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TV-Kritik: Bella Block – Unter den Linden

Bella Block kann es nicht lassen. Eigentlich möchte die pensionierte Leiterin der Hamburger Kripo nur mit ihrer Berliner Freundin (Maren Kroymann) in der Hauptstadt ein Kultur-Wochenende verbringen, da gerät sie schon bei ihrer Ankunft mitten hinein in einen Kriminalfall. Sie wird Zeugin, wie ein Mann vor dem Bahnhof vor einen Betonmischer gestoßen wird. Der fliehende Täter ist vermutlich ein älterer Herr (Otto Mellies), mit dem sie sich kurz zuvor freundlich unterhalten hat.

Als auch noch ihr Portemonnaie mit Ausweis, Geld und Kreditkarte gestohlen wird und ihre Berliner Bekannte komischerweise nicht zu erreichen ist, gerät Bella Block in eine richtig verzweifelte Lage. Notgedrungen muss sie letztlich sogar in einer Obdachlosen-Unterkunft die Nacht verbringen. Am nächsten Tag besorgt sie sich dann einen Ersatzausweis, Bargeld und macht sich sofort auf die Suche nach dem älteren Herren. Dabei lernt sie ein ganz anderes Bild von Berlin kennen, das geprägt ist von Einsamkeit und Altersarmut, von psychischer und sozialer Verelendung im Alter. Schließlich spürt sie den vermeintlichen Täter auf, redet mit ihm, versteht seine Motive und gerät so in einen Gewissenskonflikt.

Auch in diesen von Martin Enlen nach einem Drehbuch von Katrin Bühlig inszenierten Fall wird ein soziales Problem, ja, ein gesellschaftlicher Skandal aufgegriffen. Und dank der Figur der Ermittlerin und ihrer Darstellerin, der charismatischen Hannelore Hoger, wird das diffizile Thema mit viel Empathie und stets großer Glaubwürdigkeit behandelt. Aber auch die Krimi-Spannung kommt in „Unter den Linden“ nicht zu kurz. Doch bei aller Ernsthaftigkeit gibt es auch ein paar schöne selbstironische Schlenker – vor allem um den charmanten Ösi-Gastronom Carlo Lenz, der ausgerechnet von Peter Simonischek, dem Heiratsschwindler aus der Folge „Falsche Liebe“ (2008), verkörpert wird. Bella Block Fans dürfen sich also freuen.

ZDF, 27.10.2012, 20:15 Uhr

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