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Tele 5: Die schlechtesten Filme aller Zeiten

Eines besitzt Tele 5 auf jeden Fall: Humor. Das hat der kleine Münchner Privatsender, der auf den Programmlisten der meisten TV-Zuschauer wohl eher ganz hinten zu finden ist, auch schon zum letzten Weihnachtsfest bewiesen. Während die übermächtige Konkurrenz wie alle Jahre wieder auf große Hollywood-Produktionen oder populäre Herz-Schmerz-Kost gesetzt hat, hat Tele 5 in einem Trailer selbstironisch reißerisch angekündigt: „Der größte Schrott zum Fest“. Und dieses ungewöhnliche Versprechen ist dann auch eingehalten wurden mit durchweg merkwürdigen Filmen wie: „Palast der Schatten – Tödliche Intrigen am Hof der Kaiserin“, „Ironheart – Richard Löwenherz und die Kinder Gottes“ oder „Blood & Flowers – Der Wächter des Königs“. Doch selbst eine solch festliche Negativauswahl lässt sich noch steigern.

Von dieser Woche an zeigt Tele 5 an zwölf Freitagen, um 22.15 Uhr, die Reihe „Die schlechtesten Filme aller Zeiten“. Ausgewählt von keinen Geringeren als dem „Mattscheiben“-Terminator Oliver Kalkofe und dem selbsternannten TV-„Bullshit“-Experten Peter Rütten. Also von zwei deutschen Comedy-Größen, die mit ihren fernsehkritischen Shows beide schon seit einiger Zeit bei dem Sender ihr vorläufiges Zuhause gefunden haben. Und die ihn dafür dann auch entsprechend loben. „Gute Filme“, sagt Kalkofe, „will jeder zeigen. Aber schlechte? Traut sich nur Tele 5 und da ist man sogar stolz darauf!“

Aber die schlechten Filme werden nicht nur einfach gezeigt. Sondern sie sollen, das verspricht jedenfalls mit heiligem Ernst Tele 5, „im stilechten Ambiente einer Berliner Filmkunst-Videothek“ von Kalkofe und Rütten angekündigt werden. In den Werbepausen wollen die zwei dann einzelne Szenen mit „gebotenem Respekt“ sezieren, „nuancierte Darsteller-Leistungen“, „Sub-Texte“ und versteckte Botschaften herausfiltern. Außerdem wollen sie dazu thematisch passende Cocktails servieren. „Ich sage es ganz offen: bei diesen Filmen kann Alkohol sehr wohl nützlich sein!“, so Kalkofe. „Wir möchten niemand zum unkontrollierten Saufen animieren, aber ein maßvolles Besäufnis kann theoretisch dabei helfen, die Birne auf die passende Betriebstemperatur vorzuglühen.“

Eröffnet wird die Reihe gleich mit einem (der Kalauer muss einfach sein:) „Hailight“, mit „Supershark“: Nach einem schlimmen Unfall bei einer Ölbohrung treibt an der kalifornischen Küste ein prähistorischer Riesenhai sein mörderisches Unwesen. Er zerstört nicht nur eine Bohrplattform, sondern auch ein U-Boot, pflückt sich mit Riesensprüngen Kampfjets vom Himmel und frisst auf seinen Flossen über den Strand laufend jede Menge Badeurlauber. Was übrigens ziemlich komisch ausschaut. Aber dieses gigantische Ungeheuer hat auch seine guten Seiten: Darsteller, die besonders schlecht agieren und dabei noch schlechtere Dialoge aufsagen, werden allesamt nach wenigen Minuten vom Killerhai gnadenlos verschlungen. Selbst das gegen ihn eingesetzte Militär sieht anfangs alt aus – trotz, wie es tatsächlich im Film heißt, einer neuen Geheimwaffe für den Afghanistankrieg. Einem auf vier Beinen gehenden Panzer, über den sich die Taliban bestimmt sofort totlachen würden. Der hier zu einem zum Schreien blödsinnigen Kampf mit dem Meeresungeheuer antritt, aber schließlich vom Hai einfach umgehauen wird und explodiert. Dennoch wird natürlich auch der Killerhai am Schluss in die ewigen Jagdgründe für Filmmonster geschickt.

Inszeniert, geschrieben und produziert hat den Film Trash-Legende Fred Olen Ray, dem – so steht’s auf dem DVD-Cover des Films – Regisseur von „Bikini A Go Go“, „Bikini Round-Up“, „Bikini Chain Gang“, „Ghost in a Teeny Bikini“, „Super Ninja Bikini Babes“ und „Bikini Pirates“. Und „Bikini Babes“ gibt’s auch reichlich in dem inhaltlich wie formalen Filmdesaster „Supershark“. Nach diesem für Freunde der unfreiwillig komischen Filmkost vielversprechenden Auftakt folgen dann „Knochenbrecher im Wilden Westen“ (2.8.), „Thron des Feuers“ (9.8.), „Piranhas“ (16.8.) und „Cherry 2000“ (23.8.). Im Programm ist aber auch John Travoltas wahnwitzig schlechter Scientologen Sci-Fi-Film „Battlefield Earth“.

Wer allerdings fehlt, ist der Dauergast auf den gerade im Internet so beliebten Listen miserabler Filme: Uwe Boll, der als „schlechtester Regisseur aller Zeiten“ gilt. Für seine Nicht-Berücksichtigung hat sich Boll inzwischen in einer Videobotschaft bei Kalkofe und Rütten bedankt. Und dabei gleich mit seinem neusten Streifen, „Assault on Wall Street“ gedroht. In dem Film, sagt er, werden Banker erschossen. Und das sei „ein Thema, was viele Leute begeistern wird.“ Trash-Größen wie Boll schrecken eben vor nichts zurück. Und genau das beweist nun auch Tele 5 mit seiner komischen Reihe.

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