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Kritik: Red Dawn

Es ist zwar nicht bekannt, was die Macher des Films „Red Dawn“ geraucht haben. Aber der Stoff muss ziemlich berauschend gewesen sein. Nüchtern denkt man sich jedenfalls solch eine Geschichte nicht aus und inszeniert sie dann auch noch völlig bierernst. Erzählt wird – bitte festhalten! – von der Invasion der USA durch nordkoreanische Truppen. Zentrum des Angriffs ist die Kleinstadt Spokane, die per Luft und Fallschirmen attackiert und schnell erobert wird. Doch eine Gruppe junger Frauen und Männer um die ungleichen Brüder Jed (Chris Hemsworth) und Matty (Josh Peck) leistet heroischen Widerstand. Sie verbergen sich in einer Waldhütte außerhalb des Ortes und beginnen dann einen richtigen Guerillakrieg gegen die fiesen Besatzer. Die Folge ist ein blutiger Kampf, der auch unter den Jugendlichen Opfer fordert. Und der natürlich Anlass ist für zahlreiche Action- und Ballerszenen, die vom Regisseur Dan Bradley ganz ordentlich in Szene gesetzt worden sind.

Interessanter als der Film selbst, sind die Begleitumstände seines Entstehens: Er ist das recht freie Remake des Kaltenkrieg-Spektakels „Die Rote Flut“, der 1984 mit den damaligen Jungstars Patrick Swayze und Charlie Sheen in den Kinos kam. Und in dem die Invasoren Russen und Kubaner waren. Auch die jetzt angreifenden Nordkoreaner sind nur Zweite Wahl. Zuerst attackierten Chinesen die USA, dann merkten die Produzenten, dass so etwas womöglich schlecht für das lukrative China-Geschäft sein könnte, und verwandelten daher in einer Nachbearbeitungsphase die Chinesen kurzerhand in kommerziell harmlosere Nordkoreaner. Dass der Film jetzt überhaupt in unseren Kinos läuft und nicht gleich im Nachtprogramm auf RTL 2 oder Tele 5 versendet wird, liegt wohl vor allem an dem neuen Starruhm von Josh Hutcherson („Die Tribute von Panem – The Hunger Games“) und Chris Hemsworth („Marvel’s The Avengers“). Eine andere Erklärung gibt es jedenfalls nicht.

Red Dawn, Regie: Dan Bradley, USA 2012, 93 Min., FSK: 16

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  1. lilifee
    Dezember 30, 2012 um 11:42 pm

    wir mussten uns den Film ansehen, da im Kino fast alle anderen Filme ausverkauft waren..
    Fazit: oh mein Gott, was für eine sch****! Wo ist die US-Armee abgeblieben?Im Urlaub auf Kuba? Oder waren die Darsteller (oder Puppen zumindest) zu teuer gewesen?
    Da kann man sich auch anderthalb Stunden lang eine wand angucken, die bessere Sachen erzählt als der Streifen der verbrannt gehört. außer man hat was geraucht.

  2. April 12, 2013 um 1:29 pm

    Mal abgesehen von dem völlig beknackten Szenario…

    Was mich an solchen Filmen immer wieder zu Boden zwingt ist die grenzlose Phathos-Gülle die abgesondert wird während man gleichzeitig den Einfallsreichtum eines typischen Durchschnittsamerikaners hat und „alleine“ die Welt retten will und zu guter Letzt auch noch Terrorismus in all seiner Sinnlosigkeit verherrlicht und so tut als ob praktisch alle Unabhängigkeitsbestrebungen von Nationen durch nen paar Bombenbastler bewirkt wurden. Pathos und Dummheit… ist es letztlich was diesen Film so unerträglich macht.

    Man muss also als intelligenter Mensch mindestens was durch die Nase gezogen haben um diese Doppeldenkflut zu verkraften, geschweige denn genießen zu können.

  3. April 12, 2013 um 4:23 pm

    Nicht nur die Army fehlt unentschuldigt, sondern auch noch die National Guard…
    Die Krönung der Dreistheit ist allerdings, dass “Die Rote Flut” (US-Titel “Red Dawn”) von der Story her dem sowjetischen Roman “Die junge Garde” abgekupfert ist, der eine junge Wiederstandsgruppe im WKII thematisiert. Nur hat man eben die Wehrmacht mit Sowjets ersetzt und die Handlung nach USA verlegt.

  4. Thomas
    April 12, 2013 um 8:16 pm

    Ach was, das ist doch ein subversiver Anti-Kriegs, Anti-US-Militär, Anti-Republikaner Film:
    – Mit Ihrer Arroganz riskieren die Amis, selbst ihre treuesten Allierten derart zu verärgern, dass sie nicht einmal mehr zu Hilfe kommen, wenn die USA angegriffen werden.
    – All die Einschnitte im Sozialwesen zugunsten erhöhter Militärausgaben haben einen verfetteten militärisch-industriellen Komplex geschaffen, der zwar Milliarden verschlingt, aber im Ernstfall nicht einmal gegen Nordkoreas Armee bestehen kann.
    – Was hilft dir das ganze Recht auf Waffenbesitz, wenn dir ein feindlicher Soldat mit seiner Kalaschnikov die Rübe wegbläst?

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