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Tatort – Todesspiel

Schnösel-Alarm im Konstanzer-„Tatort“. Und wie fast immer, wenn ein deutscher TV-Krimi sich reiche Nichtsnutze kritisch vorknöpft, bleibt uns Zuschauern kein Klischee erspart. Selbst das Mordopfer in dem Fall „Todesspiel“ ist ein so unangenehmer Zeitgenosse, dass man sogar – natürlich nur klammheimlich – Sympathie für den Täter empfindet. Oder noch schlimmer: spontan vor der Glotze zum Klassenkämpfer wird, der vom Sofa aus die bedingungslose Enteignung solcher Millionärssprösslinge fordert.

Erwischt hat es jedenfalls in dem von Jürgen Bretzinger inszenierten Film (Drehbuch: Leo P. Ard) den steinreichen Benjamin Wolters (Michael Pink), den „letzten Playboy von Konstanz“, der morgens tot von seiner Putzfrau in seinem Schloss aufgefunden wird. Wie sich herausstellt, führte er ein recht bizarres Leben. Er feierte gern rauschende Feste mit seiner schnöseligen Clique, mochte harten SM-Sex und demütigte gern seine Mitmenschen mit äußerst zynischen Spielchen.

Bei ihren Ermittlungen konzentriert sich die diesmal ziemlich bräsig agierende Konstanzer-Kommissarin Klara Blum (Eva Mattes) auf Benjamins Freundeskreis, mit dem er am Tag zuvor im Schloss gefeiert hat. Und auch diese Typen sind im Film zum Erbarmen dekadent angelegt. Allen voran der schmierig skrupellose Hedgefonds-Manager Marcus (Torben Liebrecht), der kurz vor der Pleite steht. Die verhuschte Boutiquen-Besitzerin Nadine (Alexandra Finder), die Benjamin gerade kühl abserviert hat. Der schnell verglühte und ziemlich tumbe Casting-Star Daniel (Daniel Roesner), der finanziell von ihm abhängig ist. Und Benjamins neue schöne Geliebte Alisa (Anna Bederke), die komischerweise nicht irgendwas mit Medien macht, sondern in einem Berliner-Architekturbüro gearbeitet hat.

Jeder aus diesem Kreis hat wenigstens ein Mordmotiv. Was allerdings beim Zuschauen kaum für Spannung sorgt, weil diese Figuren einen ziemlich egal sind. Und die folgenden schier endlosen Befragungen dieser Verdächtigen führen auch nicht so recht weiter, erlauben allerdings dem Zuschauer einen kleinen, wenn auch unerwünschten Einblick in das öde Leben dieser dumpfbackigen Schönen und Reichen vom Bodensee. Außerdem gelingt es Blums Kollegen Kai Perlmann (Sebastian Bezzel) sich undercovermäßig  in diese Clique einzuschleichen. Was erstaunlich einfach ist, jedoch zu horrend hohen Spesen führt. Die dann wiederum zu einem netten Streit mit dem Dienstherrn führen, der die Kosten der Ermittlungen nicht übernehmen will.

Und während einem beim Zuschauen angesichts des mangelnden Tempos, des fehlenden Witzes und angesichts von Dialogen, die auf tiefstem „Derrick“-Niveau dahindümpeln, immer öfter die Augen zufallen, ist Klara Blum mit ihrem Latein bald ziemlich am Ende. Doch dann schlägt plötzlich ein Geistesblitz bei ihr ein, und im Nullkommanix wird von ihr der Täter aus dem Hut gezaubert. Dann ist endlich Schluss mit langweilig.

ARD, 19.01.2014, 20:15 Uhr 
Eins Festival, 19.01.2014, 21:45 Uhr / Eins Festival, 19.01.2014, 23:45 Uhr
ARD, 21.01.2014, 00:25 Uhr

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