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Archive for Februar 2014

Pinguin

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Kritik: Jack Ryan: Shadow Recruit

Er ist wieder da: Jack Ryan, CIA-Agent und Urgestein des Kalten Krieges. Eine Figur, die sich der im vergangenen Jahr verstorbene US-Bestsellerautor Tom Clancy ausgedacht hat. Viermal bereits kämpfte auf der Leinwand der wackere Kommunistenfresser Ryan gegen die drohende bolschewistische Gefahr, in „Jagd auf Roter Oktober“ (1990), „Die Stunde der Patrioten“ (1992), „Das Kartell“ (1994) und zuletzt 2002 in „Der Anschlag“. Gespielt wurde er von den Hollywood-Größen Alec Baldwin, Harrison Ford und Ben Affleck. Und jetzt nach längerer Pause versuchen die Produzent von „Jack Ryan: Shadow Recruit“ einen Neustart dieser kleinen Serie. Ein sogenanntes Reboot, das allerdings in den USA nicht besonders erfolgreich gewesen ist.

Dass der Film nicht so gut angekommen ist, liegt jedoch nicht an dem neuen Darsteller dieser Figur, Chris Pine, der zuletzt in „Star Trek: Into Darkness“ immerhin den Captain Kirk gespielt hat und der auch hier als Actionheld wider Willen eine recht ordentliche Figur macht. Sondern eher an einer ziemlich dünnen Geschichte, die zudem mit antiquierten Versatzstücken des Kalten Krieges äußerst unglaubwürdig spielt. Und die dann auch noch von Kenneth Branagh, der sich nach „Thor“ erneut als Blockbuster-Regisseur versucht, viel zu bierernst in Szene gesetzt worden ist.

Erzählt wird anfangs aus dem Agenten-Vorleben des Ryan. Von seiner Zeit als Wirtschaftsstudent in England, der unter dem Eindruck der Anschläge vom 11. September beschließt seinem Vaterland als Soldat zu dienen. Der dann bei einem Einsatz in Afghanistan schwer verletzt wird, während der folgenden Reha seine zukünftige Frau, die Ärztin Cathy (bezaubernd: Keira Knightley), kennen lernt, und der schließlich von dem CIA-Agentenführer Thomas Harper (Kevin Coster) angeworben wird. Szenen, die für den Fortgang der Geschichte eigentlich ziemlich überflüssig sind und die wohl nur zeigen sollen, was für ein patriotischer Prachtkerl dieser Ryan ist.

Hat man all das überstanden, ohne Hacken zusammenschlagen und Fahne hissen, sieht man endlich Ryan bei der Arbeit als Finanzanalyst. Für die CIA soll er an der Wall Street verdächtige Geldströme aufdecken. Und stößt dabei eines Tages auf seltsame versteckte Konten, die dem Konzern des russischen Oligarchen Viktor Cherevin (Kenneth Branagh) gehören. Um wichtige Details zu klären, reist er kurz darauf nach Moskau. Und gerät dabei mitten hinein in ein wahrlich teuflisches Verschwörungsszenario, bei dem es auch für ihn – und nicht nur für die Weltwirtschaft – um Leben und Tod geht.

Das ist dann Anlass für ein paar ganz ordentlich inszenierte Actionszenen, die aber leider nicht über die hanebüchene Story hinwegtrösten können. Und dass dabei – im Jahr 2014! – plötzlich wieder das Reich des Bösen in Russland verortet wird, wirft zum Schluss nur eine einzige Frage auf: Spinnen denn die Amerikaner jetzt völlig?

Jack Ryan: Shadow Recruit, Regie: Kenneth Branagh, USA 2014, 106 Min., FSK: 12

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Scheißjob

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Ingrid Noll: Hab und Gier

Ein im Jahre 2014 veröffentlichtes Buch, in dem das schöne altmodische Wort „Gabelfrühstück“ auftaucht, kann nicht ganz verkehrt sein. Und tatsächlich ist Ingrid Nolls neuer Krimi „Hab und Gier“ ein unterhaltsamer und vor allem gut geschriebener Lesespaß. Wie fast immer steht bei der heute 78-jährigen Autorin eine Frau im Mittelpunkt: die alleinstehende, frühpensionierte Bibliothekarin Karla, die wegen ihrer schmalen Rente in einer viel zu kleinen Wohnung lebt und sich auch sonst keine großen Sprünge mehr leisten kann.

Eines Tages erhält Karla von ihrem früheren Kollegen Wolfram völlig überraschend eine Einladung zu einem Gabelfrühstück. Dabei macht ihr dieser wohlhabende, unscheinbare Witwer, der allein in einer weitläufigen Villa wohnt, ein unmoralisches, dennoch sehr verlockendes Angebot: Wenn sie ihn, den Krebskranken, bis zu seinem baldigen Ableben pflegt, bekommt sie nach seinem natürlichen Tod sein halbes Vermögen. Bringt sie ihn, wenn er das wünscht, vorher um, erbt sie alles. Zunächst ist die ehrenwerte Karla natürlich zutiefst schockiert, doch die Verlockungen eines sorgenfreien Lebensabends scheinen schließlich stärker als ihre moralischen Bedenken. Besonders als sie ihre junge Freundin Judith einweiht, die ihre Skrupel überhaupt nicht teilt und offenbar auch bereit ist, Wolframs Todeswunsch mit tatkräftiger Hilfe ihres zwielichtigen Freundes zu erfüllen.

Nach und nach bringt so Ingrid Noll, die zu den meist gelesenen deutschen Krimiautorinnen zählt, neue Personen ins teuflische Spiel. Alle erhoffen sich gierig einen Teil von Wolframs Hab und Gut. Schließlich wird gleich mehrfach gemordet. Und mittendrin in diesem tödlichen Schlamassel steckt Karla, aus deren Sicht dies alles mit feiner Ironie erzählt wird. Sie verfolgt zunehmend misstrauisch das Geschehen und muss bald sogar um ihr eigenes Leben fürchten. Trotz der bitterbösen Geschichte und des in ihr angerissenen ernsten Themas „Sterbehilfe“ ist das Buch witzig und mit einer großen Portion schwarzen Humors geschrieben. Und allein die Tatsache, dass der Leser bei der Lektüre ziemlich schnell mit einer potenziellen Mörderin mitfiebert, ihr gar irgendwie helfen möchte, zeigt, dass die Autorin immer noch zu den Besten ihres Faches gehört.

Ingrid Noll: Hab und Gier. Diogenes Verlag, 256 Seiten, 21,90 Euro. Und hier liest die Autorin.

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Karneval

Wenn vor Schreck das Bier schal wird und die Milch im Kühlschrank sauer, dann ist Karneval. Im Fernsehen. Dort jedoch gewaltig auf den öffentlich-rechtlichen Kanälen. Und ob man will oder nicht, man gerät beim Umschalten leider oft genug mitten hinein in eine solche Pappnasen- und Jeckenveranstaltung. Beispielsweise vergangene Woche als ich Zeuge wurde, wie der juvenile Vorsitzende einer Splitterpartei (die Namen sind der Redaktion bekannt) den Orden „Wider den tierischen Ernst“ verliehen bekam, er daraufhin in seiner Dankes-Büttenrede ein so tolles Feuerwerk schlecht gereimter und völlig witzloser Scherze abbrannte, dass ich tatsächlich wie vom Blitz getroffen ein paar wenige Minuten dieses Schauspiel gebannt verfolgte.

Meine Vorurteile wurden jedenfalls bei diesem Spektakel in jeglicher Hinsicht auf Wunderbarste bestätigt. Und dass bei diesem Schunkelspuk nicht nur Humor-Legastheniker das Zepter schwingen, sondern auch die Mottos von Leuten mit schwerer Rechtschreibschwäche geschrieben werden, das zeigt allein schon ein Blick ins Fernsehprogramm. Dort wurde kürzlich eine Karnevalssitzung mit dem Motto angekündigt: „Düsseldorf mäkt sech fein“. Und als ob das nicht schon schlimm genug wäre, wurden gleich auch noch „hochkarätige Spaßmacher“ angedroht. Ausgerechnet aus Düsseldorf.

In Hannover dagegen sind solche feinen hochkarätigen Spaßmacher zum Glück die Ausnahme. Rosenmontag wird am Sonnabend davor in der Stadt gefeiert, und bei uns in der Oststadt erreicht der Straßenkarneval seinen alljährlichen Höhepunkt, wenn sich beim Bäcker um die Ecke die Verkäuferinnen komischen Kappen aufsetzen. Außerdem findet der einzig echte Karnevalsumzug an der Leine sowieso Anfang Juli statt, die Teilnehmer tragen dabei auch keine Pappnasen, sondern verkleiden sich ganz in Grün als Schützen. Was ja auch mal ganz lustig ist. Und bei strammem Westwind hört man ihr Tschingderassebum sogar in unserem Stadtteil. Damit können wir allerdings gut leben, schließlich bläst der Wind meist aus dem Osten.

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Die Grillsaison hat begonnen

Februar 26, 2014 1 Kommentar
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Chaostage Hannover 1995

Februar 26, 2014 1 Kommentar
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