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Stubbe – Das Finale

Wenn es am schönsten ist, soll man gehen. Ob diese Allerweltsweisheit allerdings die zahlreichen Stubbe-Fans trösten kann, sei einmal dahingestellt. Nach fast 20 Jahren verabschiedet sich jedenfalls der Hamburger Hauptkommissar Wilfried Stubbe am 18. Januar mit der 50. Folge in den Fernsehruhestand. Ein Abschied, der besonders bemerkenswert ist, da der väterliche Sachse, den es 1995 zufällig unter die Hanseaten verschlagen hat, zu den beliebtesten Figuren des ZDFs gehört. Und gleichzeitig ist die nach ihm benannte Serie aktuell das erfolgreichste Samstagabendkrimi-Format des Senders.

So recht mag man es daher auch nicht glauben, dass sich Hauptdarsteller Wolfgang Stumph tatsächlich endgültig von dieser Figur verabschiedet hat. Schließlich ermittelt im selben Sender Kollegin Bella Block auch nach ihrer Pensionierung weiter, während in der ARD ein gewisser Schimanski mit Mitte 70 immer noch das Raubein gibt. Und der Kölner Komödiant Willy Millowitsch in den 90er Jahren sogar im hohen Rentenalter als Kommissar Klefisch zu sehen gewesen ist. Zudem ist Stumph, der als Kabarettist der Dresdner Herkuleskeule Ende der 80er auch im Westen durch Gastspiele bekannt geworden ist, erst junge 67 Jahre alt..

Dennoch hat das ZDF jetzt schon einmal zusammengerechnet, was 20 Jahre Stubbe in Zahlen bedeutet. So sind dies erstaunliche 75 Stunden Krimiunterhaltung. 500 Kilometer Film, die bei der Herstellung der Serie belichtet wurden. Was in etwa der Entfernung von Hamburg nach Dresden entspricht. Und insgesamt haben die Darsteller 1150 Drehtage an dieser Reihe gearbeitet. Allein dieser Aufwand ist Grund genug, das Finale dieser Dauerbrenners entsprechend zu feiern – mit drei Folgen, die innerhalb eines Monats ausgestrahlt werden.

Den Auftakt macht an diesem Sonnabend die Folge „Tödliche Bescherung“, in der tatsächlich der Weihnachtsmann ermordet wird. Natürlich nicht der echte, der wird ja in den kommenden Tagen noch gebraucht, sondern ein Angestellter einer Weihnachtsmann-Agentur. Daraufhin schlüpft Stubbe selbst in ein wallendes rotes Festtagskostüm, unterbricht dafür kurz das für ihn traditionelle Stollen-Backen und ermittelt gewohnt warmherzig mit Rauschebart als verdeckter Ermittler in diesem recht ungewöhnlichen Milieu. Etwas kälter geht es am 4. Januar in der 49. Folge „Der König ist tot“ zu, in der ein skrupelloser Immobilienmakler ermordet wird und Stubbe mit Themen wie Finanzkrise, Wohnungsnot und explodierenden Immobilienpreisen konfrontiert wird. Und zum guten Schluss wird am 18. Januar in „Mordfall Maria“ eine Behinderten-Sportlerin ziemlich fies tödlich vergiftet.

Was an diesem dreifachen Finale auffällt, ist neben der Schwäche der Stubbe-Drehbuchautoren für Eifersuchtsmorde, besonders die Betonung des Familiären. So sind die eigentlichen Kriminalfälle eher nebensächlich und abgesehen von Folge 49 auch ziemlich banal, gleichwohl solide inszeniert. Im Mittelpunkt steht stattdessen die Stubbe-Familie: Tochter Christiane (Stephanie Stumph), die mit Ehemann und Kind aus dem Haus ihres Vaters auszieht. Seine Lebensgefährtin Marlene (Heike Trinker), die ausgerechnet in Dresden einen neuen Job antritt. Und sein Kollege Zimmermann (Lutz Mackensy), der ihm nach 20 Jahren zum Schluss das Du anbietet. Leider erfolglos!

Diese Entwicklung der Familie, zu der natürlich auch Erbtante Charlotte (Margret Homeyer) gehört, haben treue Stubbe-Freunde all die Jahre verfolgt. Sind mit den Darstellern und ihren Rollen gealtert. Und wie das auch optisch ausschaut, ist in der Schlussfolge zu sehen, die in ganz kurzen Rückblenden die äußere Veränderung des Kommissars mit dem Schnauzbart und dem sächselnden Dialekt zeigt. Zu guter Letzt zieht es dann Stubbe wieder in sein heimatliches Dresden. Ob für immer, das bleibt allerdings offen.

ZDF, 21.12.2013, 20:15 Uhr

 

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