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Archive for April 2012

Gruppenzwang

April 18, 2012 1 Kommentar
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Ein bisschen Werbung

April 18, 2012 1 Kommentar
Kategorien:Uncategorized

Schnee im Sommer

April 15, 2012 1 Kommentar

Als ich kürzlich aus reiner Vorsicht die Nacht in einem eher kleinen hannoverschen Krankenhaus verbracht habe, war ich überrascht, dass sich dort die durchweg freundlichen Ärzte und Schwestern tatsächlich Zeit nehmen für ihre Patienten. Selbst die Krankenzimmer schauen freundlich und hell aus. Und es gibt in jedem der Drei-Bett-Zimmer an der Wand einen modernen Flachbildfernseher mit allerdings nur einer Fernbedienung. Und die Herrschaft über dieses wichtige Gerät hatte sich mein Bettnachbar, ein älterer Herr, durch einen längeren Aufenthalt erlegen. Mein zweiter Zimmernachbar spielte beim Fernseh-Verteilungskampf keine Rolle. Er hatte offenbar sogar vergessen, dass es Fernsehen überhaupt gibt.

Nachmittags schaute mein Bettnachbar jedenfalls das Regionalprogramm des WDRs, abends dann irgendeine komische Anwaltsserie auf Sat.1. Alles nicht mein Ding. Und nach 20 Uhr zum Hauptprogramm fing er plötzlich an, ständig umzuschalten. Orientierungslos von einem Sender zum nächsten. Und das Angebot an Sendern war groß. Das ging so eine Zeitlang, bis er schließlich mal einnickte und ich die Fernbedienung sofort einfach an mich nahm. Und auf „Aktenzeichen XY“ im ZDF schalte. Das schaue ich zwar sonst nie. Aber dieses Programm hatte für mich nun plötzlich etwas Tröstliches, weil es Leute zeigte, denen es noch dreckiger ging als mir.

Bei dieser Sendung kann man aber nicht nur Verbrecher jagen, sondern was lernen. Beispielsweise etwas über das schöne Koblenz. Dort wurde im letzten Sommer ein älteres Ehepaar brutal in ihrem kleinen Häuschen ermordet. Und so sah der Zuschauer anfangs in einem Filmchen, wie die späteren Mordopfer aus einem Urlaub zurückkehrten. Sie fuhren also vor ihr Haus, stiegen aus, das ZDF blendete dazu das Datum 7. Juli ein. Und ich rieb mir überrascht die Augen: Mitten in Koblenz und mitten im Sommer lag Schnee! Ja, tatsächlich jede Menge! Am 9. Juli, als die mittlerweile Toten dann von ihren erwachsenen Kindern entdeckt wurde, war immer noch alles tief verschneit.

Glaubt man dem eigentlich seriösen ZDF, dann hat es rund um Koblenz offenbar längst einen radikalen Klimawechsel gegeben. Eine bisher nur in „Aktenzeichen XY“ dokumentierte Tatsache, die meinen Bettnachbarn allerdings nicht irritierte. Der schaute ungerührt weiter auf den Fernseher und war wohl ganz froh, dass endlich wieder einer bestimmte, was geguckt wird. Und als am nächsten Tag seine Frau zu Besuch kam, wusste ich, dass er das nun einmal von zuhause aus kennt.

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Kritik: The Grey – Unter Wölfen

Tierfreunde und besonders Tierrechtsaktivisten schlagen am besten einen riesigen Bogen um Joe Carnahans Film. Denn für sie ist das hier Gezeigte richtig katastrophal. Das Bild des Wolfes, das in „The Grey – Unter Wölfen“ gezeichnet wird, ist das einer mörderischen Bestie, ja, eines vierbeinigen Monsters, das gnadenlos Jagd auf uns Menschen macht. Und das man deswegen am besten gleich abknallt. Genau dies ist auch die Aufgabe des Biologen und Jägers Ottway, der im Mittelpunkt der Story nach einer Kurzgeschichte von Ian Mackenzie Jeffers steht. Und der von dem Iren Liam Neeson souverän verkörpert wird. Von einem Schauspieler, der in der letzten Zeit gleich in mehreren und äußerst unterschiedlichen Rollen in unseren Kinos zu sehen gewesen ist.

Der nach dem Tod seiner Frau stark depressive Ottway arbeitet im Auftrag einer Ölfirma im fernen unwirklichen Alaska. Dort soll er die anderen Ölförderarbeiter mit seiner Flinte vor Wölfen und Bären beschützen. Als er für ein paar Tage auf Urlaub in die Zivilisation fliegt, geschieht ein folgenschweres Unglück. Das Flugzeug gerät in einen Schneesturm und stürzt in der eisigen Wildnis ab. Wie durch ein Wunder überleben acht Passagiere den Absturz, darunter natürlich Ottway. Die Überlebenden werden dann schon bald von einem Rudel Wölfe angegriffen. Angriffe, die sich in den nächsten Tagen wiederholen und nach und nach ihre Opfer fordern werden bis zum ganz bitteren Ende.

Erzählt wird also von einem tragisch verlaufenden Überlebenskampf einer bunt zusammengewürfelten Gruppe von Männern. Raubeinige Typen, die zwar in dem Film kaum Tiefe besitzen, mit denen man dennoch ein wenig mitzittert. Richtig beeindruckend sind aber die Naturaufnahmen, die unter realen Bedingungen bei einer Kälte von weit unter minus 30 Grad in Alaska entstanden sind. Und selbst die Schneestürme kommen dabei nicht aus dem Computer, sondern sind tatsächlich echt. Doch vor allem erschrickt man gar fürchterlich, wenn die Wolfsbestien immer wieder urplötzlich und unter schrecklichem Getöse angreifen. Hundebesitzer werden anschließend ihren Vierbeiner garantiert mit ganz anderen Augen ansehen. Schließlich schlummert selbst im süßesten Schoßhündchen noch ein kleiner böser Wolf.

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Polizeiruf 110 – Die Gurkenkönigin

April 14, 2012 5 Kommentare

Der Spreewald ist nicht nur ein hübscher Landstrich in der Nähe Berlins, sondern offenbar immer für einen Mord gut. Das beweist das ZDF ja nachhaltig mit seinen durchweg spannenden Spreewald-Krimis und nun auch die ARD mit ihrem neusten „Polizeiruf 110 – Die Gurkenkönig“. Wie der Titel verrät, handelt der von Ed Herzog inszenierte Film auch vom sogenannten grünen Gold des Ostens: den Gurken. Und von einem Vampir. Tatsächlich!

Solch ein Blutsauger überfällt anfangs die Gurkenfabrikantin Luise König in ihrer Fabrik, fesselt sie, schüttet Benzin aus und entzündet ein Feuerzeug. Doch bevor alles samt der „Gurkenkönigin“ in Flammen aufgeht, ist Polizeihauptmeister Krause (Horst Krause) gerade noch rechtzeitig zur Stelle, der in einem – angesichts seiner Leibesfülle! – wahnsinnigen Stunt die drohende Brandkatastrophe abwehren kann. Dabei aber seine Dienstwaffe verliert, mit der der als Vampire kostümierte Täter dann spurlos verschwindet.

Bei so einem skurrilen Fall (Drehbuch: Wolfgang Stauch) kommt selbst ein ansonsten unerschütterlicher Typ wie Krause ins Grübeln. Aber er ist natürlich nicht der einzige Ermittler in diesem Film. Wer die Krimi-Reihe öfter sieht, weiß, dass Krauses Potsdamer Vorgesetzte, die Kriminalhauptkommissarin Olga Lenski (Maria Simon), sich in der letzten Folge in den Schwangerschaftsurlaub abgemeldet hat. Doch beim verantwortlichen RBB mag man’s zumindest im Fernsehkrimi offenbar weiblich. Und so wurde als einmaliger Ersatz und Gast Sophie Rois verpflichtet, die nun die Kommissarin Tamara Rusch spielt. Eine wie allein ihr falsches Schuhwerk zeigt eingefleischte Städterin, die es nun in die tiefste Provinz verschlagen hat. Und sie macht ihren Job so gut, dass man sich weitere Krimi-Einsätze mir ihr wünscht. Zuvor hat sie übrigens schon einmal im österreichischen „Tatort“ an der Seite von Harald Krassnitzer eine Ermittlerin gespielt. Und auch mit Horst Krause hat die gebürtige Österreicherin bereits vor langer Zeit vor der Kamera gestanden: 1994 in Detlev Bucks Roadmovie „Wir können auch anders“.

Doch hier bereitet ihr nicht nur ein falscher Vampir Kopfzerbrechen, sondern die Überfallende selbst verhält sich einfach komisch, ja, scheint sich für die Hintergründe des Überfalls überhaupt nicht zu interessieren. Und da sie am nächsten Tag ihren 50. Geburtstag feiert, beschließen Rusch und Krause auch gegen den Willen der Gastgeberin an dem Fest teilzunehmen. Dabei werden sie dann mit einer Festgesellschaft konfrontiert, die es wahrlich in sich hat. Es gibt uralte Intrigen und Betrügereien, verschmähte Liebe und heimliche Leidenschaften. Und der Zuschauer erfährt aus berufenem Munde: „Gurkenfabriken machen nicht glücklich“. Gut zu wissen.

Doch all das kann eine Tamara Rusch nicht erschüttern, die mit großer Schnauze, lockeren Sprüchen („Ich darf das. Ich bin die Polizei.“) und mit an Columbo erinnernder Hartnäckigkeit ihren Job macht. Und sich dabei vor allem mit Susanne Lothar als Gurkenkönigin witzige Rededuelle liefert. Kurzum: ein ungewöhnlich leicht und dennoch äußerst phantasievoll inszenierter Krimi, der bestens unterhält. „War doch nicht schlecht“, meint dann auch Krause am Schluss. „Es hätte auch besser gehen können“, antwortet überraschend bescheiden die ansonsten so coole Rusch.

ARD, 15.04.2012, 20:15 Uhr 
Eins Festival, 15.04.2012, 21:45 Uhr / Eins Festival, 15.04.2012, 23:45 Uhr

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Ein toller Stunt

April 7, 2012 1 Kommentar
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Ein bisschen Werbung

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So macht man Fernsehen

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Kritik: Spieglein Spieglein – Die wirklich wahre Geschichte von Schneewittchen

April 5, 2012 2 Kommentare

Auch ein Pretty Woman wird älter. Noch vor wenigen Jahren hätte die heute 44-jährige Julia Roberts die hübsche Prinzessin gespielt, nun ist sie jedoch in dieser Schneewittchen-Verfilmung bereits reif für die fiese Königin. Eine Rolle, die der Hollywood-Star jedoch mit sichtbarer Freude ausfüllt. Und die ihr genügend Raum lässt, den nicht nur in ihrer Branche herrschenden Jugendwahn lustig durch den Kakao zu ziehen. So wird in einer der komischsten Szenen des Films vorgeführt, was eine alternde Königin in dieser Märchenwelt anstellen muss, um jung und hübsch auszuschauen. Da wird sie beispielsweise nicht nur in ein ekliges Schlammbad getunkt, sondern ihre Lippen werden mittels eines Bienenstichs aufgepumpt, während ihre Hände von kleinen Fischen faltenlos geschleckt werden. Und den Rest besorgen Würmer und Maden, die direkt aus dem RTL-Dschungelcamp zu stammen scheinen.

Doch die meisten Kummerfalten bereiten ihr ihre Stieftochter Schneewittchen, die von Lily, der 21-jährige Tochter von Phil Collins, gespielt wird. Sie ist tatsächlich bildhübsch, ähnelt ein wenig dem Schneewittchen aus dem Disney-Zeichentrickfilm und darf sogar am Schluss, ihr Name ihr halt verpflichtend, ein süßes Pop-Lied anstimmen. Doch bevor es zum fröhlich-märchenhaften Happy End kommt, erzählt der indischstämmige Regisseur Tarsem Singh erst einmal die gute alte Geschichte der Gebrüder Grimm. Eines der wohl bekanntesten Märchen der Welt, das in einer weiteren Variante unter dem Titel „Snow White and the Huntsman“ schon Ende Mai erneut ins Kino kommen wird mit Kristen Stewart als Schneewittchen und Charlize Theron als böse Königin.

Auch in Singhs Film „Spieglein Spieglein“ verstößt die Königin ihre Stieftochter, weil sie auf ihre Schönheit eifersüchtig ist. Doch in allerhöchster Not trifft die junge Frau im finsteren Wald hinter den sieben Bergen auf die sieben Zwerge. Lustige Gesellen, die sich liebevoll um sie kümmern und mit denen sie zusammen am Ende ihre Stiefmutter vom Thron stoßen wird, um dann einen natürlich auch bildhübschen Prinzen (Armie Hammer) zu heiraten.

Die eigentliche Geschichte hat Regisseur Singh, der neben zahlreichen Werbefilmen bisher nur mit „The Cell“, „The Fall“ und „Krieg der Götter“ drei Kinoproduktionen gedreht hat, also kaum verändert. Er hat ihr allerdings das Düstere und Bedrohliche eines typischen Grimm-Märchens genommen, sie zusätzlich mit netten Comedy-Gags und satirischen Einfällen aufgepeppt, so dass auch Erwachsene ihren Spaß haben werden. So ist der Märchenprinz hier ein rechter Depp, der sich bei einem Maskenball treffsicher als Esel kostümiert. Die Zwerge sind eine Art Gang, die auf federnden Stelzen im dunklen Wald Reisende überfallen. Und der leidgeprüfte Kammerdiener der Königin, den Komiker Nathan Lane amüsant verkörpert, wird zwischendurch sogar in eine Küchenschabe verwandelt.

All das und noch vielmehr spielt in einer Kulisse und in Kostümen (von Eiko Ishioka, die 1992 den Kostüm-Oscar für „Bram Stoker’s Dracula“ gewann), die richtig phantastisch und zuweilen surreal ausschauen. So entdeckt der Zuschauer immer wieder auf der Kinoleinwand Dinge, über die er staunen und sich erfreuen kann. Beispielsweise eine tatsächlich märchenhafte Winterlandschaft oder Szenen am Hof, die in ihrer üppigen Pracht an das alte Versailles erinnern. Und so entsteht tatsächlich ein bezaubernder Bilderrausch, der den Zuschauer bis zum süßen Schluss bestens unterhält.

Die Toilette des Todes

April 4, 2012 5 Kommentare
Kategorien:Uncategorized
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