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Archive for Januar 2014

Star Drunk

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Tatort – Todesspiel

Schnösel-Alarm im Konstanzer-„Tatort“. Und wie fast immer, wenn ein deutscher TV-Krimi sich reiche Nichtsnutze kritisch vorknöpft, bleibt uns Zuschauern kein Klischee erspart. Selbst das Mordopfer in dem Fall „Todesspiel“ ist ein so unangenehmer Zeitgenosse, dass man sogar – natürlich nur klammheimlich – Sympathie für den Täter empfindet. Oder noch schlimmer: spontan vor der Glotze zum Klassenkämpfer wird, der vom Sofa aus die bedingungslose Enteignung solcher Millionärssprösslinge fordert.

Erwischt hat es jedenfalls in dem von Jürgen Bretzinger inszenierten Film (Drehbuch: Leo P. Ard) den steinreichen Benjamin Wolters (Michael Pink), den „letzten Playboy von Konstanz“, der morgens tot von seiner Putzfrau in seinem Schloss aufgefunden wird. Wie sich herausstellt, führte er ein recht bizarres Leben. Er feierte gern rauschende Feste mit seiner schnöseligen Clique, mochte harten SM-Sex und demütigte gern seine Mitmenschen mit äußerst zynischen Spielchen.

Bei ihren Ermittlungen konzentriert sich die diesmal ziemlich bräsig agierende Konstanzer-Kommissarin Klara Blum (Eva Mattes) auf Benjamins Freundeskreis, mit dem er am Tag zuvor im Schloss gefeiert hat. Und auch diese Typen sind im Film zum Erbarmen dekadent angelegt. Allen voran der schmierig skrupellose Hedgefonds-Manager Marcus (Torben Liebrecht), der kurz vor der Pleite steht. Die verhuschte Boutiquen-Besitzerin Nadine (Alexandra Finder), die Benjamin gerade kühl abserviert hat. Der schnell verglühte und ziemlich tumbe Casting-Star Daniel (Daniel Roesner), der finanziell von ihm abhängig ist. Und Benjamins neue schöne Geliebte Alisa (Anna Bederke), die komischerweise nicht irgendwas mit Medien macht, sondern in einem Berliner-Architekturbüro gearbeitet hat.

Jeder aus diesem Kreis hat wenigstens ein Mordmotiv. Was allerdings beim Zuschauen kaum für Spannung sorgt, weil diese Figuren einen ziemlich egal sind. Und die folgenden schier endlosen Befragungen dieser Verdächtigen führen auch nicht so recht weiter, erlauben allerdings dem Zuschauer einen kleinen, wenn auch unerwünschten Einblick in das öde Leben dieser dumpfbackigen Schönen und Reichen vom Bodensee. Außerdem gelingt es Blums Kollegen Kai Perlmann (Sebastian Bezzel) sich undercovermäßig  in diese Clique einzuschleichen. Was erstaunlich einfach ist, jedoch zu horrend hohen Spesen führt. Die dann wiederum zu einem netten Streit mit dem Dienstherrn führen, der die Kosten der Ermittlungen nicht übernehmen will.

Und während einem beim Zuschauen angesichts des mangelnden Tempos, des fehlenden Witzes und angesichts von Dialogen, die auf tiefstem „Derrick“-Niveau dahindümpeln, immer öfter die Augen zufallen, ist Klara Blum mit ihrem Latein bald ziemlich am Ende. Doch dann schlägt plötzlich ein Geistesblitz bei ihr ein, und im Nullkommanix wird von ihr der Täter aus dem Hut gezaubert. Dann ist endlich Schluss mit langweilig.

ARD, 19.01.2014, 20:15 Uhr 
Eins Festival, 19.01.2014, 21:45 Uhr / Eins Festival, 19.01.2014, 23:45 Uhr
ARD, 21.01.2014, 00:25 Uhr

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Die Stones

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Ein Albtraum

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TV-Kritik: Spuren des Bösen – Zauberberg

Der Film beginnt mit einer Szene, wie man sie so ähnlich zwar schon oft in einem Krimi gesehen hat. Die aber hier – bis hin zur Kameraführung und selbst der Musik – so intensiv und spannend inszeniert ist, dass sie einem beim Zuschauen richtig an den Nerven zerrt: Eine Frau, die Chirurgin Karin Staller (Marie-Lou Sellem), ist abends mit ihrer sechsjährigen Tochter allein in ihrem Haus in dem Wiener Vorort Semmering. Nachdem sie die Kleine ins Bett gebracht hat, nimmt sie ein Bad. Plötzlich hört sie Geräusche in der Wohnung, verlässt sofort die Wanne, schaut nach ihrer Tochter, doch deren Bett ist leer und die Terrassentür offen. Die Kleine ist spurlos verschwunden.

Danach folgt ein Schnitt. Und man sieht den in Österreich arbeitenden deutschen Kriminalpsychologen und Uni-Dozenten Richard Brock (Heino Ferch), wie er gerade in seinem geliebten Wiener Café frühstückt. Dort erreicht ihn ein Anruf. Er soll, so heißt es, schnell nach Semmering kommen. Der Tat dringend verdächtigt ist nämlich der wegen Sexualdelikten vorbestrafte Max Rieger (Cornelius Obonya). Dieser ist Patient von Brock gewesen und nach langer Haftzeit auf Grund eines Gutachtens von ihm aus dem Gefängnis entlassen worden. Nun hat man ihn in der Nähe des Tatorts festgenommen und bei einer Durchsuchung seiner Wohnung ein Album mit Bildern von kleinen Kindern Semmerings gefunden. Zudem verweigert er jede Aussage, ist aber bereit mit Brock zu sprechen.

Als der eigenbrötlerische Psychologe in dem idyllischen Kurort ankommt, schlägt ihm offene Feindschaft entgegen. Die Leute halten ihn für mitschuldig, weil er dem vermeintlichen Kindesentführer durch sein Gutachten eine Chance zur Wiedereingliederung in die Gesellschaft gegeben hat. Und für sie gehören Menschen wie Rieger für immer weggesperrt. Eine Forderung, wie sie auch im realen Leben nach ähnlichen Fällen nicht nur von Boulevard-Zeitungen fast reflexartig gestellt wird. Und wie sie gerade durch einen Fall in Südniedersachsen mal wieder traurige Aktualität besitzt.

Doch so schnell lässt sich der schweigsame Brock von Volkes Meinung und der feindseligen Stimmung nicht beirren. Er macht einfach unbeeindruckt seinen Job. Und der besteht nicht wie bei den üblichen TV-Profilern darin, eine Tat in allen Einzelheiten zu rekonstruieren, sondern fast ausschließlich in Gesprächen mit Verdächtigen und Opfern. So versucht er einen Zugang zu finden zu dem, was wirklich geschehen ist. Das ist ein hochkonzentrierter Prozess, den der Film durch bestechend geistvolle Dialoge nachvollziehbar macht. Und selbst Zuschauer, die Anhänger des gnadenlosen Wegsperrens sind, werden von diesen Gesprächen und den dabei aufkommenden Zweifeln an der Schuld des Täters nicht unberührt bleiben.

Aber nicht nur das beeindruckt an diesem dritten Fall des Richard Brocks, der erneut von dem gleichen Team (Regie: Andreas Prochaska, Drehbuch: Martin Ambrosch) ungemein klug und überaus sorgfältig in Szene gesetzt worden ist. Auch die Leistung des gesamten Schauspielerensembles, darunter viele bei uns unbekannte österreichische Akteure, ist überzeugend. Und Ferch hat hier wohl seine Paraderolle gefunden, die ihm zuletzt sogar eine Nominierung bei dem wichtigen US-Fernsehpreis „International Emmy“ eingebracht hat. Als Zuschauer kann man jedenfalls richtig froh sein, dass diese kleine vom ZDF und der ORF produzierte Reihe fortgesetzt wird. Beweist sie doch, dass auch bei uns intelligentes Fernsehen möglich und sogar erfolgreich ist.

ZDF, 13.01.2014, 20:15 Uhr

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Da bekommt man richtig Hunger

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Kampf der Giganten

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Das war 2013

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Lustig oder?

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