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Kritik: Parker

Wer einen Jason-Statham-Film kennt, der kennt sie alle. Dennoch sind sie stets – zumindest für Action-Fans – ein netter unterhaltsamer Spaß, aber meist ohne große Überraschungen. Egal welche Rolle Statham auch spielt, er ist in seinen Filmen immer der einsame Held. Ein Typ, der so fit ist, dass er selbst die schwersten Verletzungen locker wegsteckt, um am Ende dann doch zu siegen. Und der in seiner übermenschlichen Leidensfähigkeit sowie der Anzahl von (Film-)Narben dabei ein wenig an Bruce Willis aus der „Stirb langsam“-Reihe erinnert. Seinen ersten Film hat der heute 45-jährige Engländer, der zuvor unter anderem als Model gearbeitet hat, 1998 mit „Bube Dame König grAs“ gedreht, und spätestens seit seinem Erfolg mit „The Transporter“ (2002) ist er einer der gefragtesten Action-Stars in Hollywood.

Nun spielt Statham in Taylor Hackfords „Parker“ die Titelfigur. Einen Gangster mit Prinzipien, der sich durch nichts und niemanden beirren lässt. Auf Grund eines Tipps des Vaters (Nick Nolte, der ähnlich schwer angeschlagen wirkt wie Helmut Berger) seiner Freundin Claire (Emma Booth) schließt sich Parker mit vier Ganoven zusammen, um einen Vergnügungspark in Ohio zu überfallen. Der Raub selbst läuft trotz einiger kleiner Zwischenfälle nach Plan. Doch als sie dann mit der Millionen-Beute in einem Auto fliehen, geschieht etwas Unerwartetes: Der Anführer (Michael Chiklis) seiner neuen Komplizen schlägt plötzlich vor, das erbeutete Geld in einen noch größeren Coup zu investieren.

Parker hat dazu jedoch keine Lust, er lehnt ab. Und die Folge ist eine blutige Auseinandersetzung, an deren Ende er schwer verletzt am Straßenrand liegt. Seine ehemaligen Komplizen halten ihn gar für tot. Doch so leicht lässt sich dieser Typ nicht unterkriegen. Nach einer kurzen Zwischenstation in einem Krankenhaus, das Parker heimlich nach kürzester Zeit wieder verlässt, macht er sich auf nach Florida, in den Luxusbadeort Palm Beach, um sich dort an seine ehemaligen Partner zu rächen. Und dort lernt er unter falscher Identität die hoch verschuldete Immobilienmaklerin Leslie (überzeugend: Jennifer Lopez) kennen. Sie kommt ihm schnell auf die Schliche, versucht ihn anfangs zu erpressen, unterstützt ihn dann jedoch tatkräftig. Und diese Hilfe kann selbst einer wie Parker gut gebrauchen.

Erzählt wird diese Geschichte eines Rachefeldzugs völlig schnörkellos und ohne die heute meist übliche Ironie. Statt aufgesetzter Gags gibt es jede Menge knallharte und ziemlich blutige Action. Die Spezialeffekte wirken wie handgemacht. Und natürlich ist die Rolle des einsamen Rächers Statham wie auf den Leib geschneidert. Ausgedacht hat sich diese Figur der 2008 verstorbene amerikanische Autor Donald E. Westlake, der unter dem Pseudonym Richard Stark von 1962 an eine ganze Reihe von „Parker“-Krimis veröffentlicht hat. Und das damals Ungewöhnliche an ihnen ist gewesen, dass am Ende ein Gangster ungeschoren davonkommt.

Acht von diesen Romanen wurden bisher verfilmt. Zu den bekanntesten zählen John Boormans Klassiker „Point Blank“ (1968) mit Lee Marvin in der Hauptrolle und Brian Helgelands „Payback – Zahltag“ (1999) mit Mel Gibson. Und selbst Jean-Luc Godard hat 1966 mit „Made in U.S.A.“) einen Parker-Krimi gedreht. Doch zum ersten Mal in einem Film trägt der Anti-Held auch den Namen Parker. Verantwortlich für diese Merkwürdigkeit ist Westlake, der sich vertraglich hat zusichern lassen, dass ein Schauspieler diesen Namen nur benutzen darf, wenn er bereit ist, eine ganze Reihe von Parker-Krimis zu drehen. Statham hat dem zugestimmt. Seinen Fans wird es gefallen.

Parker, Regie: Taylor Hackford, USA 2013, 118 Min., FSK: 16

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