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Archive for Oktober 2012

TV-Kritik: Der Klügere zieht aus

Die Geschichte kennt man aus vielen Filmen: Ein Paar trennt sich, hat danach mal testweise schnellen Sex mit anderen Partnern, findet dabei aber keine Erfüllung und kehrt schließlich reumütig zu dem altbewährten Partner zurück. Was dann folgt, ist ein versöhnliches Happyend. – So etwas mag ja im ganz normalen Leben recht nett und vielleicht auch ein bisschen aufregend sein, aber im Kino oder Fernsehen hat man eine solche Story eben schon so oft gesehen, dass sie beim Zuschauen nur noch arg einschläfernd wirkt. Aber bei der anfänglich zwar ganz ähnlich gestrickten Scheidungskomödie von Christoph Schnee, „Der Klügere zieht aus“ (Drehbuch: David Ungureit), wird das zumindest dem Zuschauer kaum passieren, obwohl auch sie Dinge präsentiert, die klischeehaft, ärgerlich oder an den Haaren herbeigezogen sind.

Im Mittelpunkt stehen Peter (Matthias Koeberlin) und Nina (Julia Richter). Das Paar ist seit 17 Jahren verheiratet, hat zwei Kinder und ein schmuckes Häuschen. Doch die große Liebe ist offenbar zwischen den beiden mittlerweile eingeschlafen. Auf ihre Initiative hin beschließen sie, sich friedlich und vernünftig zu trennen – aber nicht endgültig, wie Peter irrtümlich hofft. Er zieht daher erst einmal in das kleine Gartenhäuschen und wartet darauf, dass seine Nina wieder vernünftig wird. Und er nach einem zünftigen Versöhnungssex in das Haus zurückkehren darf.

Nina jedoch meint es wirklich ernst. Sie versorgt ihren Peter regelmäßig mit Wohnungsanzeigen, hat für ihn bestenfalls nur noch mitleidige Blicke über. Und dann taucht plötzlich auch noch Thorben (Simon Böer) auf, ein Zahnarzt, den Nina offenbar schon länger kennt und mit dem sie gern zukünftig zusammenleben möchte. Auf all das reagiert Peter erst ungläubig, dann wie ein angeschossener Platzhirsch, der aus Rache sich sogar eine kurze Bettaffäre mit einer naiven Klischee-Blondine gönnt. – Zumindest für den Zuschauer ist dies alles durchaus lustig anzuschauen. Dann nimmt der Film für eine ZDF-Komödie jedoch eine ziemlich ungewöhnliche Wendung: Auch Peter verliebt sich – in Julia, die Mathe-Lehrerin seiner Kinder, die von Julia Koschitz hinreißend verkörpert wird. Und alles läuft natürlich auch hier genreüblich auf ein Happyend hinaus, das jedoch in seiner Art wirklich überraschend und damit richtig schön ist.

Am Schluss jedenfalls wird der Zuschauer mit der Botschaft entlassen: Nur die Freundschaft zählt. Und dagegen spricht ja nun tatsächlich nichts, obwohl manches an der Story direkt aus einem Lehrbuch für Paartherapeuten stammen könnte. Dennoch ist der Film über weite Strecken unterhaltsam inszeniert, es gibt ein paar heitere Einfälle, nette und gut beobachtete Dialoge, erstaunlich freche Flüche, aber auch coole Sprüche, die leider nicht so recht passen wollen. Auch das man sich beim Roman „High Fidelity“ des britischen Literaten Nick Hornby mehrfach bedient hat und vieles dann entsprechend mit Beispielen aus der Pop-Musik erklärt und illustriert, wirkt leider nur ziemlich aufgesetzt. Und den uralten Herrenwitz über Frauen am Steuer hätte man sich lieber gleich schenken sollen.

Im Einerlei der Beziehungskomödien ist dieser Film gleichwohl eine sehenswerte Ausnahme. Und wenn sich auch im wirklichen Leben alle so verhalten würden, dann gebe es tatsächlich keine Scheidungsdramen mehr. Das wäre ja auch ganz schön.

ZDF, 25.10.2012, 20:15 Uhr

Der Meister spricht

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Nein, diese Killer-Wale

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Ein bisschen Werbung

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Das Duell

Oktober 23, 2012 1 Kommentar
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Einbruch

Oktober 23, 2012 1 Kommentar
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Nein, diese Australier

Oktober 23, 2012 2 Kommentare
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Na dann Prost!

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Kritik: Tatort – Tote Erde

Oktober 20, 2012 1 Kommentar

Wenn alle nur das Gute wollen, dann kann auch das bisweilen böse enden. Das beweist anschaulich der neue Stuttgarter-„Tatort – Tote Erde“, den Regisseur Thomas Freundner routiniert in Szene gesetzt hat. Und Krimi-Freunde mit einem genussvollen sonntäglichen Hang zum Bösen müssen jetzt angesichts all des Guten mal richtig stark sein. Jedenfalls verfolgen in dem Film fast alle hehre Ziele: Zwei gutmeinende Studenten kämpfen auch mit illegalen Mitteln für eine gesunde Umwelt. Auch ihre Freundin (Paula Kalenberg) tritt dafür ein, aber legal in einer Firma. Eine reiche Erbin (Katharina Heyer) unterstützt die jungen Leute mit ihrem Geld und plant die Gründung einer Stiftung. Selbst ein industrieller Umweltsünder (Max Waschke) meint es eigentlich eher gut. Die Staatsanwältin Henrike Habermas (neu im Team: Natalia Wörner) kümmert sich derweil als einzige in einer Hochdeutsch sprechenden Umwelt um die schwäbische Mundart, was ja auch was Feines ist, und ist ansonsten schwer verliebt.

Und das ist noch längst nicht alles: Auch die beiden Kommissare menscheln so heftig, dass es auf keine schwäbische Kuhhaut mehr passt: So kümmert sich Sebastian Bootz (Felix Klare) liebevoll um seine schwer erkrankte Frau und will sich ihretwegen auf einen ruhigeren Posten im Innendienst versetzen lassen. Und sein Chef Thorsten Lannert (Richy Müller), der bisher stets kantig und meist unwirsch agierte, ist nicht nur richtig nett, sondern plötzlich so weichgespült sympathisch, dass sogar sein alter Porsche wie eine PS-zahme Familienkutsche erscheint.

Doch wenn einem soviel Gutes widerfährt, dann ist das schon einen bösen Mord wert – dachten sich bestimmt die Drehbuchautoren Wolf Jakoby und Freundner. So wird auch dieser „Tatort“ gleich am Anfang natürlich von einem Tötungsdelikt eröffnet. Opfer ist der junge Umweltaktivist Lukas, der beim Freiklettern an einem ehemaligen Brückenpfeiler regelrecht mit einem Luftgewehr abgeschossen wird. Bei der folgenden Obduktion stellt sich heraus, dass sein Körper hochgradig mit Schwermetallen vergiftet worden ist. Wie später ermittelt wird, hat er kurz zuvor auf einem Recyclinghof Bodenproben genommen, offenbar von stark verseuchter Erde. Die Proben sind jedoch verschwunden. Genau wie Lukas’ Mitstreiter Timo (Philipp Quest), der sich der Befragung durch die Polizei durch Flucht entzieht. Und dadurch nun zum Hauptverdächtigen wird. Aber auch ein eigentlich netter Industrieller hat offenbar Dreck am Stecken.

Die Ermittlungen in diesem Film erweisen sich jedenfalls als schwierig. Und es gelingt dabei dem Regisseur die Zuschauer geschickt auf eine völlig falsche Fährte zu locken. Die Auflösung des Falls ist jedenfalls höchst überraschend. Leider ist alles andere jedoch eher Mittelmaß, wenn auch durchaus unterhaltsam. Die Dialoge sind also wenig originell. Filmisch hat der Krimi auch nicht viel zu bieten, außer ein paar halbherzig inszenierte Action-Einlagen. Und insgesamt wirkt das Ganze sehr schwäbisch hausbacken – trotz exzellenter Darsteller wie Wörner und Waschke. Was beweist: Viel Gutes ergibt leider noch keinen guten Film.

ARD, 21.10.2012, 20:15 Uhr 
Eins Festival, 21.10.2012, 21:45 Uhr / Eins Festival, 21.10.2012, 23:45 Uhr
ARD, 23.10.2012, 00:35 Uhr

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Da kommt Stimmung auf

Oktober 18, 2012 1 Kommentar
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