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Archive for November 2013

Panne

November 19, 2013 1 Kommentar
Kategorien:Uncategorized

Das ist kein Überfall!

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Tatort – Eine andere Welt

Dass ein 16-jähriges Mädchen getötet worden ist, ist für das Ermittlerteam um Hauptkommissar Peter Faber (Jörg Hartmann) fast schon eine Zumutung. Schließlich haben die vier mit sich allein schon genug zu tun, und da stört ein Mord natürlich gewaltig. Und da dieser eigentlich anrührende, allerdings wenig spannende Fall hier auch noch ziemlich beiläufig erzählt wird, hat man sogar das Gefühl, dass sich selbst Regisseur Andreas Herzog kaum für diese Geschichte interessiert hat.

Eindeutig im Mittelpunkt des dritten Dortmunder „Tatorts – Eine andere Welt“ steht also stattdessen mal wieder eine polizeiliche Nabelschau, die sich in einer so düster kaputten Atmosphäre abspielt, dass dagegen ein drohender Weltuntergang ein heiteres Kinderspiel ist: So sind die beiden jüngsten in dem Ermittler-Quartett, Nora (Aylin Tezel) und Daniel (Stefan Konarske), zwar glücklich verliebt, aber mit ihrer Familie hat die türkisch-stämmige junge Frau Probleme und möchte ihren Freund am liebsten nicht mit dieser für ihn „anderen Welt“ konfrontieren. Derweil schlägt sich ihre ältere und zum Erbarmen einsam wirkende Kollegin Martina Bönisch (Anna Schudt) mit flüchtigen Männerbekanntschaften herum, ihrem Callboy hat sie offenbar inzwischen den Laufpass gegeben. Und am schlimmsten erwischt hat es natürlich Faber, der nicht nur mit seinem exaltierten Verhalten Bönisch das Leben schwer macht, sondern selbst so fürchterlich leidet, dass er eigentlich sofort in psychiatrische Behandlung gehört. Oder es zumindest mal mit Yoga versuchen sollte. Das soll ja helfen.

Was Faber genau belastet, das verstehen allerdings nur Zuschauer, die die ersten beiden Dortmunder-„Tatorte“ aufmerksam gesehen haben. Die letzte Folge ist jedoch bereits im vergangenen November ausgestrahlt wurden. Und dieser große zeitliche Abstand macht es eigentlich unmöglich, eine fortlaufende Geschichte zu erzählen. Dennoch versucht es das Team um Drehbuchautor Jürgen Werner und Regisseur Herzog. Doch selbst an Bönisch’ Callboy-Affäre werden sich wohl nur noch die wenigsten erinnern, und Fabers Fall, bei dem es irgendwie (!) um den mysteriösen Unfalltod seine Familie geht, ist ja offenbar noch wesentlich komplizierter. Dabei kommt noch ein technischer Mangel hinzu: Im Vergleich zur lauten, allerdings guten Filmmusik sprechen die Figuren oft so leise, dass sie kaum zu verstehen sind. Und der Zuschauer einen tauben Finger bekommt, durch das ständige Bedienen der Lautsprechertaste auf seiner Fernbedienung.

Doch zumindest bei dem geschilderten Mordfall muss man nicht jeden Dialog verstehen, so simpel und so oft erzählt ist im Grunde die Geschichte: Ein junges Mädchen aus einem ziemlich desaströsen Hochhausgetto möchte unbedingt heraus aus diesen finsteren Verhältnissen. Mit Hilfe ihrer wohlhabenden Freundin schafft sie endlich den Zugang zu dem angesagtesten Klub der Stadt, gerät dabei in eine Clique reicher Schnösel, legt sich natürlich gleich ein neues schickes Facebook-Profil zu und verlässt ihren alten Freund, den großspurigen Kleindealer Tarek (Hassan Akkouch). Doch dann, eines Nachts, treffen ihre alte schlimme und ihre neue schöne Welt für sie tödlich aufeinander.

Und unser Faber muss ermitteln. Dass macht er wie in den beiden Filmen zuvor so überdreht, vor allem wenn er vermeintliche Tatszenen unter vollstem Körpereinsatz nachspielt, dass nicht nur seine Kollegen genervt sind. Sondern man sich als Zuschauer wünscht, dass in den kommenden Folgen die Marotten des Kommissars etwas sparsam eingesetzt werden. Schließlich ist Jörg Hartmann („Weissensee“) so ein guter Schauspieler, dass er das vermeintlich dramatische Zertrümmern von Männerklos eigentlich nicht nötig hat.

ARD, 17.11.2013, 20:15 Uhr 
Eins Festival, 17.11.2013, 21:45 Uhr / Eins Festival, 17.11.2013, 23:45 Uhr
ARD, 19.11.2013, 00:50 Uhr

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TV-Kritik: Unter Feinden

Dass es um deutsche Polizisten schlecht bestellt ist, weiß mittlerweile jeder, der regelmäßig Fernsehkrimis schaut. Und wie sein letzter Fall kürzlich gezeigt hat, benötigt selbst der einst so große TV-Macho Schimanski inzwischen Hilfe, um eine simple Tür einzutreten. Mit Lars Beckers Krimi „Unter Feinden“, der mehr an klassische französische oder amerikanische Polizistenfilm erinnert als an gängige „Tatort“-Kost, erlebt diese polizeiliche Befindlichkeitsschau nun einen neuen, höchst dramatischen und in ihrer Ehrlichkeit ziemlich schmutzigen Tiefpunkt.

Hauptkommissar Kessel, der in einer namenlosen und ziemlich gesichtslosen Großstadt seinen Dienst versieht, ist psychisch wie physisch völlig am Ende. Selbst eine Entziehungskur hat bei ihm nicht geholfen. Er ist wieder auf Droge, leidet unter Entzugserscheinungen, macht aber dennoch irgendwie seinen Job zusammen mit seinem langjährigen Partner Driller. Als sie nachts in ihrem Auto nach einem libyschen Kriegsverbrecher fahnden, beobachten sie zufällig jugendliche Drogendealer. Plötzlich stürzt Kessel, der am ganzen Körper zittert, nach draußen, schnappt sich einen der Dealer, nimmt ihm Heroin ab. Und nur mit Mühe kann ihn sein Partner wieder ins Auto zerren.

Und dann nimmt die Tragödie ihren Lauf: Als die beiden Kommissare schnell den Schauplatz dieses seltsamen Zwischenfalls verlassen wollen, stellt sich einer der Jugendlichen ihrem Auto in den Weg. Und panisch überfährt Kessel den Dealer, der danach schwer verletzt auf der Straße liegt. Driller muss sich nun entscheiden: Hilft er seinem Kollegen oder tut er seine polizeiliche Pflicht? Und er entscheidet sich für Kessel, versucht also mit ihm diesen Zwischenfall zu vertuschen. Doch da haben die zwei die Rechnung ohne die engagierte Staatsanwältin Soraya Nazari (Melika Foroutan) gemacht, die das Ganze zur Chefsache erklärt, höchst unangenehme Fragen stellt und mit ihrem islamischen Migrationshintergrund wohl die erste „Kopftuch-Staatsanwältin“ im deutschen Fernsehen ist. Allerdings wirkt diese Rolle in ihrer verbissenen Ernsthaftigkeit doch arg überzeichnet.

Schließlich mischt in dieser Verfilmung des gleichnamigen Romans von Georg Martin Oswald auch noch die Familie des erwähnten und mittlerweile inhaftierten libyschen Kriegsverbrechers mit, die sehr gut über den tödlichen Unfall informiert ist und jetzt versucht, Kessel zu erpressen. Lars Beckers Bulle ist also wirklich ein armes Schwein. Und Fritz Karl, der gerade im Kino auch singend in dem neuen deutschen Heimatfilm „Im weißen Rössl“ zu sehen ist, ist in dieser Rolle kaum wiederzuerkennen. So kaputt, so verzweifelt wirkt sein Kessel. Ja, er ist ein unbehauster Typ, der auch noch das Unglück magisch anzuziehen scheint. Und als er gegen Ende dann doch scheinbar seinen Hals aus der Schlinge gezogen hat, setzt der für seine Ironie bekannte Regisseur („Nachtschicht“) einen richtig tiefschwarzhumorigen Schlusspunkt. Gut ergänzt wird Karl durch seinen Partner, dem Burgschauspieler Nicolas Ofczarek, dessen Driller eher eine unscheinbare Figur ist, die kleinbürgerlich ängstlich versucht, seine heile Familien- und Freundeswelt zu schützen. Doch das soll ihm nicht gelingen. Ob leider oder ganz zu Recht – das muss dann der Zuschauer selbst entscheiden.

Arte, 15.11.2013, 20:15 Uhr 
Arte, 05.12.2013, 02:25 Uhr

 

Katzen!

November 14, 2013 2 Kommentare
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Auch das noch

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Vorbildliche Pressearbeit

November 11, 2013 1 Kommentar
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Draenor

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Schöner Wettbewerb

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Kino: You’re Next

Familienfeste laufen manchmal ganz schön schief. Was ja im Theater und im Kino gern thematisiert wird, meistens genüsslich oder auch gemein satirisch. Doch zum Glück endet selten ein familiäres Treffen in einer solchen Katastrophe wie in dem Horrorfilm „You’re Next“: Zu ihrem 35. Hochzeitstag hat das wohlhabende Ehepaar Davison ihre vier erwachsenen Kinder samt Partner in ihr einsam gelegenes Landhaus eingeladen. Beim festlichen Abendessen kommt es zwischen den Söhnen zu einem heftigen Streit, der erst durch einen blutigen Vorfall beendet wird, als durch eines der Fenster einer der Gäste der Familie von einem Armbrustbolzen tödlich in die Stirn getroffen wird.

Aber das ist erst der Anfang eines fröhlich blutigen Splatter-Gemetzels, das Gott sei Dank ohne die übliche Wackelkamera gedreht ist. Killer mit weißen Tiermasken versuchen in das Haus einzudringen, die Anwesenden mit Äxten, Pfeilen und Messern zu töten. Was ihnen auch nach und nach auf fürchterlich blutige Weise gelingt, bis sich schließlich eine der Schwiegertöchter (Sharni Vinson, „Step up 3D“) der Davisons ihnen entgegenstellt, selbst ungewöhnliche Killer-Qualitäten entwickelt und versucht auf diese tödliche Weise das Blutbad zu beenden.

Inszeniert hat diesen Independent-Film bereits 2011 Adam Wingard, der dabei mit weniger als eine Millionen Dollar auskommen musste. Gut zwei Jahre war der Streifen nur auf Genre-Festivals recht erfolgreich zu sehen, bis er jetzt endlich in die Kinos gekommen ist. Ein Glücksfall für Horrorfreunde, die von „You’re Next“ bestens unterhalten werden. So geschickt spielt der Film mit den Gesetzen und Erwartungen des Genres, zitiert hübsch ironisch bekannte Vorbilder und übertreibt bis ins Groteske die dargestellte Gewaltorgie, an der neben bei uns völlig unbekannten Darstellern auch Drehbuchautor Simon Barrett als Tiger-Masken-Killer beteiligt ist. Einzige Schwäche ist die doch etwas banale und recht frühe Auflösung der Geschichte, aber dafür gibt es einen wunderbar schwarzhumorigen Schlussgag.

You’re Next, Regie: Adam Wingard, USA 2011, 95 Min., FSK: 18

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