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Kritik: Englisch für Anfänger

Nach Französisch, Italienisch und Türkisch kommt nun mit „Englisch für Anfänger“ bereits der vierte filmische Sprachkurs in unsere Kinos. Und er könnte, wenn das deutsche Publikum keine Scheu vor ein bisschen Exotik hat, eine der erfolgreichen Komödien dieses Sommers werden. In seinem Heimatland Indien hat er jedenfalls schon fast ein Dutzend Filmpreise gewonnen und beim Festival im kanadischen Toronto ist er sogar von den Zuschauern mit Standing Ovations gefeiert worden. Und diese Bollywood-Produktion, für die Gauri Shinde das Drehbuch geschrieben und Regie geführt hat, macht tatsächlich richtig Spaß. Nicht zuletzt wegen ihrer Hauptdarstellerin Sridevi, die in Indien ein Superstar ist und mit diesem Film nach 15 Jahren ihr Kino-Comeback eindrucksvoll feiert.

Sridevi spielt die traditionelle indische Hausfrau Shashi. Eine Mutter von zwei Kindern, die – wie ihr Mann Satish (Adil Hussain) sagt – geboren wurde, um zu kochen. Ihre Spezialität ist das Süßgebäck Laddu, das sie in einem kleinen privaten Catering-Service erfolgreich verkauft. Dennoch hat Shashi ein großes Problem: Sie spricht kein Englisch, worüber sich ihre pubertierende Tochter und ihr Mann gern lustig machen. Besonders weil diese Sprache in Indien als so modern gilt, dass man sie in bürgerlichen Kreisen lieber spricht als das einheimische Hindi. Und dann bekommt Shashi auch noch eine Einladung aus dem fernen New York zu der Hochzeit ihrer Nichte, zu der sie zu allem Überfluss völlig allein anreisen muss.

Ihre fehlenden Englischkenntnisse bringen Shashi in New York in so fürchterlich peinliche Situationen, dass sie ziemlich schnell beschließt, heimlich einen Englisch-Crashkurs zu belegen. Dadurch wird sie zunehmend selbstbewusster, und als sie dann auch noch den Franzosen Laurent (Mehdi Nebbou) kennen lernt, der sie als Frau und eben nicht nur als Köchin begehrt, gerät gar ihre eingefahrene Ehe in allerhöchste Gefahr. – Natürlich endet auch dieser Film in typischer Bollywood-Manier absolut harmonisch. Dennoch gibt es ein paar kritische Spitzen gegen das traditionelle Geschlechterverhältnis. Es wird sogar angedeutet, wie Sashi darunter leidet, aber vor allem freut man sich über die kleinen Emanzipationserfolge dieser liebenswerten Frau. Und da auch die für indische Filme üblichen Tanz- und Gesangseinlagen eher dezent daherkommen, ist dieser Englischkurs nicht nur für Anfänger bestens geeignet.

Englisch für Anfänger, Regie: Gauri Shinde, Indien 2012, 134 Min., FSK: 0

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