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Archive for Juni 2013

Michael Peinkofer: Die Herrschaft der Orks

Eigentlich wollen die Ork-Brüder Balbok und Rammar nur ihre Ruhe haben. Vor Jahren, wenn nicht gar vor Jahrhunderten, haben sie sich auf eine abgelegene Insel zurückgezogen. Dort mit anderen Orks ein kleines Reich gegründet, das die zwei jetzt als Könige regieren. Sie pflegen nun ihre Leidenschaften: saufen, fressen und raufen. Und haben dabei, das wird den DFB bestimmt überraschen, sogar das Fußballspiel erfunden. – Alles ist also in allerbester Ork-Ordnung bis zu dem verhängnisvollen Tag, an dem urplötzlich auf der Insel ein Mensch mit einem Luftschiff landet. Dieser Mensch ist Dag, ein Erfinder und Krieger. Er berichtet den Brüdern, dass sie in der fernen Erdenwelt als Helden verehrt werden. Und dass die Menschen inzwischen mit den streitsüchtigen Zwergen im Krieg liegen.

So beginnt Michael Peinkofers neuer Roman „Die Herrschaft der Orks“, mit dem er – auf Wunsch vieler Leser – seine eigentlich abgeschlossene Trilogie um die Brüder Balbok und Rammar in einem weiteren Band weiterspinnt. Mit dieser kleinen Serie, die den aus den J. R. R. Tolkien-Romanen gut bekannten kriegerischen Unholden und Raufbolden ein menschlich knuffiges Antlitz verleiht, ist der Filmjournalist inzwischen zu einen der erfolgreichsten Fantasy-Autoren Deutschlands avanciert. Und bei soviel Erfolg wird auch sie natürlich fortgeführt in einer neuen Trilogie, deren erster Teil, „Die Könige“, im kommenden Herbst erscheint. Eine Leseprobe findet sich bereits am Ende des jetzt vorliegenden Romans.

Natürlich wird auch in „Die Herrschaft der Orks“ wieder eine aufregende Geschichte erzählt: Der schon erwähnte Dag überredet trickreich Balbok und Rammar ihn in die Welt der Menschen zu begleiten, um – wie die zwei allerdings erst später erfahren – seine Geliebte, eine leibhaftige Prinzessin, aus den Händen der listigen Zwerge zu befreien. Als Orks von echtem „Tod und Horn“ beschließen die Brüder, sich das alles einmal genauer anzuschauen. Und das hat dann wirklich überraschend schlimme Folgen. – Das Ende des Romans ist tatsächlich sehr ungewöhnlich, aber vom Autor so raffiniert konstruiert, dass es den Leser sofort neugierig auf weitere Abenteuer macht. Und obwohl die erzählte Geschichte nicht besonders originell ist, macht sie beim Lesen dennoch Spaß vor allem dank des recht unkonventionellen Verhaltens der beiden nassforschen Ork-Brüder.

Michael Peinkofer, Die Herrschaft der Orks, Piper, 528 Seiten, 16,99 Euro.

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Titties

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Kritik: Gambit – Der Masterplan

Wer Lust hat auf eine nostalgische Kino-Zeitreise, der sollte es mal mit „Gambit – Der Masterplan“ versuchen. Der Film ist bis in die Details hinein so altmodisch inszeniert, dass man sich beim Zuschauen einfach ziemlich schnell in eine Zeit versetzt fühlt, in der britischer Humor im Kino höchst populär gewesen ist. Was kaum verwundert, schließlich ist Michael Hoffmans Krimikomödie ein Remake von „Das Mädchen aus der Cherry-Bar“ (1966) mit Michael Caine und Shirley MacLaine in den Hauptrollen. Und das Drehbuch der Neuauflage haben bereits vor einer ganzen Weile Joel und Ethan Coen verfasst, die die Vorlage zwar verändert, allerdings offenbar kaum modernisiert haben.

Im Mittelpunkt steht der Londoner Kunstkenner Harry Deane (Colin Firth), der als Kurator beim britischen Medienzar Lionel Shahbandar (Alan Rickman) arbeitet. Da ihn sein exzentrischer Chef schon seit Jahren fürchterlich schikaniert, will Harry ihn nun aus Rache böse aufs Kreuz legen und ihm eine Fälschung eines Monet-Gemäldes für mehrere Millionen Pfund andrehen. Dafür entwickelt er einen höchst raffinierten Plan und verpflichtet die Texanerin PJ Puznowski (Cameron Diaz) als Lockvogel, in deren Besitz sich das Bild angeblich befindet. Und tatsächlich: Shahbandar beißt an. Doch bevor der Deal perfekt ist, entwickeln sich die Dinge plötzlich völlig anders, als Harry geplant hat.

Obwohl der Film nicht übersehbare Schwächen hat, die Hauptfiguren sind beispielsweise bis zum Schluss recht schwammig gezeichnet, macht er dennoch viel Spaß. Besonders dank seiner witzigen Slapstick-Szenen und dem großen Mut zur Albernheit, den vor allem Colin Firth beweist. Wie er in Boxershorts mit stoischer Miene durch die Flure und das Foyer eines Luxushotels schreitet, ist einfach schreiend komisch. Auch Alan Rickman ist in seiner Rolle ein herrlicher Fiesling mit einem spleenigen Hang zum Nudismus. Und dazu gibt es zahlreiche lustige Gags über Texaner, Japaner und Deutsche sowie nette Zitate, auch musikalischer Art, aus Komödienklassikern des vorigen Jahrhunderts.

Gambit – Der Masterplan, Regie: Michael Hoffman, USA 2012, 89 Min., FSK: 0

Lecker Torte

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TV-Kritik: Jasmin

In der Hierarchie der Gefängnisse stehen Mütter, die ihre Kinder getötet haben, ganz unten. Von ihren Mitgefangenen werden sie gedemütigt, beschimpft und körperlich bedroht. Und in den Medien werden diese Frauen oft als Monster dargestellt, deren Taten dann jedoch genüsslich gruselig breitgetreten werden. In Jan Fehses Kinodrama „Jasmin“, das nach seinem Einsatz in ausgewählten Programmkinos jetzt in der ARD leider erst zur späten Stunde seine Fernsehpremiere hat, steht genau solch eine Frau im Mittelpunkt. Ihre Geschichte beruht nach den Worten des Drehbuchautors Christian Lyra auf der Summe verschiedener wahrer Fälle, auf die der Autor bei Recherchen in der Psychiatrie gestoßen ist.

Fast ausschließlicher Schauplatz ist in „Jasmin“ ein karg eingerichteter Raum in der geschlossenen Abteilung einer psychiatrischen Anstalt, die auf „schwere“ Fälle spezialisiert ist. Dort begegnen sich zu vier Gesprächen an vier Tagen die Kindermörderin Jasmin und die Psychiaterin Dr. Feldt. Die Ärztin soll für das Gericht herausfinden, wie es zu der schlimmen Tat gekommen ist. Und sich ein Bild machen von der Frau, die ihr kleines Kind umgebracht hat. Was folgt, ist kein therapeutisches Gespräch, sondern der betont sachliche Versuch den Weg nachzuzeichnen, der schließlich zu dieser Katastrophe geführt. Dabei bleibt Dr. Feldt bis zum Schluss der Frau gegenüber distanziert beobachtend, stellt kurze knappe Fragen, hakt, wenn es nötig ist, nach. Und lässt so die Kindsmörderin erzählen von ihrem Leben, das „eine beschissene Aneinanderreihung von falschen Entscheidungen“ gewesen ist.

Der Zuschauer wird also Ohrenzeuge einer vielleicht gar nicht so ungewöhnlichen Leidensgeschichte, an deren vorläufiges Ende eine schwere Depression steht. Und als fatale Folge ein sogenannter erweiterter Suizid, der zum Tod des Kindes geführt hat, während die Mutter im letzten Moment gerettet worden ist. Gleichzeitig, und das ist vermutlich noch wichtiger, wird deutlich, dass für die unvorstellbar schlimme Tat kein Monster verantwortlich ist, sondern eine völlig überforderte und zudem psychisch kranke junge Frau, über die und deren Tat das Fällen eines Urteils richtig schwerfällt.

Der bewusst kühl inszenierte Film selbst ist alles andere als leicht zu konsumieren. Er kommt fast ohne musikalische Untermalung aus, vermeidet jeglichen Voyeurismus, verlangt vom Zuschauer sehr viel Konzentration und Aufmerksamkeit. Doch wer bereit ist, sich auf dieses kammerspielartige Drama einzulassen, erlebt großes Schauspielerinnenkino. Bei dem man sich an Romuald Karmakars faszinierenden Film „Der Totmacher“ mit Götz George als Serienkiller Fritz Haarmann erinnert fühlt. Und bei dem beide Hauptdarstellerinnen überzeugend ihre schwierigen Rollen verkörpern: Anne Schäfer als Jasmin und Wiebke Puls als Psychiaterin. Letztere ist in Hannover keine Unbekannte, ist sie doch von 1997 bis 1999 am Schauspielhaus fest engagiert gewesen. Und nun gibt es also ein Wiedersehen mit ihr im Fernsehen, das man sich nicht entgehen lassen sollte.

ARD, 20.06.2013, 23:15 Uhr 
ARD, 21.06.2013, 02:40 Uhr / Eins Festival, 21.06.2013, 22:35 Uhr

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Wetterfrösche

Juni 19, 2013 2 Kommentare
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Der Buschmann

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Ein bisschen Werbung

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