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TV-Kritik: Das letzte Wort

Mal so nebenbei schauen, kann und sollte man „Das letzte Wort“ auf keinen Fall. Der Fernsehfilm, den Didi Danquart inszeniert hat, verlangt dem Zuschauer viel, ja sehr viel ab. Er verweigert sich durch sein ruhiges Tempo, das erst gegen Ende dramatisch angezogen wird, völlig heutigen Sehgewohnheiten. Und zudem steht im Mittelpunkt ein schier endloser Dialog zwischen zwei Männern, der um Fragen kreist wie Schuld und Sühne, Verantwortung und Vergebung. Und der bisweilen sogar Züge eines theologischen Disputs trägt, bei dem es um die Rechtmäßigkeit von Abtreibungen geht.

Doch Ausgangspunkt, der von Paul Hengge geschriebenen Geschichte, ist ein Mord. Ein Pfarrer ist nachts in seinem Haus getötet wurden. Sein Bruder, ein Bischof (Thomas Thieme), wird von der Polizei vernommen. Und äußert dabei den Verdacht, dass für die Tat womöglich ein Mann in Frage kommt, der ihn seit einiger Zeit anonym mit Telefonanrufen belästigt und der am Tag des Verbrechens um das Haus geschlichen ist. Der Bischof vermutet daher, dass er womöglich das eigentliche Ziel des Mörders gewesen ist. Außerdem gibt es einen vagen Zusammenhang zwischen einer älteren drogenabhängigen Frau, die von einem jungen Mann ins örtliche Krankenhaus verbracht worden und dort gestorben ist.

Als die Kripo gegangen ist, taucht plötzlich ein Unbekannter (Shenja Lacher) an der Tür auf. Gibt sich als LKA-Beamter aus, der den Bischof erneut vernehmen möchte. Und als der Geistliche in dem Unbekannten den vermeintlichen Mörder erkennt, wird er von ihm gekidnappt und gefesselt. Danach folgt der anfangs erwähnte lange Dialog, der bald Züge eines Verhörs trägt. Und der, obwohl er bisweilen ziemlich artifiziell wirkt, richtig spannend ist – dank der beiden großartig agierenden Schauspieler, die mit Blicken und kleinen Gesten ungemein viel ausdrücken können. Was dieses sperrige Kammerspiel dann auch für Nicht-Theologen so sehenswert macht.

arte, 23.08., 20.15 Uhr

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