Startseite > Uncategorized > Kritik: Stephan M. Rother – Ich bin der Herr deiner Angst

Kritik: Stephan M. Rother – Ich bin der Herr deiner Angst

Unter deutschen Krimiautoren scheint es seit einiger Zeit einen Wettstreit zu geben um die verrücktesten, die grausamsten Tötungsarten. Ganz vorne liegt derzeit Stephan M. Rother mit seinem neuen Psychothriller „Ich bin der Herr deiner Angst“. Obwohl der im niedersächsischen Bad Bodenteich lebende 43-jährige Autor und studierte Historiker zum Glück darauf verzichtet, die geschilderten Taten in ihrer ganzen Brutalität ausführlich zu beschreiben. Vieles wird also nur angedeutet und spielt sich dann vor allem in der Phantasie des Lesers ab.

Im Mittelpunkt steht der Leiter eines Hamburger Kommissariats für Tötungsdelikte, Jörg Albrecht, und seine junge Mitarbeiterin Hannah Friedrichs, aus deren Sicht weite Teile des Buches geschrieben sind. Gleich zu Anfang wird ein älterer Kollege der beiden in einem Sadomaso-Klub der Stadt auf unvorstellbar bestialische Weise ermordet. Als keine 24 Stunden später eine weitere hochschwangere Mitarbeiterin tot aufgefunden wird, hat nicht nur Albrecht den Verdacht, dass ein Mörder einen grausamen Feldzug gegen sein Ermittler-Team führt. Die Ermittlungen führen schließlich zu dem sogenannten „Traumfänger“-Mörder, einem einst angesehenen Psychologie-Dozenten, der vor über 20 Jahren eine Reihe von ausgeklügelten Morden begangen hat. Taten, bei denen er seine Opfer aus vermeintlich wissenschaftlichem Interesse mit ihren Urängsten tödlich konfrontiert hat.

Dummerweise sitzt dieser Psychokiller jedoch seit Jahren schon in Sicherheitsverwahrung in einer niedersächsischen psychiatrischen Klinik. Dennoch beschließt Albrecht den verrückten Professor, der ein wenig an Hannibal Lecter erinnert, in der Anstalt aufzusuchen. Und es entwickelt sich ein spannendes Psychoduell zwischen den beiden Männern. Obwohl der Schluss etwas überkonstruiert wirkt, ist Rother, der bisher als Autor von Fantasy- und Mittelalter-Romanen in Erscheinung getreten ist, ein packender und gut geschriebener Thriller gelungen. Und als amüsante Nebenfigur tritt in der Gestalt eines ehemaligen Hamburger Bürgermeisters sogar kein Geringer auf als Helmut Schmidt. Kettenrauchend, Schach spielend und dabei schwer über die Welt philosophierend. Halt wie im richtigen Leben.

Stephan M. Rother, Ich bin der Herr deiner Angst, Rowohlt Verlag, 576 Seiten, 9,99 Euro.

Weitere Infos auf der Homepage des Autors

Advertisements
  1. Es gibt noch keine Kommentare.
  1. No trackbacks yet.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: