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TV-Kritik: Gestern waren wir Fremde

Spannender als so mancher ARD-„Tatort“ ist das Familiendrama „Gestern waren wir Fremde“. Ein von Matthias Tiefenbacher ungemein stimmig inszenierter Fernsehfilm, über den man einfach vorab nicht allzu viel verraten darf. Im Mittelpunkt steht die junge erfolgreiche Münchener Bauingenieurin Sophie (Lisa Wagner), die früh gelernt hat, sich in der Männerwelt zu behaupten. Als sie eines Tages ihren Vater (Thomas Thieme) zu dessen Geburtstag in der bayrischen Provinz besucht, kommt es zum heftigen Streit zwischen den zweien. Anlass ist Sophies Geschenk: eine Reise nach Venedig.

Warum der Vater dieses Geschenk so emotional ablehnt, bleibt dabei völlig im Dunkeln. Seine Tochter kann sich sein Verhalten jedenfalls nicht erklären. Und rätselhaft geht die Geschichte weiter: Nach diesem Eklat fährt Sophie sofort wütend nach Hause und begegnet dort ihrem neuen Nachbarn Max (André Szymanski). Beide finden sich auf Anhieb sympathisch. Und obwohl sie eigentlich keine feste Beziehung eingehen möchte, beginnt sie eine Affäre mit Max. Doch dann erscheint wenige Tage später ihre Mutter (Julia von Sell), die Vater und Tochter wieder versöhnen möchte. Als Sophie ihr Max vorstellt, erschrickt sie, verlässt Hals über Kopf die Wohnung. Ruft noch schnell ihren Mann an. Sagt ihm, dass etwas Schreckliches geschehen sei. Und verunglückt kurz danach tödlich.

Auch das Max gegenüber mehr als befremdliche Verhalten ihrer Mutter ist für Sophie nicht erklärlich. An dieser Stelle erreicht die klug konstruierte Geschichte (Drehbuch: Martin Kluger, Maureen Herzfeld) nach knapp einer Stunde ihren Spannungshöhepunkt, bei dem man sich nach Aufklärung dieser mysteriösen Story fast schon sehnt. Und verstärkt wird all dies, weil das vorzügliche Spiel der mehrfach mit Preisen ausgezeichneten Schauspielerin Lisa Wagner die entstandene Anspannung auch vor dem Fernsehschirm beinahe körperlich spürbar macht. Kurzum: ein wunderbarer, nahezu perfekter Film!

ARD, 21.08.2013, 20:15 Uhr 
ARD, 22.08.2013, 00:20 Uhr / Eins Festival, 24.08.2013, 20:15 Uhr
Eins Festival, 25.08.2013, 11:45 Uhr / Eins Festival, 28.08.2013, 18:30 Uhr

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