Archiv

Archive for August 2012

Strike Back: Project Dawn

August 24, 2012 1 Kommentar

Es klingt zynisch, aber Terror sorgt im Fernsehen tatsächlich fast immer für hohe Einschaltquoten. Das hat in den letzten Jahren der weltweite Erfolg der kongenialen Actionserie „24“ gezeigt, und jetzt folgt als neuestes Beispiel „Strike Back: Project Dawn“. Ein Mehrteiler, den RTL 2 in fünf Doppelfolgen in jeweiliger Spielfilmlänge ausstrahlt. Die Serie basiert auf einen Bestseller des Engländers Chris Ryan (übrigens ein Pseudonym) und ist eine sehr freie Fortsetzung – unter anderem mit völlig neuem Personal – der britischen Spielfilmreihe „Strike Back“, die ebenfalls der kleine Bruder von RTL gezeigt hat.

In dieser mittlerweile nun amerikanisch-britischen Koproduktion geht es um den internationalen Terroristen Latif (Jimi Mistry), der das „Project Dawn“ plant. Gemeint ist damit ein Anschlag mit Massenvernichtungsmitteln in den USA. Sein Gegner ist die britische Antiterroreinheit „Section 20“, die eiskalt geleitet wird von (Kerle, jetzt müsst ihr ganz hart sein!) einer Frau, von Eleanor Grant (Amanda Mealing). Diese schlagkräftige Truppe hat die Lizenz zum Töten, wovon sie in der Serie auch reichlich Gebrauch macht. Und sie verfolgt den leicht irren Latif durch die halbe Welt. Schauplätze sind unter anderem Ungarn, Tschetschenien, Indien und Südafrika.

Natürlich gibt es in der Section 20 auch zwei herausragende Figuren, die oft fast im Alleingang ganz Terrorbrigaden in die ewige Jagdgründe schickt: Der britische stets regelkonforme Elitesoldat Michael Stonebridge (Philip Winchester) und der ehemalige US-Delta-Force-Agent Damian Scott (Sullivan Stapleton). Ein Hallodri und Frauenheld, der in jeder Doppelfolge eine Bettszene zu absolvieren hat. Und diese beiden Typen sind zwar knallhart, auch ein wenig skrupellos, haben aber leider nicht die Ausstrahlung des „24“ Helden Jack Bauer. Dennoch, was die Action angeht, braucht sich diese Serie nicht vor explosiven Vorbildern zu verstecken. Und am Ende der zehn recht unterhaltsamen Folgen werden überraschenderweise sogar – besonders für die USA und England – unangenehme Dinge über den Irakkrieg angesprochen. Eine Fortsetzung der Serie läuft bereits in den USA.

RTL 2, Sonntag, 22.35 Uhr

Kategorien:Uncategorized Schlagwörter: ,

Tatort: Hanglage mit Aussicht

August 24, 2012 1 Kommentar

Der Termin ist geschickt gewählt. Nach der langen Sommerpause der „Tatort“-Reihe ist der Zuschauer schließlich froh, dass von diesem Sonntag an endlich wieder neue Fälle gezeigt werden. Und da der von Sabine Boss inszenierte Film bei vielen durch schöne Natur- und Landschaftsaufnahmen bestimmt hoffentlich angenehme Urlaubserinnerungen wachrufen wird, ist man beim Betrachten dieses Luzerner-„Tatorts“ (Drehbuch: Felix Benesch) eher gnädig gestimmt. Dennoch ist nicht zu übersehen, dass der gezeigte Film für die beliebte Reihe von unterdurchschnittlicher Qualität ist, formal wie inhaltlich.

Schauplatz ist die auch real vorhandene Wissifluh oberhalb des Vierwaldstättersees. Eine „Hanglage mit Aussicht“, auf der sich der alte Gasthof der Familie Arnold befindet Am 1. August, dem Schweizer Nationalfeiertag, findet dort wie jedes Jahr ein kleines Fest statt. Dazu reist auch der Investor Gross an – mit einem Hubschrauber, der nicht nur mächtig Staub aufwirbelt. In seiner Begleitung ist der wichtige Lokalpolitiker Mattmann (Jean-Pierre Cornu), der im Lauf des Abends in einer kleinen Rede seine Zuhörer ermahnt: „Die Schweiz gehört uns allen“. Doch zu diesem Zeitpunkt liegt Gross bereits tot an der Seilbahnstrecke.

Als Kommissar Reto Flückiger (Stefan Gubser) und seine Assistentin Liz Ritschard (Delia Mayer) am nächsten Morgen die Ermittlungen aufnehmen, ist schnell klar: Gross ist aus der Seilbahn gestoßen wurden. Hauptverdächtiger ist der aufbrausende Rolf Arnold (Peter Freiburghaus), der den Investor schon kurz nach seiner Ankunft als Lumpenhund und Spekulant beschimpft hat. Auch ein Motiv hat der alte Gastwirt und Bergbauer: Seine Tochter (Sarah Sophia Meyer) hat mit dem wesentlich älteren Mann ein von ihm unerwünschtes Verhältnis gehabt. Außerdem bestanden offenbar Pläne, den hoch verschuldeten Gasthof für viel Geld umzubauen. Obwohl die Indizienlage gegen Arnold spricht, glaubt der Kommissar nicht an dessen Schuld und ermittelt weiter. Dabei stößt er bald auf eine Spur, die üble Machenschaften erahnen lässt zwischen Politikern, einer Bank und Immobilienhändlern. Ist Arnold also das Opfer einer Verschwörung? Und wer hat dann Gross aus der Seilbahn gestoßen?

Erzählt wird hier ein klassischer „Wer war es“-Fall, dem jedoch überraschende Wendungen und aufregende Szenen fehlen. Schon der Titel, der an Immobilienanzeigen erinnert, deutet ja bereits an, wo der Täter vermutlich zu suchen ist. Zudem sind die Dialoge meist recht banal. Sie erläutern bisweilen sogar überflüssigerweise Dinge, die der Zuschauer eh gleich im Bild sieht: „Jetzt müssen wir Gas geben, Mattmann wartet schon“. Und auf diese Art hat man bereits in den siebziger Jahren Krimis gedreht. Ein Stilelement, das heute jedoch nur noch angestaubt und auf den Zuschauer entsprechend narkotisierend wirkt.

Einziger Lichtblick ist Kommissar Flückiger, der in seinem dritten „Tatort“-Fall bärbeißige Einzelgänger-Fähigkeiten – allerdings mit angezogener eidgenössischer Handbremse – entwickelt, sich dabei ganz unterhaltsam mit Lokalgrößen und Vorgesetzten anlegt. Und sich auch mit seiner Assistentin ein paar nette Nickligkeiten gönnt. Doch bei aller Kritik, einer zumindest wird von diesem Krimi profitieren: der Wirt von der echten Wissifluh, der bestimmt neue Gäste begrüßen wird. Ihm sei das zwar aufrichtig gegönnt, aber muss man deswegen gleich einen 90minütigen Film drehen?

ARD, 26.08.2012, 20:15 Uhr 
Eins Festival, 26.08.2012, 21:45 Uhr / Eins Festival, 26.08.2012, 23:45 Uhr

Kategorien:Uncategorized Schlagwörter: , , ,

Die spinnen, die Japaner

August 23, 2012 1 Kommentar
Kategorien:Uncategorized

Glück gehabt!

August 22, 2012 2 Kommentare
Kategorien:Uncategorized

Womm!

August 22, 2012 1 Kommentar
Kategorien:Uncategorized

Domian

Ein Fernseher im Schlafzimmer ist was Feines. Solch ein Gerät ist zumindest für mich eine perfekte Einschlafhilfe. Wichtig ist allerdings das richtige Programm. Spielfilme beispielsweise sind überhaupt nicht zum Einschlafen geeignet. Dafür fehlt ihnen meistens die notwendige Monotonie. Und viel zu oft wird die Handlung auch noch von dramatischer Musik begleitet. Ein Ding der Unmöglichkeit.

Eine sichere Bank dagegen ist im WDR „Domian“. Ein lieber Typ, dem die Leute am Telefon von ihren Ängsten und Sorgen berichten. Und wenn der Jürgen Domian selber nicht mehr weiter weiß, dann sagt er stets zu seinem jeweiligen Anrufer: „Leg bitte auf. Meine Psychologin Gaby ruft Dich gleich zurück.“ Im Fernsehen heißen nämlich alle Psychologinnen Gaby und ihre männlichen Kollegen Stefan. Leider ist Domian, der fünfmal die Woche im WDR-Nachtprogramm zu sehen ist, im Juli für zwei Monate in die Sommerpause verschwunden. Und ich hätte deswegen fast selbst eine Krise bekommen, schließlich hat das ZDF zuvor schon meine sonntäglichen Schlafpillen „ZDF-Nachtstudio“ und das „Philosophische Quartett“ eingestellt.

Aber zum Glück für mein nächtliches Wohlbefinden habe ich Alternativen entdeckt. Beispielsweise die Informationssender Phönix und ZDF Info. Dort läuft entweder eine Dokumentation über Adolf Hitler. Oder wenn ausnahmsweise nichts über Hitler läuft, dann gibt es einen Reisebericht über die weiten Sibiriens oder die Bären Alaskas. Alles echte Einschlafknaller. Geeignet sind auch Privatsender mit ihren sogenannten Dokus. In denen sind derzeit Detektive schwer angesagt, die Versicherungsbetrüger und andere Halunken jagen. Oder es werden deutsche Männer gezeigt, für die eine Zwangsheirat eine echte Alternative wäre. Und diese Männer begeben sich nun oft in Begleitung ihrer Mütter im Ausland auf Brautschau. Da geschehen dann Dinge, die glaubt man nicht. Und führen bei mir schnell zu einer Art Vollnarkose.

Domian ist daher zwar keinesfalls alternativlos. Dennoch bin ich froh, dass er Anfang September wieder auf Sendung geht. Und wer spätnachts mal an unserem Haus in der Oststadt vorbeigeht und einen Fernseher flimmern sieht, der weiß also spätestens jetzt, dort schlafe ich fest bei Domian.

Kategorien:Uncategorized Schlagwörter: ,

Fleißarbeit

Kategorien:Uncategorized

Kritik: Magic Mike

Eine Warnung gleich vorweg: Männer sollten sich ganz genau überlegen, ob sie mit ihren Frauen oder Freundinnen in diesen Film gehen. Die Zahl nackter maskuliner Oberkörper und knackiger entblößter Männerpopos, die in „Magic Mike“ präsentiert werden, ist jedenfalls beachtlich. Und bewegen können sich die strippenden Kerle, dass es für Frauen wohl eine wahre Freude ist. Dabei handelt es sich keineswegs um Profitänzer, sondern um junge oder jüngere Hollywood-Schauspieler, darunter auch ein mit 42 Jahren immer noch erstaunlich fitter Matthew McConaughey und Channing Tatum, dem wir die Idee zu dieser sexy Komödie verdanken.

Zu Beginn seiner Karriere hat Tatum eine Zeitlang sein Geld als männlicher Stripper verdient. Was er dann am Rande der Dreharbeiten zu „Haywire“ seinem Regisseur Steven Soderberg erzählt hat. Und der hat aus dieser Geschichte eben nun – recht frei – diesen Film gemacht. Mit großem US-Erfolg. Mit rund 40 Millionen Dollar Einspielergebnis ist „Magic Mike“ Soderbergs erfolgreichster Kinostart seiner Karriere – noch vor „Ocean’s Twelve“. Ob jetzt auch bei uns die Frauen so zahlreich weiche Knie im Kino bekommen werden, wird sich allerdings erst zeigen.

Die Geschichte selbst ist schnell erzählt: Mike (Tatum), der viel Geld als Stripper verdient, lernt den jungen arbeitslosen Adam (Alex Pettyfer) kennen. Einen College-Abbrecher, der notgedrungen bei seiner Schwerster Brooke (Cody Horn) lebt. Schließlich kann Mike ihn überreden, ebenfalls im Strip-Lokal des schmierigen Klubbesitzers Dallas (McConaughey) aufzutreten. Nach anfänglich schüchternem Zögern macht Adam dieser Job immer mehr Spaß, ja, er wird sogar zum heimlichen Star des Klubs. Doch der Erfolg hat natürlich auch seine dunklen Seiten.

Viel Neues hat dieser Film also leider nicht zu bieten. Dennoch gibt es neben eher derb humorigen Szenen einige auch für Männer durchaus lustige Einfälle, beispielsweise wenn Dallas dem jungen Adam vor einer Spiegelwand zeigt, wie man(n) richtig strippt. Und die zahlreichen Tanzeinlagen hat Soderberg so gekonnt visuell inszeniert, dass selbst die am Rande angesprochenen sozialkritischen Themen nicht weiter diesen sommerlichen Kinospaß stören. Eine Fortsetzung ist bereits in Vorbereitung.

Magic Mike, Regie: Steven Soderbergh, USA 2012, 110 Min., FSK: ab 12

Falkenauge

Kategorien:Uncategorized

Beliebte Kiffer

In unseren Kinos geschehen derzeit komische Dinge. Seit zwei Wochen liegt in der Gunst der deutschen Kinogänger ganz vorn ein Teddybär, der ständig flucht und genauso häufig kifft. Möglich macht das der Film „Ted“, der von der Freundschaft eines durch ein Wunder zum Leben erweckten Plüschtieren und seines menschlichen Besitzers – übrigens auch ein Dauerkiffer – erzählt. Dieser Bär namens Ted hat tatsächlich das Kunststück fertig gebracht, Batman von der Spitze der Kinocharts zu verdrängen. Und auch das düstere Alien-Spektakel „Prometheus“ hat am letzten Wochenende gegen diesen lustigen antiautoritären Gesellen keine Chance gehabt.

Dass ausgerechnet ein kiffender Plüschbär so gut ankommt, gibt natürlich zu denken. Offenbar ist so ein dauerbenebelter Ted eine willkommene Identifikationsfigur, die einem das ganze Krisengerede über Euro, Kanzlerkandidaten oder Goldmedaillen ein Stück weit vergessen lässt. Und viele können wohl tatsächlich vieles nur noch im Rausch ertragen. Auffällig ist auch, dass immer öfter gerade im US-Kino gekifft wird. So ist vergangene Woche der Film „Jeff, der noch zu Hause lebt“ angelaufen, in dessen Mittelpunkt ein durchaus sympathischer, jedoch ziemlich bekiffter Schluffi steht. Und diese Woche startet die Stripper-Komödie „Magic Mike“, deren strippende Helden Drogen alles andere als abgeneigt sind.

Und wenn nicht gekifft wird, dann wird im US-Kino gern (pardon:) gesoffen. So sind die Protagonisten der äußerst erfolgreichen kleinen Komödien-Reihe „Hangover“ richtige Komasäufer, die im Alkoholrausch die blödesten Dinge anstellen. – Und der deutsche Film? Ja, der hat diesen Trend zum unterhaltsamen Rausch im Kino mal wieder völlig verpennt. Und zeigt eher völlig trocken die Gefahren und Folgen des Drogenkonsums am liebsten am Beispiel krebskranker Junkies mit schwulem Immigrationshintergrund. Da machen sich die Leute dann lieber ein paar schöne Stunden mit Ted.

Kategorien:Uncategorized
%d Bloggern gefällt das: