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Archive for September 2013

Hiiilfe! Polizei!

September 30, 2013 1 Kommentar
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Polizeiruf 110 – Kinderparadies

Wir wissen natürlich nicht, welche Erfahrungen Drehbuchautor Daniel Nocke mit Elternabenden gemacht hat. Aber sie müssen schrecklich gewesen sein. Der von ihm in dem Münchener „Polizeiruf 110 – Kinderparadies“ beschriebene Elternabend eines selbstverwalteten Kinderladens ist jedenfalls der Schauplatz subtiler Psychospiele, rücksichtsloser Machtkämpfe, schlimmer Eifersüchteleien und lächerlicher Rituale. Und obwohl all das im Film gewiss arg überspitzt geschildert wird und ein bisschen gemein karikiert ist, hat manches doch besonders für Kinderladen-Leidgeprüfte leider einen gewissen Wiedererkennungswert. Doch zum Glück enden diese unangenehmen Dinge und Zustände in den allerseltensten Fällen ja mit einem Mord.

Aber mit dem beginnt der sechste Fall von Hanns von Meuffels (Matthias Brandt). Während sich die Eltern des schon erwähnten Kinderladens bei ihrer wöchentlichen Zusammenkunft über den pädagogisch korrekten Umgang mit einem Problemkind (das ausgerechnet Bruno heißt) streiten, wird vor ihrem Haus die Mutter der zweijährigen Lara erst niedergeschlagen und dann brutal von einem Auto mehrfach überfahren. Da Joachim Grand (Johannes Zeiler), der Vater der Kleinen und Lebensgefährte der Ermordeten, am Abend der Tat auf besagtem Elternabend gewesen ist, führen die Ermittlungen schnell in den Kinderladen. Und die Szenen dort gehören zum Besten in diesem von Leander Haußmann inszenierten Krimidrama.

Von Meuffels, der mit Kindern nämlich nichts anfangen kann, wirkt in diesem Milieu wie ein Besucher von einem anderen Stern. Erst recht, weil die dortigen Eltern ein System von Überbetreuung und Überförderung aufgebaut haben, das mehr ihren Bedürfnissen dient als den ihrer Kinder. Selbst Chinesisch sollen die Kleinen der Kleinsten schon lernen, weil es schließlich die Weltsprache der Zukunft ist. Und diese hohen Ansprüche, das beschreibt dieser Krimi recht glaubhaft und mit einer netten Spur Ironie, führen bei den Eltern selbst zu einer heillosen Überforderung, die diffuse Aggressionen zur Folge hat. Das alles nimmt unser Kommissar betont distanziert zur Kenntnis, wird dann aber zumindest für kurze Zeit selbst Teil der Kinderfürsorge.

Als sich herausstellt, dass Joachim Grand wegen häuslicher Gewalt schon mehrfach aktenkundig gewesen ist, gerät er als Täter in Verdacht und von Meuffels lässt ihn festnehmen. Und da sich keiner der Kinderladen-Eltern um Lara kümmern kann, muss tatsächlich der kinderscheue Kommissar vorübergehend den Ersatzpapa spielen. Eine Rolle, die ihm völlig fremd ist, die er anfangs noch ganz gut erfüllt, selbst in der Pathologie, doch als ihm die Kleine in einem Supermarkt entwischt, gerät auch er an den Rand eines Nervenzusammenbruchs. Und er ist wohl ganz froh, als er sich schließlich wieder um seinen eigentlichen Job kümmern darf. Doch von den Mordermittlungen erzählt der Film leider viel zu beiläufig und zu fahrig. Selbst die entscheidende Wendung, die der Fall gegen Ende nimmt, ist wenig überraschend und viel zu banal.

Dafür gibt es dann als kleine Entschädigung den wohl längsten Showdown, der in den letzten Jahren in einem Fernsehkrimi zu sehen gewesen ist. Und dabei zieht der bekannte Kino- und Theaterregisseur Haußmann alle dramaturgischen Register, baut Puppenspiel und Rückblenden ein, zitiert sogar aus Shakespeares „Sommernachtstraum“ und erschrickt den Zuschauer durch platzende Ballons. Dazu gibt es eine magisch-traumhafte Musik, die auch die Atmosphäre des Films zuvor schon stark bestimmt hat. Und erwähnt werden muss zum Schluss auch die Darstellerin der zweijährigen Lara: Doris Marianne Müller. Die Kleine ist wirklich toll!

ARD, 29.09.2013, 20:15 Uhr 
Eins Festival, 29.09.2013, 21:45 Uhr / Eins Festival, 29.09.2013, 23:45 Uhr
ARD, 01.10.2013, 00:35 Uhr

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Filmkritik: Prakti.com

Schleichwerbung war gestern, denn jetzt kommt „Prakti.com“ in unsere Lichtspielhäuser. Ein Film, der alles in den Schatten stellt, was man bisher als Product Placement im Kino für möglich gehalten hat. Geworben wird hier ganz offen für den Internet-Giganten Google, für dessen Firmenphilosophie und dessen tolle Arbeitsbedingungen. Gedreht wurde auf dem quietschbunt gestalteten Unternehmensgelände. Und selbst der Google-Mitbegründer Sergey Brin gönnte sich zwei kurze Gastauftritte. Dass diese Komödie überhaupt einigermaßen zu ertragen ist, liegt allein an dem lustigen Duo Vince Vaughn und Owen Wilson, die schon in dem Kinohit „Die Hochzeits-Crasher“ (2005) als Comedians überzeugt haben.

Die beiden Komiker spielen hier die einst so erfolgreichen Uhrenvertreter Billy und Nick, die plötzlich Opfer des digitalen Zeitalters werden. Uhren, behauptet Shawn Levys Film, sind nämlich nicht mehr gefragt, wozu gibt es denn Handys? Jetzt müssen die zwei sich nach einem neuen Job umschauen. Und so erschleichen sie sich, redegewandt sind sie ja, schließlich ein Praktikum bei Google. Was allein schon ein wenig komisch ist und für ein paar nette Gags sorgt, weil die zwei jeweils gut 20 Jahre älter sind als ihre hochqualifizierten Mit-Praktikanten. Außerdem haben Billy und Nick von Computer und Internet überhaupt keine Ahnung.

Der Film zeigt nun vor allem den knochenharten Konkurrenzkampf der Berufsanfänger, die im Firmen-Sprech kurz „Nooglers“ genannt werden. Und er stellt den Zuschauern die Firma vor, die angeblich angetreten ist, mit ihren Produkten die Welt ein wenig besser zu machen. Dabei geraten die Späße über Google, und das ist größte Schwäche dieser Komödie, viel zu harmlos – beispielsweise über das Verbot auch nur eine Kleinigkeit wie einen Pudding aus dem kostenlosen Kantinenangebot mit nach Hause zu nehmen. Und dass Billy und Nick trotz ihrer digitalen Ahnungslosigkeit schließlich zu den Siegern gehören werden, das ahnt man eh schon nach fünf Minuten.

Prakti.com, Regie: Shawn Levy, USA 2013, 119 Min., FSK: 6

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Horst Eckert: Schwarzlicht

September 27, 2013 1 Kommentar

Einen wunderbaren Intrigen-Stadl entwirft Horst Eckert in seinem neuen Krimi. In „Schwarzlicht“ geht es um einen ermordeten Ministerpräsidenten, korrupte Politiker, illegale Parteispenden. Und selbst die Polizei wird von politischen Karrieristen dominiert. Dann gibt es noch einen Abhörskandal. Die sexuellen Vorlieben des Ermordeten und seiner Witwe spielen eine nicht unbedeutende Rolle. Und auch das Berliner Kanzleramt, das von „Mutti“ geführt wird, mischt in diesem Sumpf irgendwie mit, schließlich stehen Wahlen an.

Um seinen Job ist unter diesen Umständen der Ermittler Vincent Veih jedenfalls nicht zu beneiden. Der noch recht junge Beamte ist neuer kommissarische Leiter der Düsseldorfer Mordkommission und wird am Anfang mit einem Brand auf einer Baustelle konfrontiert. Drei ukrainische Billig-Arbeitskräfte sind dabei umgekommen, vermutlich weil der verantwortliche Unternehmer, ein einflussreicher Düsseldorfer Baulöwe, an den Sicherheitsvorkehrungen gespart hat. Die Medien wittern einen Skandal. Und Veih gerät bei seinen Ermittlungen von allen Seiten unter Druck. Der nimmt noch zu, als in einer Luxuswohnung der Ministerpräsidenten tot aufgefunden wird. Das Appartement gehört dem schon erwähnten Baulöwen, der es dem Politiker offenbar für seine Seitensprünge zur Verfügung gestellt hat. Alles spricht anfänglich für einen Selbstmord, aber Veih hat Zweifel an dieser These. Er findet bald auch erste Indizien, die für einen gewaltsamen Tod sprechen, und beginnt trotz des Widerstandes seiner Vorgesetzten zu ermitteln.

Der Fall, von dem der ehemalige Fernsehjournalist und inzwischen mehrfach ausgezeichnete Krimiautor hier erzählt, ist gewiss thematisch ein wenig überfrachtet. Aber er bleibt bis zum Schluss so packend, dass man das Buch zwischendurch am liebsten nicht aus der Hand legen würde. Zudem gibt es zahlreiche amüsante Anspielungen an reale Personen, von Uwe Barschel bis zu dem präsidialen Ehepaar Wulff. Und vor allem ist einem der wacker ermittelnde Vincent Veih, der mit einem höchst komplizierten Familienhintergrund zu kämpfen hat, von Anfang an sympathisch. So konsequent scheut er bei seiner Arbeit kein Fettnäpfchen. Und dass er bei alldem auch noch mitten in einer eigenen Beziehungskrise steckt, versteht sich inzwischen ja von selbst. Die deutsche Polizei braucht einfach mehr professionelle Paartherapeuten.

Horst Eckert: Schwarzlicht, Wunderlich, 384 Seiten, 19.95 Euro. Der Autor liest am 1. Oktober aus seinem Roman in der hannoverschen Buchhandlung Leuenhagen & Paris, Lister Meile 39. Beginn: 19.30 Uhr

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Er weiß, was Frauen wünschen

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FDP immer beliebter

September 24, 2013 1 Kommentar
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Unglaublich

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