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Kritik: Am Schaschlikspieß

Wer Agatha Christie mag, der sollte es mal mit Edda Mincks neuem Krimi versuchen. Das darin von der Bochumer Schriftstellerin, die durch ihre „Ruhrpottkrimis“ um Maggie Abendroth bekannt geworden ist, entworfene Szenario erinnert wohl bewusst stark an die Romane der großen englischen Autorin. Und auch der Held, der Kölner Kommissar Gregor Hölderling, ist eine aus der Zeit gefallene originelle kluge Figur mit zahlreichen liebenswerten Macken. So schmeckt dem schwer Übergewichtigen die Arbeit überhaupt nicht, dafür aber das Essen umso mehr. Er kocht leidenschaftlich gern und sein heimliches Büro ist das kleine Bistro seines liebsten Feinkosthändlers. Und er trauert immer noch seiner ehemaligen Frau und Jugendliebe Annelies nach, die ihn schon vor Jahren verlassen hat.

Die Rechtsmedizinerin Annelies ist auch der Grund, dass Hölderling an einem Klassentreffen in einem schmucken Hotel auf dem Land teilnimmt. Dort hofft er, ihr mal wieder nahe zu sein. Bereits kurz nach seiner Ankunft fängt es so stark an zu schneien, dass der Ort von der Außenwelt bald völlig abgeschnitten ist. Beim ersten gemeinsamen Essen der ehemaligen Schulklasse kommt es dann zu einem bösen Zwischenfall. Schon bei der Suppe bricht plötzlich die Frau des Hotelbesitzers und ehemalige Mitschülerin unseres Kommissars tot zusammen. Vieles spricht für Mord. Und da die lokale Polizei wegen des Schneechaos das Hotel nicht erreichen kann, übernimmt Hölderling notgedrungen die Ermittlungen.

„Suppenmord – Kommissar Hölderling kocht“ ist ein solider Krimi, der vor allem dank der etwas eigentümlichen, aber sympathischen Hauptfigur den Leser gut unterhält. Der Roman besitzt zudem genügend Wortwitz und Situationskomik. Und obwohl der Kreis der Verdächtigen äußerst überschaubar ist, ist die Auflösung des Falls durchaus überraschend. Genau wie das Mordinstrument: ein ganz gewöhnlicher Schaschlikspieß. Ein hübscher Einfall.

Edda Minck, Suppenmord – Kommissar Hölderling kocht, rororo, 256 Seiten, 8.99 Euro.

Kategorien:Uncategorized
  1. Tom
    Februar 22, 2013 um 3:02 pm

    Ich kann den Minckschen Krimis leider nichts abgewinnen. Habe zwei versucht zu lesen, aber die zogen sich dahin wie Teig, so dass ich sie jeweils zur Hälfte abgebrochen habe. Lustig bedingt, Spannung keine.

  2. Bea
    Februar 23, 2013 um 10:03 pm

    Schön, dass mein „Vorschreiber“ es als seine persönliche Meinung deutlich gemacht hat – viele andere Leser beurteilen Frau Mincks Krimis schon etwas positiver. Zu Recht, wie ich finde. Aber natürlich ist auch das nur eine sehr „persönliche“ Meinung.

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