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Kritik: Sleep Tight

Die Spanier spielen nicht nur exzellent Fußball. Nein, sie drehen inzwischen auch wunderbare Horrorfilme, die weltweit bei den Kinozuschauern für die erhoffte Gänsehaut sorgen. Zu den bekanntesten Regisseuren des Grusel-Genres zählen Juan Carlos Fresnadillo („28 Weeks Later“) oder Juan Antonio Bayona („Das Waisenhaus“) Und eben das Duo Paco Plaza und Jaume Balagueró, das 2007 mit „[REC]“ international für Furore sorgte. Die Folge war ein Jahr später ein Hollywood-Remake dieses vorwiegend mit der wackelnden Handkamera erstellten Zombiestreifens. Und natürlich von Plaza und Balagueró verantwortete Fortsetzungsfilme, die in absehbarer Zeit wohl auch wieder in unseren Kinos laufen. Dennoch fand letzterer jetzt Zeit mit „Sleep Tight“ einen völlig zombiefreien Horrorstreifen, ja einen klassischen Gruselschocker zu drehen.

Schauplatz ist schon wie bei „[REC]“ fast ausschließlich ein düsteres Mehrfamilienhaus mitten in Barcelona. Doch das Monster des Films ist hier ein Mensch: der Hausmeister César (Luis Tosar). Ein nach außen freundlicher und hilfsbereiter Typ, der aber nie gelernt hat, glücklich zu sein. Und der seine Befriedigung einzig daraus zieht, andere Menschen leiden zu sehen. Sein wichtigstes Opfer ist die hübsche Clara (Marta Etura). Eine junge Frau, die stets lächelt und das Leben offenbar genießt. Auf perfideste Art unternimmt César nun alles, dass sie das Lachen endgültig verliert. Dazu dringt er sogar regelmäßig nachts heimlich in ihr Appartement ein. Und natürlich überschlagen sich bald die Ereignisse.

Obwohl dieser César ein fürchterlicher Psychopath mit einer schrecklichen Obsession ist, gelingt es dem Regisseur und seinem hervorragenden Hauptdarsteller diese Figur oft so zu schildern, dass der Zuschauer mit ihr tatsächlich mitleidet. Bevor diese dann eine weitere unfassbare Tat begeht. Ein gemeines Spiel, das perfekt inszeniert und gespielt ist. Und richtig gemein ist nicht nur der Titel, der auf Deutsch „Schlaf schön“ bedeutet, sondern auch der Schluss, bei dem César zum ersten Mal in diesem Film für einen Moment lächelt. Kurz: der bisher beste und intelligenteste Horrorfilm dieses Sommers.

Sleep Tight, Regie: Jaume Balagueró, Spanien 2011, 100 Min., FSK: 16

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