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Tatort – Brüder

Private Plänkeleien und private Macken der Ermittler bleiben dem Zuschauer in „Brüder“ zum Glück erspart. Stattdessen konzentrieren sich die Bremer „Tatort“-Hauptkommissare Inga Lürsen (Sabine Postel) und Nils Stedefreund (Oliver Mommsen) ausschließlich auf ihren Fall, und der hat es wirklich in sich. Behandelt er doch eine ganz besondere Form von Kriminalität, über die man öffentlich nicht so gerne spricht – aus Furcht vor Beifall aus der ausländerfeindlichen Ecke. Es geht hier um einen aus der Türkei stammenden arabischen Familienclan, der mit extremer Brutalität seine kriminellen Geschäfte betreibt. Und leider gibt es genau dafür genügend reale Vorbilder in der bundesrepublikanischen Wirklichkeit, von denen sich die Drehbuchautoren Wilfried Huismann und Dagmar Gabler offenbar auch haben inspirieren lassen.

Los geht’s mit einer scheinbar ganz normalen Szene aus dem Polizeialltag. Bei ihrer nächtlichen Streife erhalten die Beamten David Förster (Christoph Letkowski) und Anne Peters einen Notruf von einem Mann, der sich bedroht fühlt. Am Einsatzort eingetroffen, hören sie seltsame Geräusche, die aus einem Lieferwagen kommen. Dann tauchen plötzlich drei finstere Gestalten auf und gehen drohend auf die Polizisten zu. Bei ihnen handelt es sich um Mitglieder des in der Stadt gefürchteten sogenannten Nidal-Clans. Sie machen den Beamten aggressiv klar, dass sie verschwinden sollen. Schließlich eskaliert die Situation, und die Polizistin Anne wird durch Tritte und Schläge lebensgefährlich verletzt. Ihr Kollege David ist dagegen spurlos verschwunden, als kurze Zeit später Lürsen und Stedefreund am Tatort erscheinen.

Erst am nächsten Tag taucht er wieder auf, kann sich aber angeblich an nichts erinnern. Auch nicht an die Täter. Doch bei ihren weiteren Ermittlungen finden die beiden Kommissare heraus, dass David seine Kollegin panisch im Stich gelassen hat. Außerdem ist offenbar kurz zuvor am Tatort ein Mann ermordet wurden. Seine Leiche ist jedoch nicht auffindbar. Und ein Zeuge des Geschehens verweigert aus Angst jede Aussage. – Und diese Angst vor gut organisierten Kriminellen, die sich um Recht und Gesetz überhaupt nicht scheren, ist leider völlig verständlich. Das zeigt dieser facettenreiche „Tatort“ eindrucksvoll, der dabei recht genau beschreibt, wie Clan-Kriminalität funktioniert. Und dass sie auch vor Richtern und Polizisten nicht mehr halt macht

Gleichzeitig wirft der von Florian Baxmeyer inszenierte Film die Frage auf: Wie gehen wir, wie gehen die Strafbehörden mit solchen gesetzlosen Gewalttätern um? Eine eindeutige Antwort wird jedoch nicht präsentiert, das wäre wohl auch zu simpel. Dennoch hat der gezeigte Polizeiausbilder im Film womöglich recht, der zu seinen Kursteilnehmern sagt, dass solchen Kriminellen klar gemacht werden müsste, dass auf den Straßen die „Bullen-Gang“ das Sagen hat.

ARD, 23.02.2014, 20:15 Uhr 
Eins Festival, 23.02.2014, 21:45 Uhr / Eins Festival, 23.02.2014, 23:45 Uhr
Eins Festival, 25.02.2014, 00:50 Uhr

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