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Neulich bei Edeka

Manchmal macht man sich so seine Gedanken: Zuerst war die Mark. Und dann kam der Chip. Und ein deutscher Politiker, Jürgen W. Möllemann, musste mal wegen ihm sogar von seinem Amt zurücktreten, weil er Handelsketten mit dem Briefkopf seines Ministeriums für Wirtschaft einen Chip, der als eine Art Pfandmünze bei Einkaufswagen zum Einsatz kam, empfohlen hatte. Der besagte Chip wurde nämlich von der Firma eines angeheirateten Cousins Möllemanns vertrieben. Und so etwas macht man als Minister eben nicht.

Das ist mittlerweile auch schon mehr als 20 Jahre her. Damals war man jedenfalls froh, wenn man solch einen Chip ergattern konnte und man nicht immer mit einer Mark-Münze in der Tasche herumlaufen musste. Doch schon wenige Jahre später begann eine regelrechte Pfandmünzen-Inflation. Chips wurden von Unternehmen als Werbeträger entdeckt und massenhaft unter die Leute gebracht. Daran hat sich bis heute nichts geändert, außer dem symbolischen Wert des Chips. Früher ersetzte er eine 1-Mark-Münze, und nach der Euro-Umstellung wurde aus ihr ein Euro. Das ist zwar währungstechnisch alles andere als korrekt. Aber nichts Ungewöhnliches. Schließlich kostete früher beispielsweise eine Pizza beim Italiener sechs bis acht DM und nach der Umstellung gab es die dann sofort für die gleiche Summe in Euro.

An all das und viel Unnützes mehr musste ich also denken, als ich kürzlich in unserem Oststädter Supermarkt zum Einkaufen ging und mitten in eine Revolution geriet. Nein, keine Barrikadenkämpfe, keine Guillotine und andere unschöne Dinge rund um unsere Dreifaltigkeitskirche, sondern nach mehr als 20 Jahren waren die betagten Einkaufswagen mit dem Pfandmünzenschlitz tatsächlich verschwunden und ersetzt durch neue schicke Wagen. Ohne Schlitz! Und genau das wird meine Einkaufsgewohnheiten mindestens so revolutionär verändern, wie es kürzlich mit dem „Tatort“ im Fernsehen geschah. Dort hatte ein nuschelnder Kommissar-Darsteller gleich in den ersten Minuten des Films Ganoven in Kompaniestärke in die ewigen Jagdgründe für TV-Bösewichte geschickt und dieses Kunststück dann eben vorab als Revolution des „Tatorts“ angekündigt. Und was ist das schon im Vergleich zu meiner neuen chiplosen Zeit? Und was macht eigentlich der angeheiratete Cousin Möllemanns?

Kategorien:Uncategorized
  1. März 28, 2013 um 9:49 pm

    Die Oststadt ist den anderen Stadtteilen um Monate voraus.

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