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Kritik: 42 – Die wahre Geschichte einer Sportlegende

Filme, in denen Baseball eine wichtige Rolle spielt, haben es bei uns an der Kinokasse schwer. Selbst wenn sie prominent mit Stars besetzt sind wie Kevin Costner („Feld der Träume“), Tom Hanks („Eine Klasse für sich“) oder Brad Pitt („Moneyball“). Zu typisch amerikanisch ist diese Sportart und zu unverständlich ist für uns ihr Regelwerk. Dennoch lohnt sich ein Besuch von Brian Helgelands „42“. Er ist nicht nur der erfolgreichste Baseballfilm aller Zeiten, sondern er liefert einen interessanten Einblick in die US-Nachkriegsgeschichte. Und zeigt dabei ganz nebenbei, wie lang und steinig der Weg gewesen ist bis zum ersten schwarzen US-Präsidenten. Was jedoch die Zuschauernerven arg strapaziert, ist die pathetische Musiksoße, die über viele Szenen gegossen wird. Eine offenbar unheilbare Hollywood-Krankheit!

Erzählt wird von Jackie Robinson (eine Entdeckung: Chadwick Boseman), dem ersten afroamerikanischen Spieler der obersten US-Baseball-Liga. Robinson, der im Krieg als Soldat gekämpft hat, wird 1947 überraschend vom Chef der Brooklyn Dodgers, Branch Rickey (Harrison Ford), engagiert. Und nach einem Test in einer unteren Mannschaft bestreitet er im April des Jahres sein erstes Spiel in der Profiliga – mit der Rückennummer 42. Sein Auftritt, sein Engagement sind ein unglaublicher Tabubruch im angeblich „weißen“ Baseball, den Branch Rickey allerdings gern in Kauf nimmt. Mit schwarzen Spieler möchte der brummige starrköpfige Alte die Popularität des Spiels noch steigern. Ihm gehe es, sagt er, nicht um Schwarz oder Weiß, sondern um grüne Dollarscheine. Und außerdem, das erfährt man jedoch erst gegen Ende des Films, hat Rickey auch noch einen privaten Grund für seine mehr als mutige Entscheidung.

Der Film zeigt nun die ersten sportlichen Erfolge von Jackie Robinson, aber vor allem beschreibt er in meist irritierenden idyllisch reinen Bildern die auch aus heutiger Sicht noch erschreckend wirkenden dreckigen Reaktionen auf diesen farbigen Spieler. Dem es zunehmend schwer fällt, nicht mit körperlicher Gewalt auf die rassistischen Beschimpfungen und Kränkungen zu reagieren. Und als ihn dann auch noch ein gegnerischer Trainer während eines Spiels mit wahren Hasstiraden bombardiert, scheint Jackie dem Druck nicht mehr auszuhalten.

42 – Die wahre Geschichte einer Sportlegende, Regie: Brian Helgeland, USA 2013, 128 Min. FSK: 0

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