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Kritik: Argo

Einen Oscar hat Ben Affleck schon – für das Drehbuch zu „Good Will Hunting“ (1997). Und jetzt könnte noch einer dazukommen für „Argo“. Ein Film, in dem Affleck zum dritten Mal Regie führt und mit schwarz gefärbten Haaren sowie Vollbart die Hauptrolle spielt. Jedenfalls geht der Politthriller als Kandidat in das diesjährige Oscar-Rennen, und warum, das können nun auch deutsche Zuschauer sehen. Erzählt wird eine schier unglaubliche Geschichte, die dennoch auf einer wahren Begebenheit basiert und über die das erste Mal im Jahre 2007 im US-Magazin „Wired“ ausführlich berichtet worden ist.

Schauplatz ist Iran. Nach dem Sturz und der Flucht des Schahs regieren in dem Land die Ayatollahs. Im November 1979 stürmen aufgebrachte Studenten die US-Botschaft, nehmen 52 Geiseln und fordern von den USA die Auslieferung des verhassten Schahs. Sechs Amerikaner können jedoch fliehen und sich im Haus des kanadischen Botschafters verstecken. Aber auch ihre Sicherheit ist in höchster Gefahr. Um sie aus dem Land zu schmuggeln, beauftragt die CIA den Spezialisten für solche Fälle: Tony Mendez (Affleck), der schließlich eine irrwitzig erscheinende Idee hat.

Die Gruppe soll sich als Teil eines kanadischen Filmteams ausgeben, das angeblich im Iran einen Sciencefiction-Film – Titel: „Argo“ – drehen möchte. Und anschließend so getarnt außer Land gebracht werden. Damit die Geschichte glaubwürdig klingt, werden echte Hollywood-Experten (witzig: John Goodman, Alan Arkin) engagiert, wird sogar ein Drehbuch geschrieben und werden Pressemeldungen über das Filmprojekt lanciert. Die Rolle eines Produzenten dieses Projekts spielt der eiskalt auftretende Tony Mendez, der dann auch die gefährliche Reise in den Iran antritt.

Auf wirklich furiose Weise und mit einem perfekt aufgebauten Spannungsbogen wird aber nicht nur die dramatische Flucht der sechs Amerikaner gezeigt. Der Film vermittelt auch auf recht ernsthafte Weise einen Eindruck von dem Leid und den Qualen der Botschaftsgeiseln und er beschreibt die wütenden Reaktionen in den USA, wo aufgebrachte US-Bürger Militäraktionen fordern oder iranischstämmige Mitbürger drangsalieren. Gleichzeitig gelingt dem Film das Kunststück, auch amüsant satirische Töne anzuschlagen. Vor allem immer dann, wenn es um die gar nicht mehr so glamouröse Traumfabrik Hollywood geht. Dass sie es dennoch ist, die eine solch verrückte Befreiungsaktion erst ermöglicht hat, ist die wunderbare Ironie an der Geschichte.

Argo, Regie: Ben Affleck, USA 2012, 120 Min., FSK: 12

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