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Archive for September 2012

Kritik: The Deep Blue Sea

September 28, 2012 2 Kommentare

London um 1950. In ihrer schäbigen kleinen Wohnung dreht Hester (Rachel Weisz) den Gashahn auf. Sie will nicht mehr leben und meint es, wie sie in einem Abschiedsbrief schreibt, diesmal wirklich ernst. Dank der Wachsamkeit ihrer Vermieterin überlebt jedoch die nicht mehr ganz junge Frau, die vor zehn Monaten ihren Mann, den wohlhabenden Richter Sir William Collyer (Simon Russell Beale) verlassen hat, um mit dem Royal-Air-Force-Piloten Freddie Page (Tom Hiddleston) zusammenzuleben. Für ihn hat sie ihr bequemes sicheres Leben aufgegeben, weil sie mit ihm überhaupt erst ihre Sexualität entdeckt hat. Doch leider hat sich Freddie bald schon als labiler schwacher Typ entpuppt, der seine Kriegserlebnisse nicht verarbeitet hat, jetzt meist in Kneipen oder dem Golfplatz herumhängt und Hester zunehmend vernachlässigt. Nun hat er auch noch ihren Geburtstag vergessen, was für sie der letzte Beweis gewesen ist, dass er sie nicht mehr liebt. Und dann taucht plötzlich auch noch ihr Ehemann auf, der sie um eine zweite Chance bittet.

Von diesem verhängnisvollen Tag im Leben dieser Frau erzählt Terence Davies‘ filmisches Kammerspiel „The Deep Blue Sea“. Die Vorlage, ein Theaterstück aus dem Jahre 1954, stammt von dem 1977 verstorbenen britischen Dramatiker und Drehbuchautor Terence Rattigan, die schon zweimal verfilmt worden ist: 1955 mit Vivian Leigh in der weiblichen Hauptrolle und 1962 als deutscher Fernsehfilm mit Margot Trooger unter dem recht treffenden Titel „Lockende Tiefe“. Und die Konflikte, die in dem Film geschildert werden, wirken aus heutiger westlicher Sicht zwar schon arg antiquiert, sind aber in anderen Kulturkreisen leider noch höchst lebendig.

Zudem wirft dieses Frauendrama, das in ungewöhnlich langen Kamerafahrten und Einstellungen vom 66jährigen britischen Autorenfilmer („Haus Bellomont“) in Szene gesetzt ist, einen schonungslosen Blick auf die fünfziger Jahre nicht nur in England. Auf eine Zeit, in der unverheiratete Paare nicht zusammenleben durften, Leidenschaft als Ursprung alles Bösen galt und es ein mutiger, ja wilder Entschluss für eine Frau gewesen ist, aus einer bürgerlichen Ehe wie der von Hester auszubrechen. Und nicht zuletzt agiert das ganze Ensemble höchst überzeugend. Kurz: Sehenswert.

The Deep Blue Sea, Regie: Terence Davies, USA / Großbritannien 2011, 98 Min., FSK: 0

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Karussell

September 27, 2012 4 Kommentare
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Dosenöffner

September 26, 2012 2 Kommentare
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Rosa Elefant

September 26, 2012 1 Kommentar
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Kugelbahn

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Vater und Sohn

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Morgan Freeman singt

September 21, 2012 1 Kommentar
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Kritik: Auf der Suche nach einem Freund fürs Ende der Welt

September 20, 2012 1 Kommentar

Es ist die Ruhe vor dem großen Sturm. Ein großer Asteroid nähert sich der Erde. Alle Versuche, ihn von seiner gefährlichen Bahn abzubringen, sind gescheitert. In genau drei Wochen wird er auf der Erde einschlagen und vermutlich alles Leben dort vernichten. Die Menschen reagieren natürlich mit Panik. Die Zahl der Selbstmorde steigt. Es gibt Unruhen und Plünderungen. Orgien werden gefeiert und Drogen ganz offen konsumiert. Schließlich ist bald eh alles vorbei. Und selbst Dodge, der nach außen ruhig und gelassen wirkt, hat sein gewohntes Verhalten geändert. Zumindest ein wenig.

Die Spinne in seiner Wohnung, die Dodge sonst mit einem Schlag erledigt hätte, lässt er angesichts des drohenden Untergangs einfach am Leben. Und auf die Bitte seiner Putzfrau nach einer neuen Flasche Glasreiniger für die Fenster reagiert er sichtbar überrascht und verwundert. Ansonsten geht er aber weiter seiner Arbeit in einer Versicherungsfirma nach, obwohl mittlerweile viele Kollegen lieber zuhause bleiben. Auch die übliche steife Kleiderordnung wurde dort inzwischen gelockert. Und auf einem privaten Fest reagiert er eher genervt auf seine Freunde, die ungezügelt und völlig ungehemmt feiern.

In „Auf der Suche nach einem Freund fürs Ende der Welt“ steht also die Apokalypse kurz bevor, dennoch hat Lorene Scafarias Film rein gar nichts mit Untergangsspektakeln wie Roland Emmerichs „2012“ oder Michael Bays thematisch verwandtem „Amageddon zu tun. Auch ein Hinweis auf den Maya-Kalender, der oft – wie man inzwischen weiß – irrtümlicherweise als Vorhersage für das nahe Ende aller Zeiten interpretiert worden ist, fehlt hier völlig. Scafaria hat sich dagegen bei ihrem Regiedebüt dem Thema vor allem in der ersten Hälfte mit viel Humor und satirischem Witz genähert. Und danach wird der Film zum finalen Roadmovie bis er schließlich am Tag der Katastrophe tatsächlich als leicht kitschige Wohlfühl-Romanze endet, die gleichwohl schön anzuschauen ist.

Nicht der drohende Asteroiden-Einschlag ändert nämlich grundlegend Dodges Leben, sondern eine junge Frau aus der Nachbarschaft: die chaotische, leicht versponnene Penny, die eines Abends weinend bei ihm auftaucht, weil sie den letzten Flug nach England zu ihrer Familie versäumt hat. Mit ihr bricht er dann auf zu einer letzten Reise – auf der Suche nach seiner verflossenen großen Liebe. Und nach einem alten Freund, der ein Flugzeug besitzt, mit dem Penny in ihre Heimat fliegen kann. Auf dieser eigentlich tieftraurigen Reise lernen die beiden sich erst kennen und schließlich lieben.

Was der Zuschauer diesem Dodge auch von Herzen gönnt. So zurückhaltend melancholisch verkörpert ihn Steve Carell („Crazy, Stupid, Love.“, „The Office“), der hier mal wieder beweist, dass er nicht nur ein guter und bekannter Komödiant ist, sondern auch ein sehr guter Schauspieler. Zudem ist seine Figur, die sich vom ernsten Clown zum sentimental Liebenden entwickelt, eine wunderbare Ergänzung zu der als Penny eher schrill und extrovertiert agierenden Keira Knightley („Stolz &Vorurteil“, „Fluch der Karibik“). Beide Akteure werden zudem gut unterstützt von bekannten Nebendarstellern wie beispielsweise Martin Sheen oder William Petersen („CSI – Den Tätern auf der Spur“).

Auf der Suche nach einem Freund fürs Ende der Welt, Regie: Lorene Scafaria, USA 2012, 101 Min., FSK: ab 12

Superhelden

September 20, 2012 1 Kommentar
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Sauberes Tier

September 20, 2012 2 Kommentare
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