Archiv

Archive for August 2013

Kritik: R.I.P.D.

Besser gut kopiert als schlecht erfunden – nach diesem Erfolgsrezept funktionieren viele Hollywood-Streifen. Auch die Actionkomödie „R.I.P.D.“, die Filmen wie „Ghostbuster“ und vor allem „Men in Black“ sehr stark nachempfunden ist. Und die dennoch einer der großen finanziellen Flops des Kinojahres zu werden droht, da sie bisher gerade einmal ein Viertel ihrer Produktionskosten von 130 Millionen Dollar eingespielt hat. Inszeniert hat den Film der deutsche Regisseur Robert Schwentke, der seit seinem Erfolg mit „Flightplan“ (2005) regelmäßig in den USA arbeitet und dem hier bekannte Stars zur Verfügung standen wie Ryan Reynolds, Jeff Bridges oder Kevin Bacon.

Erzählt wird vom Bostoner Polizisten Nick (Reynolds), der eines Tages bei einem Einsatz von seinem korrupten Kollegen Bobby (Bacon) hinterhältig erschossen wird. Und kurz nach seinem Tod weder in der Hölle noch im Himmel landet, sondern in einer Art Zwischenreich. Dort arbeitet in einem strahlend hellen Büro die Beamtin Proctor (Mary-Louise Parker), deren Aufgabe es ist für das „Rest in Peace Departement“ (R.I.P.D.) ehemalige, weil tote Cops zu rekrutieren. Sie sollen dann Jagd machen auf sogenannte Deados, den bösen Geistern von verstorbenen Schurken. Nick lässt sich auf diesen ungewöhnlichen Job ein und bekommt als Partner Roy (Bridges), einen Sheriff aus dem 19. Jahrhundert. Schon bald stoßen die zwei bei ihren explosiven Einsätzen auf die Spur eines Verbrechens, das auch mit Nicks gewaltsamen Tod zu tun hat. Und auf eine Verschwörung, die direkt in die Apokalypse führen würde.

Die Geschichte klingt vielleicht ein bisschen verzwickt, ist aber im Grunde nichts anderes als „Men in Black“ mit Gespenstern. Wobei diese wie ziemlich eklige Monster-Matschköpfe ausschauen, die bei ihrem endgültigen Ableben staubend zerplatzen. Aber lustig ist selbst das nicht. Und überhaupt fehlen dem Film zündende Gags, witzige Dialoge und originelle Figuren. Sogar die vermutlich sehr teuren Spezialeffekte wirken ziemlich angestaubt. Und auch der ewige „Dude“, Jeff Bridges, kann den missratenen Film nicht retten.

R.I.P.D., Regie: Robert Schwentke, USA 2013, 96 Min., FSK 12

Advertisements

Nein, diese Krähen

August 29, 2013 1 Kommentar
Kategorien:Uncategorized

Pizza-Bringdienst

August 27, 2013 2 Kommentare
Kategorien:Uncategorized

Ein bisschen Werbung

Kategorien:Uncategorized

TV-Kritik: Das letzte Wort

Mal so nebenbei schauen, kann und sollte man „Das letzte Wort“ auf keinen Fall. Der Fernsehfilm, den Didi Danquart inszeniert hat, verlangt dem Zuschauer viel, ja sehr viel ab. Er verweigert sich durch sein ruhiges Tempo, das erst gegen Ende dramatisch angezogen wird, völlig heutigen Sehgewohnheiten. Und zudem steht im Mittelpunkt ein schier endloser Dialog zwischen zwei Männern, der um Fragen kreist wie Schuld und Sühne, Verantwortung und Vergebung. Und der bisweilen sogar Züge eines theologischen Disputs trägt, bei dem es um die Rechtmäßigkeit von Abtreibungen geht.

Doch Ausgangspunkt, der von Paul Hengge geschriebenen Geschichte, ist ein Mord. Ein Pfarrer ist nachts in seinem Haus getötet wurden. Sein Bruder, ein Bischof (Thomas Thieme), wird von der Polizei vernommen. Und äußert dabei den Verdacht, dass für die Tat womöglich ein Mann in Frage kommt, der ihn seit einiger Zeit anonym mit Telefonanrufen belästigt und der am Tag des Verbrechens um das Haus geschlichen ist. Der Bischof vermutet daher, dass er womöglich das eigentliche Ziel des Mörders gewesen ist. Außerdem gibt es einen vagen Zusammenhang zwischen einer älteren drogenabhängigen Frau, die von einem jungen Mann ins örtliche Krankenhaus verbracht worden und dort gestorben ist.

Als die Kripo gegangen ist, taucht plötzlich ein Unbekannter (Shenja Lacher) an der Tür auf. Gibt sich als LKA-Beamter aus, der den Bischof erneut vernehmen möchte. Und als der Geistliche in dem Unbekannten den vermeintlichen Mörder erkennt, wird er von ihm gekidnappt und gefesselt. Danach folgt der anfangs erwähnte lange Dialog, der bald Züge eines Verhörs trägt. Und der, obwohl er bisweilen ziemlich artifiziell wirkt, richtig spannend ist – dank der beiden großartig agierenden Schauspieler, die mit Blicken und kleinen Gesten ungemein viel ausdrücken können. Was dieses sperrige Kammerspiel dann auch für Nicht-Theologen so sehenswert macht.

arte, 23.08., 20.15 Uhr

Kategorien:Uncategorized

Villa Germania

Kategorien:Uncategorized Schlagwörter:

Kino: Pain & Gain

Die Geschichte ist so unglaublich, dass sie nur wahr sein kann. Und es gibt nur ganz wenige Filme, in denen sich Gangster so – nun ja – oberdämlich anstellen wie hier. Im Mittelpunkt von Michael Bays „Pain & Gain“ steht der Bodybuilder-Trainer Daniel Lugo (Mark Wahlberg). Er träumt den amerikanischen Traum, will ein Macher und kein Schwacher sein. Um endlich ans ganz große Geld zu kommen, beschließt er mit seinen Bodybuilder-Kumpels, dem Koloss Paul (Dwayne Johnson) und dem unter seiner anabolikabedingten Impotenz leidenden Adrian (Anthony Mackie), den Millionär Victor Kershaw (Tony Shalhoub, „Monk“) zu entführen.

Schon die Entführung läuft anfangs so schrecklich schief, die drei Möchtegern-Ganoven lassen dabei wirklich keine Panne aus, dass man sich darüber als Zuschauer einfach amüsieren muss. Und noch verrückter stellt sich das Trio an, als es den armen Victor schließlich in seine Gewalt hat. Dennoch gelangen die drei mittels Folter an das Vermögen ihres Opfers. Als der kurz danach fliehen kann, glaubt ihm zwar die Polizei kein Wort. So unglaublich ist die Geschichte. Aber der dann von Victor engagierte Privatdetektiv (Ed Harris) nimmt die Sache bierernst. Die Lage wird dadurch für das Trio immer ungemütlicher und endet schließlich in einer einzigen mörderischen Katastrophe.

Das trifft auch, wie der Abspann verrät, auf die realen Vorbilder dieser tatsächlich wahren Story zu. Während einer der drei zu einer langjährigen Gefängnisstrafe verurteilt worden ist, warten die anderen beiden seit 1998 in einer Todeszelle in Florida auf die Vollstreckung ihres Urteils. Worüber der Regisseur am Schluss allerdings äußerst locker hinweggeht, obwohl er zuvor seine Antihelden ja als durchaus sympathische Loser gezeichnet hat. Aber nicht nur deswegen hinterlässt dieser Film des Actionspezialisten Bay („Transformers“) einen zwiespältigen Eindruck. So ist er zwar streckenweise eine durchaus gelungene bitterböse Satire über den amerikanischen Traum, gleichzeitig ergeht er sich aber in Stammtisch-Witzeleien der billigsten Art. Und zudem ist er einfach viel zu lang.

Pain & Gain, Regie: Michael Bay, USA 2013, 129 Min., FSK 16

Kategorien:Uncategorized Schlagwörter:
%d Bloggern gefällt das: