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Archive for März 2013

Braver Hund

März 29, 2013 1 Kommentar
Kategorien:Uncategorized

Neulich bei Edeka

März 28, 2013 1 Kommentar

Manchmal macht man sich so seine Gedanken: Zuerst war die Mark. Und dann kam der Chip. Und ein deutscher Politiker, Jürgen W. Möllemann, musste mal wegen ihm sogar von seinem Amt zurücktreten, weil er Handelsketten mit dem Briefkopf seines Ministeriums für Wirtschaft einen Chip, der als eine Art Pfandmünze bei Einkaufswagen zum Einsatz kam, empfohlen hatte. Der besagte Chip wurde nämlich von der Firma eines angeheirateten Cousins Möllemanns vertrieben. Und so etwas macht man als Minister eben nicht.

Das ist mittlerweile auch schon mehr als 20 Jahre her. Damals war man jedenfalls froh, wenn man solch einen Chip ergattern konnte und man nicht immer mit einer Mark-Münze in der Tasche herumlaufen musste. Doch schon wenige Jahre später begann eine regelrechte Pfandmünzen-Inflation. Chips wurden von Unternehmen als Werbeträger entdeckt und massenhaft unter die Leute gebracht. Daran hat sich bis heute nichts geändert, außer dem symbolischen Wert des Chips. Früher ersetzte er eine 1-Mark-Münze, und nach der Euro-Umstellung wurde aus ihr ein Euro. Das ist zwar währungstechnisch alles andere als korrekt. Aber nichts Ungewöhnliches. Schließlich kostete früher beispielsweise eine Pizza beim Italiener sechs bis acht DM und nach der Umstellung gab es die dann sofort für die gleiche Summe in Euro.

An all das und viel Unnützes mehr musste ich also denken, als ich kürzlich in unserem Oststädter Supermarkt zum Einkaufen ging und mitten in eine Revolution geriet. Nein, keine Barrikadenkämpfe, keine Guillotine und andere unschöne Dinge rund um unsere Dreifaltigkeitskirche, sondern nach mehr als 20 Jahren waren die betagten Einkaufswagen mit dem Pfandmünzenschlitz tatsächlich verschwunden und ersetzt durch neue schicke Wagen. Ohne Schlitz! Und genau das wird meine Einkaufsgewohnheiten mindestens so revolutionär verändern, wie es kürzlich mit dem „Tatort“ im Fernsehen geschah. Dort hatte ein nuschelnder Kommissar-Darsteller gleich in den ersten Minuten des Films Ganoven in Kompaniestärke in die ewigen Jagdgründe für TV-Bösewichte geschickt und dieses Kunststück dann eben vorab als Revolution des „Tatorts“ angekündigt. Und was ist das schon im Vergleich zu meiner neuen chiplosen Zeit? Und was macht eigentlich der angeheiratete Cousin Möllemanns?

Kategorien:Uncategorized

TV-Kritik: Krokodil

Schön wehmütig begeht das ZDF den Karfreitagabend. Erst verabschiedet sich Claus Theo Gärtner als Josef Matula mit der 300. Folge des Krimi-Klassikers „Ein Fall für zwei“ in den verdienten Serien-Ruhestand. Und danach schlägt sofort die Stunde eines großen Mimen: Mario Adorf, der in einer wahren Paraderolle in der sentimentalen, gleichwohl heiteren Tragikomödie „Krokodil“ zu sehen ist. Ein Fernsehfilm nach einer Erzählung des französischen Erfolgsautors Philippe Djian, die Adorf selbst dem ZDF als Stoff für einen Film vorgeschlagen hat.

Der mittlerweile 82-jährige deutsche Schauspieler mit italienischen Wurzeln spielt den zurückgezogen lebenden Schriftsteller Richard, der sich plötzlich noch einmal gegen sein Alter auflehnt. Den Grund liefert natürlich eine junge Frau (Alwara Höfels, die zukünftige Assistentin von Joachim Król im Frankfurter „Tatort“), die eines Tages mit ihrem Sohn genau vor seinen Augen mit ihrem Auto verunglückt. Obwohl Richard ein knorriger Misanthrop ist und Fremde in seinem Haus nicht leiden mag, nimmt er die verunglückte Judith bei sich auf. Jedenfalls solange bis ihr schwer beschädigtes Auto in der Werkstatt ist – glaubt er zumindest. Doch dann weckt diese Judith, die gerade Hals über Kopf ihren Geliebten Christian (David Roll) verlassen hat, bei ihm längst tief verschüttet geglaubte Gefühle. Und schmerzlich wird ihm bewusst, dass sein bewusster Verzicht auf eine Familie ein großer Fehler gewesen ist. Als plötzlich Christian auftaucht und Judith überreden möchte, zu ihm zurückzukehren, muss Richard handeln ….

Was vielleicht gefährlich nach einer Feiertags-Schmonzette klingt, entpuppt sich schnell als Porträt eines im Lauf des Films zunehmend liebenswerter werdenden alten Mannes. Dabei vermeiden der Regisseur Urs Egger und sein Drehbuchautor Karl-Heinz Käfer jegliche Peinlichkeiten oder gar Schlüpfrigkeiten. Und sie haben mit Adorf einen Hauptdarsteller, der nahezu alle Facetten seines Könnens zeigt. Gut unterstützt wird er von Dagmar Manzel als seine misstrauische Haushälterin und von Michael Mendl, der seinen besten, weil einzigen Freund spielt.

ZDF, 29.03.2013, 21:15 Uhr

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Netter Trick

März 28, 2013 4 Kommentare
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Alle Jahre wieder

März 26, 2013 2 Kommentare
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Gemein!

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Versenkt

März 20, 2013 1 Kommentar
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Ziegenkatze

März 20, 2013 1 Kommentar
Kategorien:Uncategorized

Lotte und Søren Hammer: Das weiße Grab

Deutsche Leser lieben Krimis aus nordischen Ländern. Haben bisher schwedische und norwegische Autoren die Szene und die Bestsellerlisten bestimmt, drängt nun verstärkt mit den Geschwistern Lotte und Søren Hammer auch ein dänisches Schriftstellerpaar auf den deutschen Markt. Und obwohl beide – er Volkshochschullehrer, sie Krankenpflegerin – in eher friedlich bürgerlichen Berufen arbeiten, verstehen sie ihr mörderisches Handwerk. Das beweist jedenfalls ihr zweiter jetzt auf Deutsch vorliegender Roman „Das weiße Grab“.

Im Mittelpunkt steht der Kopenhagener Kommissar Konrad Simonsen, der mit einer perfide ausgeführten Mordserie konfrontiert wird. Ausgangspunkt ist Grönland, wo bereits vor Jahrzehnten ein Täter sein weibliches Opfer im Eis „vergraben“ hat. Die Leiche ist jetzt aber durch die Klimaerwärmung freigelegt und zufällig gefunden worden. Bei seinen Untersuchungen wird Simonsen bald klar, dass dieses Verbrechen mit einer Mordserie in Dänemark zusammenhängt. Auch der offensichtlich psychisch gestörte Täter kann schnell ermittelt werden. Doch die Beweise gegen ihn sind so lückenhaft, dass die Polizei ihn wieder laufen lassen muss. Und das hat dann fatale Folgen, die in einem atemberaubenden Finale münden.

Den beiden Autoren gelingt tatsächlich das feine Kunststück, einen bis zum Schluss spannenden Krimi zu schreiben, obwohl der Täter für die ermittelnden Polizisten und damit auch für den Leser schon im ersten Drittel des Buchs feststeht. Seinen Thrill bezieht der Roman nämlich vorwiegend aus der Motivsuche, die in die Vergangenheit des Mörders führt, und der packend geschilderten Arbeit der Ermittler. Auch die Hauptfiguren, durchweg komplizierte Charaktere, sind gut ausgearbeitet. Und selbst die zwischendurch anklingenden Elemente eines Politthrillers, der die Rolle Grönlands im kalten Krieg thematisiert, sind stimmig. Was jedoch ein wenig stört, ist, dass auch in diesem Skandinavien-Krimi wieder einmal der leitende Kommissar nicht nur mit körperlichen, sondern auch mit seelischen Problemen zu kämpfen hat. Das raue Klima hoch im Norden scheint also nicht gerade gesund zu sein – zumindest für Polizisten.

Lotte und Søren Hammer, Das weiße Grab, Droemer, 512 Seiten, 19,99 Euro.

Pleiten, Pech und Pannen

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