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Kritik: Small Town Murder Songs

Schauplatz ist eine tief religiöse Mennonitengemeinde in der kanadischen Provinz Ontario. Teile der Bevölkerung sprechen sogar noch das alte Plautdietsch, eine mit dem Niederdeutschen verwandte Sprache der altevangelischen Mennoniten. Und in den Schoß dieser Kirche ist auch wegen seiner zweiten Ehe gerade der alternde Kleinstadtpolizist Walter (Peter Stormare) zurückgekehrt, der jedoch von der Gemeinde nicht besonders respektiert wird. Offenbar neigt er zu Gewaltausbrüchen, die er nur mühsam gelernt hat zu unterdrücken. Und außerdem gibt es noch einen schlimmen peinlichen Vorfall, an dem er beteiligt gewesen ist, über dessen Einzelheiten man jedoch als Zuschauer kaum etwas erfährt.

Dann geschieht plötzlich ein grausamer Mord an einer jungen Frau, die tot an einem See in der Nähe der Kleinstadt aufgefunden wird. Wer jetzt jedoch einen klassischen Krimi oder Thriller erwartet, der wird von „Small Town Murder Songs“ enttäuscht sein. Es fehlen überraschende Wendungen, genauso wie explosive Actionszenen. Und auch die Ermittlungsarbeit der Polizei wird eher beiläufig geschildert. Sie führt recht bald zu Walters ehemaliger Freundin Rita (Jill Hennessy) und deren neuen Lebensgefährten Steve (Stephen Eric McIntyre). Ein streitsüchtiges Paar, mit dem unser Polizist zuvor schon aus Eifersucht handfeste Auseinandersetzungen gehabt hat. Und auch jetzt beschließt Walter die Sache selber in die Hand zu nehmen.

Was der kanadische Regisseur Ed Gass-Donnelly hier inszeniert hat, ist jedoch vor allem eine düstere Charakterstudie eines mit sich selbst hadernden Polizisten, eines Außenseiters in einer engen und beengenden Gemeinschaft. Und untermalt wird die recht spröde Handlung durch die nach Indianer-Folklore klingenden Country-Songs der Band Bruce Peninsula, die oft im Kontrast stehen zu der Stimmung der schweren erdigen Bilder. Alles zusammen ergibt einen ungewöhnlichen Arthouse-Film, der dank vor allem seiner zentralen Figur durchaus spannend ist. Und gespannt sein kann man auch auf Gass-Donnellys nächsten Film, der wohl dann eher nicht in unseren Programmkinos laufen wird. Er heißt: „The Last Exorcism 2“

Small Town Murder Songs, Regie: Ed Gass-Donnelly, Kanada 2010, 75 Min., FSK: 12

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Kategorien:Uncategorized Schlagwörter:
  1. Februar 14, 2013 um 6:58 pm

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