescheidene Produktion, die aber in den USA an ihrem Startwochenende gleich satte 22 Millionen eingespielt hat. Und die vor allem frischen Wind in das doch arg strapazierte Genre bringt.

Inszeniert hat den Film der erst 27-jährige Kalifornier Josh Trank, der bei der TV-Mini-Serie „The Kill Point“ Regie geführt hat und nun seinen ersten Kinofilm vorlegt. Zwar agieren vorwiegend jugendliche Darsteller, dennoch ist „Chronicle“ kein reiner Teenie-Film, auch wenn man in der ersten Hälfte bisweilen durchaus den Eindruck haben könnte. Doch dann schlägt der Streifen wesentlich düstere Töne an und endet gar in einer menschlichen Katastrophe.

Im Mittelpunkt steht der 16-jährige Schüler Andrew (Dane DeHaan), dem es alles andere als gut geht. Seine Mutter ist sterbenskrank, sein Vater völlig überfordert und tröstet sich mit Fernsehen und Dosenbier. Und auch in der Schule ist Andrew ein Außenseiter, der von seinen Mitschülern gern gemobbt wird. Gleichwohl hält er sein Leben tagebuchartig mit der Videokamera fest, eine Leidenschaft, die seine Mitmenschen zuweilen höllisch nervt. Sein tristes Leben ändert sich schlagartig, als er mit seinen beiden Freunden Steve (Michael B. Jordan) und Matt (Alex Russell) eines Nachts im Wald zufällig ein tiefes Erdloch entdeckt. Neugierig klettern die drei hinein und kommen dabei mit irgendetwas – vermutlich Außerirdisches – in Berührung.

Was das sein könnte, verschweigt der Film jedoch konsequent und ist auch tatsächlich eher zweitrangig. Jedenfalls haben die drei urplötzlich übermenschliche Fähigkeiten, können allein mit ihren Gedanken Dinge bewegen und später sogar fliegen. Und wie 16-jährige Jungs nun einmal sind, nutzen sie ihre neuen Kräfte für Späße aller Art. Szenen, die auch für den Zuschauer durchaus lustig anzuschauen sind. Beispielsweise ein Talentwettbewerb, bei dem Andrew mit irren Jonglier-Kunststücken begeistert. Doch dann geschieht der erste böse Zwischenfall. Und dabei bleibt es dann leider nicht.

Selten zuvor konnte man im Kino Superhelden sehen, die so wenig super waren wie dieses Trio. Nein, die drei sind trotz ihrer Kräfte wahrlich keine Helden, sondern bleiben menschlich und besitzen vor allem eins: menschliche Schwäche. Allen voran der anfangs so schüchterne Andrew, den der 25-jährige Dane DeHaan erstaunlich sensibel verkörpert. Auch die anderen zwei aus dem Trio überzeugen schauspielerisch. Was an der ansonsten klug erzählten Geschichte jedoch ein wenig stört, ist die bewusst wacklige Kameraführung. „Chronicle“ ist nämlich ein sogenannter Found-Footage-Film, der auf scheinbar gefundenem Videomaterial auf YouTube oder in Blogs basiert. Ein ziemlich überflüssiger Schwindel.

 

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