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Kritik: Auf der Suche nach einem Freund fürs Ende der Welt

Es ist die Ruhe vor dem großen Sturm. Ein großer Asteroid nähert sich der Erde. Alle Versuche, ihn von seiner gefährlichen Bahn abzubringen, sind gescheitert. In genau drei Wochen wird er auf der Erde einschlagen und vermutlich alles Leben dort vernichten. Die Menschen reagieren natürlich mit Panik. Die Zahl der Selbstmorde steigt. Es gibt Unruhen und Plünderungen. Orgien werden gefeiert und Drogen ganz offen konsumiert. Schließlich ist bald eh alles vorbei. Und selbst Dodge, der nach außen ruhig und gelassen wirkt, hat sein gewohntes Verhalten geändert. Zumindest ein wenig.

Die Spinne in seiner Wohnung, die Dodge sonst mit einem Schlag erledigt hätte, lässt er angesichts des drohenden Untergangs einfach am Leben. Und auf die Bitte seiner Putzfrau nach einer neuen Flasche Glasreiniger für die Fenster reagiert er sichtbar überrascht und verwundert. Ansonsten geht er aber weiter seiner Arbeit in einer Versicherungsfirma nach, obwohl mittlerweile viele Kollegen lieber zuhause bleiben. Auch die übliche steife Kleiderordnung wurde dort inzwischen gelockert. Und auf einem privaten Fest reagiert er eher genervt auf seine Freunde, die ungezügelt und völlig ungehemmt feiern.

In „Auf der Suche nach einem Freund fürs Ende der Welt“ steht also die Apokalypse kurz bevor, dennoch hat Lorene Scafarias Film rein gar nichts mit Untergangsspektakeln wie Roland Emmerichs „2012“ oder Michael Bays thematisch verwandtem „Amageddon zu tun. Auch ein Hinweis auf den Maya-Kalender, der oft – wie man inzwischen weiß – irrtümlicherweise als Vorhersage für das nahe Ende aller Zeiten interpretiert worden ist, fehlt hier völlig. Scafaria hat sich dagegen bei ihrem Regiedebüt dem Thema vor allem in der ersten Hälfte mit viel Humor und satirischem Witz genähert. Und danach wird der Film zum finalen Roadmovie bis er schließlich am Tag der Katastrophe tatsächlich als leicht kitschige Wohlfühl-Romanze endet, die gleichwohl schön anzuschauen ist.

Nicht der drohende Asteroiden-Einschlag ändert nämlich grundlegend Dodges Leben, sondern eine junge Frau aus der Nachbarschaft: die chaotische, leicht versponnene Penny, die eines Abends weinend bei ihm auftaucht, weil sie den letzten Flug nach England zu ihrer Familie versäumt hat. Mit ihr bricht er dann auf zu einer letzten Reise – auf der Suche nach seiner verflossenen großen Liebe. Und nach einem alten Freund, der ein Flugzeug besitzt, mit dem Penny in ihre Heimat fliegen kann. Auf dieser eigentlich tieftraurigen Reise lernen die beiden sich erst kennen und schließlich lieben.

Was der Zuschauer diesem Dodge auch von Herzen gönnt. So zurückhaltend melancholisch verkörpert ihn Steve Carell („Crazy, Stupid, Love.“, „The Office“), der hier mal wieder beweist, dass er nicht nur ein guter und bekannter Komödiant ist, sondern auch ein sehr guter Schauspieler. Zudem ist seine Figur, die sich vom ernsten Clown zum sentimental Liebenden entwickelt, eine wunderbare Ergänzung zu der als Penny eher schrill und extrovertiert agierenden Keira Knightley („Stolz &Vorurteil“, „Fluch der Karibik“). Beide Akteure werden zudem gut unterstützt von bekannten Nebendarstellern wie beispielsweise Martin Sheen oder William Petersen („CSI – Den Tätern auf der Spur“).

Auf der Suche nach einem Freund fürs Ende der Welt, Regie: Lorene Scafaria, USA 2012, 101 Min., FSK: ab 12

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  1. September 27, 2012 um 12:17 pm

    Mir gefiel an dem Film besonders, dass – entgegen entsprechender Vermarktung – keine Komödie dabei rausgekommen ist. Stattdessen hat die Ernsthaftigkeit des Themas der Atmosphäre die nötige Glaubwürdigkeit gegeben. Auch beim Ende war ich froh, dass es konsequent war und nicht hollywoodmäßig. Meine Rezension: http://www.leselink.de/filme/drama-filme/suche-freund-ende-der-welt.html

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