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Marc Eisberg: Blackout – Morgen ist es zu spät

Viel Buch fürs Geld bekommt der Leser von Marc Elsbergs „Blackout – Morgen ist es zu spät“. Und vor allem ist der 800 Seiten lange Thriller bis zu seinem apokalyptischen Ende spannend sowie gespenstisch-realistisch. Doch der Reihe nach: Geschildert wird der terroristische Angriff auf eine der empfindlichsten Bereiche unserer Zivilisation: auf die Stromversorgung. In Italien und kurz danach in Schweden gehen urplötzlich die Lichter aus. Erst in einigen Städten und Regionen, dann landesweit. Und schließlich ist fast ganz Europa von diesem Blackout betroffen.

Schnell hat der Protagonist des Romans, der italienische Informatiker und frühere Computer-Hacker Piero Manzano den Verdacht, dass der Angriff aufs Stromnetz erst durch die in einigen Ländern neu eingeführten sogenannten intelligenten Stromzähler ermöglicht wurde. Sie erlauben den Energieversorgern nicht nur eine recht genaue Aufzeichnung der Verbrauchsgewohnheiten ihrer Kunden, sondern über sie lässt sich auch bei Zahlungsverzug von der Zentrale aus die Stromversorgung sperren oder einschränken. Für Kritiker jedoch sind diese Zähler ein großes Sicherheitsrisiko, ja, ein Einfallstor für Hacker und Terroristen. Dennoch sind sie bereits in einigen europäischen Ländern, in den USA und Kanada eingeführt wurden. Und in Österreich beispielsweise plant man ihre zwangsweise Einführung bis 2018 – trotz erster kritischer Stimmen, die nun durch Elsbergs genau recherchiertes Buch Unterstützung bekommen.

Beim Lesen wird einem jedenfalls Angst und Bange. So realistisch wirken die beschriebenen Folgen dieses Stromkollapses, der in wenigen Tagen das private und öffentliche Leben in Europa radikal verändert. Selbst die Behörden und Sicherheitsorgane können nur noch hilflos zuschauen und die immer knapper werdenden Notfallreserven notdürftig verwalten. Auch die Versorgung der Krankenhäuser und Atomkraftwerke mit Notstrom bricht langsam zusammen. Und schließlich gehen auch in den USA urplötzlich die Lichter aus.

Dem Wiener Journalisten und Strategieberater Elsberg ist mit seinem intelligent konstruierten Debüt-Roman tatsächlich ein filmreifer Stoff gelungen. Und dazu gehört natürlich auch ein Held wie der schon erwähnte Manzano, dessen Warnungen und Behauptungen von den Verantwortlichen anfangs ignoriert werden. Der dennoch hartnäckig versucht, die wahren Ursachen dieses Stromausfalls aufzudecken. Und der dabei zunehmend körperlich lädiert gegen Behörden und einem lange Zeit anonymen Gegner kämpfen muss. An seiner Seite natürlich eine hübsche junge Frau. So soll es sein. Und so werden wir es wohl auch bestimmt bald im Kino sehen können. Roland Emmerich, übernehmen Sie!

Marc Elsberg:  Blackout – Morgen ist es zu spät, 800 Seiten, Blanvalet Verlag, 19,99 Euro Der Autor liest am Dienstag, den 24.04., in der hannoverschen Buchhandlung Leuenhagen & Paris, Lister Meile 39, Beginn: 19.30 Uhr

dazu:

Telepolis: Intelligente Stromzähler: „Einfallstor für Angriffe“

futurezone: Smart-Meter-Zwang in Österreich

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