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Kino: Ganz weit hinten

Erwachsen werden, das kann die Hölle sein. Das beschreiben auf wunderbar melancholische Weise Nat Faxon und Jim Rash in ihrer sehenswerten Tragikomödie „Ganz weit hinten“. Ein Coming-of-Age-Film, bei denen die beiden Regisseure und Autoren zwar mit einem schmalen Budget von rund fünf Millionen Dollar auskommen mussten, aber dank ihres Oscar-Erfolges für das Drehbuch zu George Clooneys „The Descendants“ (2011) gleich eine Reihe sehr guter Schauspieler verpflichten konnten. Unter anderem Steve Carell, der endlich mal nicht in seiner Paraderolle als liebenswerter Trottel zu sehen ist, sondern so fies agieren darf, dass der Zuschauer ihn im Lauf des Films einfach hassen muss. Eine tolle Leistung!

Im Mittelpunkt steht jedoch der 14jährige Duncan (Liam James), der gemeinsam mit seiner Mutter Pam (Toni Collette, „Little Miss Sunshine“), ihrem neuen Freund Trent (Carell) und dessen Tochter Steph (Zoe Levin) die Sommerferien in einem Haus am Meer verbringen muss. Mit großem Widerwillen, weil er weder mit dem autoritären Trent noch mit der arroganten Steph irgendwie warm wird. Auch die anderen Bewohner in ihrer Ferienhaussiedlung stoßen ihn eher ab, besonders wenn sie abends mit steigendem Alkoholkonsum sich schrecklich peinlich verhalten. Einziger Lichtblick ist für den Jungen die fast gleichaltrige Susanna (AnnaSophia Robb), Tochter der meist angetrunkenen Nachbarin Betty (sehr witzig: Allison Janney, „The West Wing“).

Diese Szenen aus dem schnöden Erwachsenenleben sind aus der Sicht der Jugendlichen geschildert – auf so einfühlsame Art, dass der Zuschauer sogar mitleidet. Dabei ist Duncan selber alles andere als eine strahlende Figur, sondern fürchterlich schüchtern und apathisch. Das ändert sich erst, als er in einem nahen Wasserpark, den lockeren und witzigen Angestellten Owen (Sam Rockwell) kennenlernt, sich mit ihm befreundet und in der Freizeitanlage einen kleinen Job annimmt. Und sein dabei gewonnenes neues Selbstbewusstsein, dass dem Jungen auch äußerlich anzusehen ist, kann er gut gebrauchen. Als er seinen Stiefvater in spe bei einem Seitensprung erwischt, droht die triste Familiensituation nämlich zu eskalieren.

Ganz weit hinten, Regie: Nat Faxon, Jim Rash, USA 2013, 103 Min., FSK: 0

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