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Kritik: Smashed

Alkoholismus in all seinen Spielarten ist schon oft von amerikanischen Filmen thematisiert worden. Man denke nur an Billy Wilders Klassiker „Das verlorene Wochenende“ (1945), an John Hustons „Unter dem Vulkan“ (1984), an Mike Figgis’ „Leaving Las Vegas“ (1995) oder zuletzt an Robert Zemeckis’ Pilotendrama „Flight“. Das aber wie in „Smashed“ im Mittelpunkt eines solchen Trinkerfilms ein ganz normales durchschnittliches Ehepaar steht, ist die große Ausnahme. Kate (Mary Elizabeth Winstead, „Stirb langsam 4.0“) und Charlie (Aaron Paul, bekannt aus der TV-Serie „Breaking Bad“) sind so ein Paar. Er arbeitet als Songwriter, sie ist Grundschullehrerin. Beide feiern für ihr Leben gern und trinken dabei von morgens bis abends Alkohol. Ohne sich darüber irgendwelche Gedanken zu machen.

Doch eines Morgens nach einer durchzechten Nacht muss sich Kate vor ihrer Schulklasse übergeben. Die Kinder fragen sie daraufhin, ob sie schwanger sei. Und nach kurzem Zögern bestätigt Kate dies – schließlich auch vor ihrer besorgten Schulleiterin. Eine Notlüge, die später noch böse Folgen für sie haben wird. Der Einzige, der an ihrer Schule diesen Schwindel durchschaut, ist Kates Kollege Dave (Nick Offerman), selbst trockener Alkoholiker. Er bietet der jungen Frau seine Hilfe an. Nach einem weiteren nächtlichen Exzess nimmt Kate sie an, begleitet ihn zu einer Gruppe der Anonymen Alkoholiker. Und auf im Film doch arg übertrieben einfache Weise ist sie dann in recht kurzer Zeit „trocken“. Was jedoch für neue Probleme sorgt, da beispielsweise ihr Mann Charlie weiter heftig trinkt und nicht bereit ist, damit aufzuhören.

Das klingt nach düsterem Beziehungsdrama, aber James Ponsoldts Independentfilm hat zwischendurch zum Glück auch immer wieder erfrischend komische Momente. Gleichwohl schildert er eindrucksvoll die Folgen einer Sucht, zeigt, wie schwierig es ist, trocken zu bleiben, und in einer der besten Szenen des Films wird für den Zuschauer die plötzliche Entfremdung fast körperlich spürbar, mit der die nüchterne Protagonistin auf die schwer angetrunkenen Teilnehmer einer Geburtstagsparty reagiert. Sehenswert ist auch das kraftvoll emotionale Spiel der Hauptdarstellerin, die dabei gut von Aron Paul unterstützt wird.

Smashed, Regie: James Ponsoldt, USA 2012, 81 Min., FSK: 12

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