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TV-Kritik: Mann kann, Frau erst recht

Bei Verkleidungskomödien denkt man als Fernsehzuschauer fast reflexartig an Charleys-Tanten-Klamauk. Dass es auch anders und vor allem besser geht, beweist jetzt ausgerechnet SAT.1 mit Florian Gärtners Fernsehfilm „Mann kann, Frau erst recht“. Im Mittelpunkt steht Tine, die vor Jahren als Hoffnung des Journalismus gegolten hat. Inzwischen hat sie die 30 hinter sich, ist alleinerziehende Mutter und sucht immer noch verzweifelt einen Job als Journalistin. Als ihr Freund Frank, ebenfalls ein Schreiberling, sie betrügt, wirft sie ihn raus und schwört Rache. Unter seinem Namen nimmt sie daher am Schreibwettbewerb des Männermagazins „Hombre“ teil und reicht einen Text ein mit dem eindeutigen Titel „Mein kleiner Schwanz“.

Das für einen Mann ja höchst ungewöhnliche Bekenntnis schlägt ein wie eine mediale Bombe. Tine gewinnt nicht nur als Frank den Wettbewerb, sondern erhält von der Verlegerin eine Festanstellung. Sie beziehungsweise er soll für frischen Wind beim kriselnden Männermagazin sorgen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten spielt sie immer perfekter die Rolle des Mannes. Doch dann verliebt sie sich ausgerechnet in ihren Chefredakteur (Tom Wlaschiha), natürlich ein Prachtexemplar von Macho. Und wie die Geschichte ausgeht, ahnt jeder, der schon einmal eine Beziehungskomödie gesehen hat.

Doch trotz der vorhersehbaren Story und trotz zahlreicher Versatzstücke aus dem Klischeebaukasten ist diese Komödie erstaunlich unterhaltsam. Das liegt vor allem an der Hauptdarstellerin Theresa Scholze, die in beiden Geschlechtern zu überzeugen weiß. Aber auch an dem Drehbuch von Gärtner und Götz Marx. So wird beispielsweise amüsant gezeigt, wie sich sogar die Sprache Tines verändert, wie sie also männlicher wird. Dann erfährt der Zuschauer, dass Til Schweiger die Titelrolle in einer Verfilmung von „Mein kleiner Schwanz“ spielen will. Und richtig lustig ist eine fiktive Talkshow mit Hugo Egon Balder unter dem Titel „Schwanzvergleich – Ist unsere Männlichkeit in Gefahr?“, für die auch Bushido angekündigt wird – mit dem Statement „Auch ich würde mich outen, aber leider gibt es keinen Grund!“

Sat 1, 28.08.2012, 20:15 Uhr

 

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